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Episode notes

#318: Der Fall Lindsay Clancy bewegt aktuell die ganze Welt. Hunderte Frauen protestieren vor dem Gerichtssaal in Massachusetts, wo vergangene Woche das Urteil fallen sollte: War Lindsay Clancy schuldunfähig, als sie ihre Kinder tötete? Oder war es Mord, wie die Staatsanwaltschaft ihr vorwirft? Der Fall entfacht in den USA eine Debatte über die psychische Gesundheitsversorgung von Müttern. Denn Lindsay Clancy hatte vor der Tat versucht, Hilfe zu bekommen. Ihre Anwälte sagen, ihre postpartale Psychose sei nicht richtig erkannt worden. Frauen und Mütter solidarisieren sich mit Lindsay. Sie…

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Speaker 1: Bevor die Folge losgeht, hier noch ein kleiner Disclaimer. Speaker 1: Diese Folge behandelt einen Fall der sehr aktuell ist und auch sehr emotional diskutiert wird. Speaker 1: Die erste Version wurde am zehnten September-Zw.A. Speaker 1: aufgenommen und spiegelt die Erkenntnisse zu diesem Zeitpunkt und unsere Gedanken dazu wieder. Speaker 1: Seitdem hat sich aber nochmal etwas getan – das Update nehmen wir am ersten Oktober auf! Speaker 1: Ihr findet es am Ende der Folge.

Speaker 1: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Mord auf Ex. Speaker 1: sehr aktuellen Fall für euch aufgearbeitet. Speaker 1: Okay, Speaker 0: alle außer ich muss man sagen weil ich will mich ja noch überraschen lassen von der Folge. Speaker 0: Ich weiß nur ganz grob worum es geht Weil ich auch nicht verhindern konnte davon mitzubekommen weil ich weiß nicht wie es da draußen bei euch war. Speaker 0: Bei mir war mein Instagram Algorithmus aber auch meine Spiegelstaatszeit oder so.

Speaker 0: Nachrichten als auch Social Media war voll mit diesem Fall. Speaker 0: Ich meine, die checken natürlich auch dass ich auf True Crime Stories schneller anspringe aber ich konnte gar nicht verhindern was zu Lindsay Clancy zu lesen also von dieser Mutter aus den USA der ein ganz schlimmes Verbrechen begangen hat. Speaker 0: Aber meine social media Seite war voll Mit Diskussionen darüber ob sie schuldfähig ist oder nicht. Speaker 0: Und ich hab ein paar Sachen gesehen und kann jetzt schon mal ankündigen, das wird eine richtig schwere Folge für mich.

Speaker 0: Ich glaube gerade auch als Frau, als Frau die sich selber vorstellen kann Kinder zu kennen, die sich mit dem Thema beschäftigt, die es sich mit Geburten beschäftigt und mit Hormonen und allem was dazugehört... ich glaube es wird ne ganz ganz schwierige Folge aber ich bin ganz gespannt was du zusammengetragen hast! Speaker 1: Ein unglaublicher Fall. Speaker 1: Also ich glaube sogar, dass der hier in Deutschland noch gar nicht so groß ist wie der in Amerika ist.

Speaker 1: also in Amerika wird gerade über nichts anderes gesprochen. Speaker 1: wirklich mein TikTok ist voll damit und das Spannender an diesem Fall ist, es geht wirklich in die absoluten Extremer. Speaker 1: Also Leute streiten sich richtig im Internet darüber. Speaker 1: Es ist eine Riesendebatte losgebrochen. Speaker 1: Es gibt so viele Meinungen und so viele Theorien. Speaker 1: Und ich muss schon ganz am Anfang sagen Ich bin mir auch immer noch unsicher was ich glauben soll Aber vielleicht kommen wir ja hier zusammen zu zumindest ein paar Erkenntnissen.

Speaker 1: Wir wollen euch diesen Fall heute einmal einordnen Und vielleicht hilft uns diese Folge ja auch, das Ganze besser zu verstehen. Speaker 1: Ich will sagen deswegen, Leos gippen wir diese Woche auch mal das Zutun zum Verbrechen und steigen direkt in den Fall Speaker 0: ein! Speaker 0: Los geht's mit dieser Folge. Speaker 1: Im Gerichtsaal von Plymouth in Massachusetts ist eine Frau mit langen dunklen Haaren vor allem Holztisch. Speaker 1: Sie trägt eine ruse Bluse und eine schwarze Hose.

Speaker 1: Ihre Hände ruhen in ihrem Schuhs und ihr Blick ist stark gerade ausgerichtet. Speaker 1: In den Rängen hinter ihr sitzen Menschen mit bedrückter Miene, alle wirken angespannt. Speaker 1: Als der Richter den Saal betritt erheben sich die Anwesenden – nur die Frau mit den dunklen Haaren nicht! Speaker 1: Sie sitzt im Rollstuhl. Speaker 1: Den braucht sie seit einem tragischen Tag am Januar dem Tag, an dem sie etwas Unbegreifliches getan hat.

Speaker 1: Die Frau heißt Lindsay Clancy. Speaker 1: Dreieinhalb Jahre nach der Tat sitzt die thirty-sechjährige jetzt – an diesem siebenundzwanzigsten Juli zwetausendsechsundzwantzig auf der Anklagebank wegen Mordes an ihren drei kleinen Kindern. Speaker 1: Diese Tat hat sie bereits gestanden aber diese Tat hat nicht nur ihre Familie zerstört Sie spaltet auch die USA und die sozialen Medien auf der ganzen Welt. Speaker 1: Vor dem Gerichtssaal demonstrieren hunderte Menschen dafür, dass Lindsay für nicht schuldig gesprochen wird – und gegen das Gesundheitssystem der USA, das Frauen nach der Geburt im Stich lässt.

Speaker 1: In den Augen ihrer Supporter ist Lindsay eine Mutter, die dringend benötigte Hilfe nicht bekommen hat. Speaker 1: Die andere Seite sagt Lindsay Clancy ist eine Mörderin. Speaker 1: Für einige sogar ein Monster! Speaker 1: Und dafür muss sie die gerechte Strafe bekommen. Speaker 1: Wir schauen uns heute beide Seiten an und ordnen euch diesen sehr aktuellen Fall ein Vielleicht einmal vor. Speaker 1: Ableo, du hast ja gesagt Du hast schon ganz wieder von mitbekommen.

Speaker 1: Was war das denn was du bisher so gesehen hast? Speaker 0: Ich habe ja schon angekündigt dass ich es in paar Sachen überflogen hab. Speaker 0: Was ich so aufgeschnappt hab, war dass sie eben halt wie du schon gesagt hast ihre drei Kinder ermordet hat. Speaker 0: Ich glaub sogar aus dem Fenster geworfen hat? Speaker 1: Nee nicht ganz. Speaker 1: Okay Speaker 0: dann ist es schon mal auch verleichtern... Das Speaker 1: macht's aber nicht besser!

Speaker 1: Oder sie Speaker 0: selber ist aus einem Fenster gesprungen? Speaker 1: Genau sie selber isst aus nem Fenstergesprung Speaker 0: Und das klingt ja jetzt erstmal beim Hörn ganz klar eigentlich nach Mord und natürlich nach dem Schlimmsten was du jemals tun kannst. Speaker 0: Was dann aber viel gesagt wurde ist, dass sich in dieser Situation Sie war nicht sie selber, hat sich eine Psychose befunden. Speaker 0: Und das ist so ein Thema ... dass ich jetzt auch erst, seitdem ich über dreißig bin, überhaupt näher verfolge und auch viele Freunde im gleichen Alter, die gerade schwanger waren oder grade schwanger sind, die mir von ihrer Geburt erzählt haben.

Speaker 0: Ich höre zum ersten Mal erst jetzt, davor war mir das komplett. Speaker 0: Unbekannt das Thema. Speaker 0: Ich habe mich erst jetzt damit beschäftigt, dass man ja auch nach der Geburt die Hormone während dieser Zeit entstehen, die fallen von jetzt auf gleich ab und dein Körper geht innerhalb von kürzester Zeit durch den krassesten biologischen hormonellen Vorgang, den man sich nur auf der Welt vorstellen kann. Speaker 0: Also er befindet sich für die Tage nach der Geburt und während der Gebur in einer heftigsten Ausnahmesituation Und ich weiß nicht mehr die Zahl aber nicht beträchtlicher Teil der Frauen die das erleben kriegen eine postpartale Depression Das bei ihr sogar noch mal gesteigert hat durch die psychose also wo man auch gar nicht mehr Die Wirklichkeit irgendwie unterscheiden kann.

Speaker 0: ja Speaker 1: genau darauf gespannt dass du es jetzt schon sagst wenn wir nachher nochmal genau darauf eingehen, also in welcher psychischen Notlage sich Lindsay befunden haben könnte. Speaker 1: Und dafür haben wir auch mit einer Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie gesprochen weil wir das ganz wichtig fanden dass einfach noch mal richtig einzuordnen. Speaker 0: Ja ich finde es auch so. Speaker 0: ein Thema kennen so wenig Menschen.

Speaker 0: Also wie gesagt, ich hab's erst durch meine Freundinnen jetzt irgendwie überhaupt wahrgenommen diese Thematik und ich find das so krass dass ich davor noch nie davon gehört habe. Speaker 0: Ich hab da von der Schule nicht mitbekommen Meine Eltern haben darüber nicht geredet. Speaker 0: Ich hab das Gefühl in der Generation unserer Eltern war das auch noch gar kein Thema Und es ist so universell Es betrifft so viele Frauen Vielleicht irgendwie nicht immer so extrem Aber irgendwie ist damit jeder mal auf eine Art konfrontiert Einfach so krass.

Speaker 1: Mhm, ja also das trifft tatsächlich auch schon ein Riesenpunkt der auch richtig viel gefordert wird. Speaker 1: in diesem Fall dass wir genau über dieses Thema mehr sprechen. Speaker 1: bevor wir tiefer in den fall starten finde ich aber noch eine sache ganz wichtig zu verstehen weil das auch ganz viel auf tiktok und instagram diskutiert wird. Speaker 1: Linzi Clancy hat zugegeben ihre Kinder getötet zu haben. Speaker 1: Also sie plädiert aufgrund ihrer psychischen Verfassung, auf nicht-schuldig.

Speaker 1: Nicht weil sie sagt, sie hat die Tat nicht begangen? Speaker 1: In diesem Prozess geht es also nicht darum zu klären ob sie ist getan hat. Speaker 1: das ist eindeutig bewiesen. Speaker 1: stattdessen geht es um die Frage nach dem warum und damit um Linzys Schuldfähigkeit. Speaker 1: Wir nehmen diesen Fall am zehnten September auf, das ist hier wichtig zu sagen weil sich so viel immer aktuell noch tut und zum Zeitpunkt unseres Redaktionsschlusses sind alle aktuellen Entwicklungen in diese Folge eingearbeitet.

Speaker 1: Weil der Fall so komplex ist hat es drei Jahre gedauert bis alle Ermittlungen soweit abgeschlossen waren dass das Gerichtsverfahren starten konnte. Speaker 1: Es mussten unzählige Spuren ausgewertet werden, medizinische Gutachten erstellt und elektronische Geräte ausgewärtet werden. Speaker 1: Nach Abschluss dieser Auswertung findet dann am siebenundzwanzigsten Juli dieses Jahres der erste Verhandlungstag statt. Speaker 1: Vertreter der Staatsanwaltschaft und Linzels Verteidiger halten die Eröffnungsplädoyers.

Speaker 1: Sie zeichnen zwei völlig unterschiedliche Versionen eines Tatartens – ich werde dir jetzt Beide Version erzählen. Speaker 1: Wir beginnen mit der Sicht, der Staatsanwaltschaft nach deren Auffassung, den sei schuldig ist. Speaker 0: Okay, spannend. Speaker 0: also erzählt es quasi im Fall jetzt zweimal nur eben aus unterschiedlichen Sichtweisen? Speaker 1: Genau! Speaker 0: Das haben wir glaube ich bei Mord of Ex auch noch nie so gehabt.

Speaker 1: Ja, ich glaube das hier aber total wichtig weil wir ja noch gar nicht wissen was wirklich passiert ist. Speaker 1: Also es gibt noch keinen Urteil. Speaker 1: Das kann man vielleicht schon mal vorab sagen Und deswegen schauen wir uns heute beide mögliche Versionen einmal an. Speaker 1: Wir fangen an mit Version eins, der Staatsanwaltschaft. Speaker 1: In dem wohlhabenden Vorort Duxbury einer Kleinstadt mit rund sechzehntausend Einwohnern nach Boston lebt die Familie Clancy.

Speaker 1: Ihre Adresse klingt genauso idyllisch wie es dort aussieht. Speaker 1: Sie leben in der Summer Street Forty-Seven In einem Haus mit blau grauer Holzfassade. Speaker 1: Es hat dunkle Fensterläden, eine weiße Haustür und ein Grausdach. Speaker 1: Ich hab dir auch mal ein Bild mitgebracht! Speaker 0: Ja also es sieht wirklich typisch angreganisch aus mal wieder... Ein bisschen zu groß als nötig. Speaker 1: Große Garage, man fragt sich immer so was dieses extra Häuschen ist und das... Das Speaker 0: wäre halt in Deutschland ein Wohnhaus?

Speaker 0: Ja! Speaker 0: Ist nur die Garage aber braucht man natürlich. Speaker 0: für die ganzen großen SUVs steht auch schon so einen Silberner SUV vor dem Haus. Speaker 0: es sieht aber total idyllisch aus. Speaker 0: also wirklich als ob das an einem Waldrand gebaut ist mit nem Riesenvorgarten auch so schön Baby Blue angestrichen, also ganz idyllisch wie du schon sagst. Speaker 0: Das ist wirklich das passende Wort. Speaker 0: So eine Mischung aus sehr amerikanischem Stil aber es könnte auch halt in Schweden irgendwie stehen?

Speaker 0: Ja Speaker 1: ohne die Garage wahrscheinlich, aber sonst ja! Speaker 0: In einem Drittel der Größe. Speaker 1: Auf der Rückseite des Grundstücks liegt ein großer Garten mit Terrasse. Speaker 1: Er ist von zahlreichen Bäumen umseumt. Speaker 1: Dort hinten ist es ruhig Man hört die Vögel zwitschern und genießt den Blick in die Natur. Speaker 1: Die Clansies lieben es, hier gemeinsam in der Sonne zu sitzen. Speaker 1: Das ist eine hübsche Frau mit langen dunklen Haaren und nun als Geburtshelferin im Massachusetts General Hospital arbeitet.

Speaker 0: Also wirkt ja dann wie ein Hebammenberuf, also selber als Hebamme gearbeitet hat. Speaker 0: Das macht den Fall irgendwie noch mal viel interessanter weil gerade in so einem Beruf beschäftigt man sich mit Geburten und allem was damit einhergeht auch psychisch natürlich nochmal viel mehr als außerhalb dessen. Speaker 1: Ja und sie bringt eigentlich Kinder zur Welt im Beruf ne? Speaker 1: Es ist es fand ich auch schon spannend. Speaker 1: Jemand Patrick ist thirty-four Jahre alt habe dunkelblonde Haare und ein glattrasiertes Gesicht.

Speaker 1: Er arbeitet als Vertriebsmitarbeiter bei Microsoft, verdient gutes Geld. Speaker 1: Die beiden haben sich vor zehn Jahren durch Patrick's Kusine kennengelernt. Speaker 1: Sie war Linseys Mitbewohnerin im College. Speaker 1: Zwischen Linsey und Patrick hat es schnell gefunkt – sie wurden ein Paar. Speaker 1: Mittlerweile sind sie Eltern von drei Kindern. Speaker 1: Die fünfjährige Tochter Cora wäre gerne eine Prinzessin. Speaker 1: Der dreijährige Dorsen würde am liebsten immer Port Patrol schauen.

Speaker 1: Und dann gibt es noch Kellen, der ist erst acht Monate alt und ist so ein richtiges Strahle-Baby. Speaker 1: Ich habe dir auch mal ein paar Bilder der Familie mitgebracht? Speaker 0: Ja total niedlich! Speaker 0: Also man sieht wirklich alle am Strahlen... ich denke gerade die ganze Zeit schon drüber nach an wen mich der Mann erinnert. Speaker 0: Erinnert mich so sehr an irgendeinen Schauspieler. Speaker 0: oder ich hab grad überlegt, also ich habe gerade nachgeschaut Sam Oldman.

Speaker 0: Ich weiß nicht! Speaker 0: Ich habe irgendwie so eine Assoziation. Speaker 0: Ne die sehen total happy aus süß aus. Speaker 0: Die sehen auch außerhalb der wir mir im Haus wohnen würden mit den drei kleinen Kindern hier in Hamburg von mir ein Viertel. Speaker 0: Also ganz niedlich ja alle strahlen Das Baby ist ja noch richtig klein. Speaker 1: Ist halt echt erst acht Monate alt, ne? Speaker 0: Es wirkt auf jeden Fall eben total harmonisch auch, dass die Kinder alle so im ähnlichen Alter sind und die kuscheln alle zusammen auf dem einen Foto.

Speaker 0: Es wirk erstmal jetzt auf mich natürlich wie ein richtig perfektes Familienideal. Speaker 1: Ja ich finde es auch wirklich nicht einfach mit diese Fotos anzuschauen muss ich sagen weil die Kinder sehen so glücklich aus und wir wissen ja schon was passieren wird. Speaker 1: Wir laden euch die Fotos auch beim World of Ex-Podcast hoch, also wir werden die Kinder natürlich blören. Speaker 1: Aber ihr werdet sehen wie klein die einfach noch sind und wie stolz sie ihre Schulranzen tragen... ...und da muss man irgendwie schon richtig schlucken!

Speaker 0: Ja, man vergisst irgendwie schnell wenn man sich das anschaut was noch passieren wird. Speaker 1: Und Speaker 0: ich finde auch mal nicht mehr Linzi anschaue. Speaker 0: Also ich weiß man kann das Leuten eh nie ansehen ne? Speaker 0: So eine Tat und halt so ein Leben. Speaker 0: aber Ich würde das halt niemals erwarten, ne? Speaker 0: Das wäre halt so die Person hier beim Büro. Speaker 0: Wir haben hier eine Kita in der Nähe. Speaker 0: Es wäre die Person, die halt aus der Kita raus spaziert und sich noch einen Kaffee bei dem Bäcker holt um die Ecke.

Speaker 0: Und ich habe die schon zehn mal gesehen. Speaker 1: Ja nach außen sieht irgendwie alles so zuckersüß aus aber die Realität der Familie ist oft anders. Speaker 1: So glücklich die Clansies auch über ihre Kinder sind! Speaker 1: Der Alltag mit drei kleinen Kindern ist ziemlich stressig. Speaker 1: Vor allem das Sandwich-Kind Dawson ist ein kleiner Wirbelwind, der Lindsay oft an ihre Grenzen bringt. Speaker 1: ist schon eine Weile so. Speaker 0: Oh, das klingt natürlich jetzt ganz anders also...

Speaker 1: Ja ich glaube also ich habe auch ne sehr gute Freundin die schon drei Kinder hat und es ist natürlich für uns jetzt auch schwer zu sagen weil wir selber keine Mütter sind aber Kinder zu haben. Speaker 1: Also ich merke bei ihr mal man liebt seine Kinder über alles Aber es ist einfach schon sehr viel Arbeit und sehr anstrengend und drei kleine Kinder ist halt auch Echt? Speaker 1: Ja, alle Mütter die das jetzt hören werden mir bestimmt zustimmen.

Speaker 1: Ist nicht ohne. Speaker 0: Ich glaube auch ich finde nur die Aussage krass dass er der schwierigste Mensch sei der je begegnet ist weil Er ist da zu dem Zeitpunkt ja noch viel kleiner als es jetzt im Jahr zwanzig schon gewesen ist heißt erst noch halt da wahrscheinlich ein klein Kind. Speaker 0: Da kann man ja gar nicht davon sprechen dass das jetzt mensch. Speaker 0: also er wird ja gerade zum Menschen und Wahrscheinlich ist auch jedes Jahr unterschiedlich.

Speaker 0: Also es gibt bestimmt mal eine richtig schlimme Zeit, dann wieder vielleicht ein bisschen entspannterer. Speaker 0: Das ist so ne krasse Entwicklungszeit. Speaker 0: also genau wie gesagt wir haben beide jetzt keine Kinder und können deswegen auch gar nicht so urteilen. Speaker 0: Und das kann doch sein dass das irgendwie das schwierigste Kind der Welt ist. Speaker 0: aber ich finde die Aussage schon ein bisschen krass. Speaker 1: Ja die ist schon hart.

Speaker 1: Nancy versucht aber jeden Tag für ihre Kinder einen guten Mutter zu sein. Speaker 0: Doch Speaker 1: nach der letzten Geburt im Mai, May-Zweißen-Zweiundzwanzig geht es ihr sehr schlecht. Speaker 1: Sie leidet unter Ängsten und macht sich Sorgen bei Kellen nicht richtig die Flasche nimmt und sie bald wieder zur Arbeit zurück muss. Speaker 1: Außerdem hat sie Angst allein zu Speaker 1: sein." Speaker 0: Schwanger war oder gerade dabei ist, schwanger zu werden.

Speaker 0: Also auch eine Zeit wo Hormonel ultra viel passiert und sie eh schon überfordert ist. Speaker 0: Das wirkt auch einfach grundsätzlich für mich wie ne sehr herausfordernde Zeit bei ihr. Speaker 1: Ängste wie diese hat sie auch nach den anderen Geburten gehabt wird ihr Mann Patrick später erzählen. Speaker 1: doch dieses mal nach der Geburt ihres letzten Kindes ist es noch intensiver. Speaker 1: Lindsay schläft außerdem schlecht, hat keine Energie und fühlt sich oft niedergeschlagen.

Speaker 1: Sie bezweifelt dass sie die Schichten im Krankenhaus schaffen wird. Speaker 1: Dass sie dort bald wieder anfangen und sich damit auch nicht mehr so intensiv um ihre Kinder kümmern kann macht ihr viel Druck! Speaker 1: Die Staatsanwaltschaft wird sie später als Perfektionisten bezeichnen – sowohl in ihrem Privatleben als auch auf der Arbeit. Speaker 1: Lindsay will ihre Sache immer gut machen. Speaker 1: Sie kontrolliert deshalb alles – die Termine der Kinder, ihre Essgewohnheiten, ihren Schlaf.

Speaker 1: Doch jetzt wo sie drei Kinder hat, verliert sie zunehmend diese Kontrolle. Speaker 1: Sie spricht viel mit Patrick über ihre Ängste und lässt sich von Ärzten und Psychata an Medikamente verschreiben um irgendwie weiter funktionieren zu können. Speaker 1: Darunter Antidepressiva wie Soloft. Speaker 1: Doch ihr Zustand verschlechtert sich weiter. Speaker 1: Irgendwann erzählt sie ihr Mann, dass die Suizidgedanken hat. Speaker 1: Wieder und wieder sucht sie deshalb Ärzte auf weil es ihr trotz der Medikamente nicht besser geht.

Speaker 0: Krass, dass sie sich in der Zeit schon Hilfe holt also das das wirklich bekannt ist auch bei verschiedenen Ärzten bekannt ist, dass es ihr so schlecht geht und sie sogar Medikmente nimmt. Speaker 1: Ja ich glaube ihr war da schon voll früh bewusst, Probleme hat mit denen sie nicht klarkommt. Speaker 1: Sie hat früher auch ganz, ganz viel Sport gemacht also wirklich so ins Extreme rein und dann hat sich glaube ich irgendwann gemerkt dass das Nicht mehr reicht um sie auszubalancieren.

Speaker 1: Und dann hat sie halt ganz konkret gesagt okay Ich brauche diese Hilfe. Speaker 0: Hat denn die Familie irgendwie eine Unterstützung der Zeit? Speaker 0: weißt du das? Speaker 0: Also Eltern von ihm oder Eltern von ihr, oder Nanny. Speaker 1: Also sie kriegt schon Unterstützung auch von den Eltern und Patrick hat als er gemerkt hat dass das schlimmer wird bei ihr auch sozusagen seinen Job ins Homeoffice verlegt damit er dort unterstützen kann.

Speaker 1: aber sie trägt schon den Großteil der Verantwortung und auch des Mental Loads wie das so oft ja bei Frauen ist. Speaker 1: Das Speaker 0: klingt nämlich nach mal ultra krassen Überlastung. Speaker 0: Also alles, was du erzählt hast klingt einfach nach einer heftigen Überlastung der Körper. Speaker 0: Hat das eben nicht gut weggesteckt diese ganzen Veränderungen? Speaker 0: und jetzt wirkt sie ja einfach total Speaker 0: verzweifelt.". Speaker 1: Ja dann kommt der vierundzwanzigste Jahr nur zwei-tausenddreiundzwandzig – Der Tag, der alles für immer verändern wird!

Speaker 1: Die Luft ist kalt und der große Garten der Clansies ist von einer puderzuckerartigen Schneemasse bedeckt. Speaker 1: Perfekt es Wetter also um nach draußen zu gehen? Speaker 1: Gemeinsam mit den Kindern baut Lindsay heute einen Schneemann. Speaker 1: Die Kleinen haben großen Spaß daran! Speaker 1: Lindsay macht ein Foto und schickt es an ihre Mutter und ihren Mann Patrick, der im Keller des Hauses im Homeoffice arbeitet. Speaker 1: Danach – so gegen die Uhr – googelt sie ein Medikament gegen Verstopfung.

Speaker 1: Es ist für ihre fünfjährige Tochter Cora, mit der sie Vormittags deshalb noch beim Kinderarzt war. Speaker 1: Sie ruft bei einer Apotheke der Kette CVS an ob sie das Medikament vorräthig haben. Speaker 1: Danach googlt sie nach Restaurants, bei denen man Essen abholen kann. Speaker 1: Sie checkt auf Google Maps wie lange sie mit dem Auto zum Restaurant ThreeVe braucht – wo die familischen Parma war? Speaker 1: Dann schreibt sie Patrick eine Nachricht!

Speaker 1: Hast du vielleicht Lust, bei ThreeVee in Plymouth was zu mitnehmen zu holen? Speaker 1: Ich habe nichts gekocht. Speaker 1: es war ein langer Tag. Speaker 1: Patrick findet die Idee super. Speaker 1: also ruft Lindsay im Restaurant an um das Essen vorzubestellen. Speaker 1: Sie bittet Patrick auch, noch kurz bei der CWS-Fiale vorbeizufahnen um das Medikament abzuholen. Speaker 1: Um siebzehn auf fünfzehn ist die Sonne bereits untergegangen.

Speaker 1: Papa Patrick nimmt das Baby auf den Arm, wippt seinen Sohn hin und her. Speaker 1: Der ältere Sohn Dorsen sitzt auf der Couch und isst Chicken Nuggets – denn sie steht an der Tür zum Wohnzimmer als Patrick seiner Tochter noch schnell einen Kuss auf die Stirn drückt. Speaker 1: Dann sagt er «Bin gleich zurück» und setzt sich ins Auto! Speaker 1: Erst fährt er zur Apotheke. Speaker 1: Von dort ruft der Lindsay an, weil er sich unsicher mit dem Medikament ist.

Speaker 1: Das Telefonat dauert nur ein paar Sekunden Dann ist alles geklärt. Speaker 1: Vor Gericht erinnert er sich später. Speaker 0: Also er wird gefragt wie sie geklungen hat und telefonen Ja, sie war einfach ziemlich ruhig und sie klang beschäftigt. Speaker 0: Und er dachte irgendwie noch dass sie vielleicht gerade die Kinder badet oder irgendwie sowas macht und deswegen halt grade mitten drin. Speaker 0: ist dann irgendeine Aufgabe. Speaker 1: Ja es ist ja auch spannend.

Speaker 1: also das merkt doch die Staatsanwaltschaft an. Speaker 1: Sie hat ihn ja auch eigentlich losgeschickt ne? Speaker 1: Also sie hat ja gesagt kannst du das Essen abholen und die Medikamente? Speaker 0: Also hat sie es jetzt extra gemacht, um in der Zeit was heimlich zu tun? Speaker 1: Ja. Speaker 1: Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass Lindsay ein ganz konkretes Zeitfenster geplant hat, indem Patrick halt nicht zu Hause ist und ihn deswegen losgeschickt hat.

Speaker 1: Patrick fährt weiter zum Restaurant, um das Essen abzuholen. Speaker 1: Gegen acht Uhr kommt er wieder nach Hause. Speaker 1: Seine Strecke wird immer von Überwachungskameras aufgezeichnet. Speaker 1: Es schließt jetzt die weiße Haustür auf und geht hinein. Speaker 1: Sofort ist da ein ungutes Gefühl, erzählt Patrick später. Speaker 1: Warum? Speaker 1: Es ist so ruhig. Speaker 0: Normalerweise würde er eher wahrscheinlich laut begrüßt werden oder irgendwer würde für den Zug rennen...

Speaker 1: Also gerade bei drei Kindern. Speaker 1: es ist glaube ich sehr selten ruhig! Speaker 1: Es gibt kein Kinderlachen das durch den Flur. Speaker 1: halt keine tapsenden Schritte sich auf dem Weg machen um ihn zu begrüßen. Speaker 1: Und auch seine Frau scheint nicht bemerkt zu haben, dass er zurück ist. Speaker 1: Wo sind denn alle? Speaker 1: Patrick ruft nach ihnen – doch es bleibt still! Speaker 1: Um achtzehn und neun ruft Patrick mit dem Handy Lindsay an, während er durchs Haus läuft und die Zimmer absucht.

Speaker 1: Doch sie geht weder ran noch scheint sie Zuhause zu sein. Speaker 1: Hat sie die Kinder mitgenommen? Speaker 1: Aber das ergibt keinen Sinn. Speaker 1: Sie wollten ja jetzt essen. Speaker 1: Im oberen Stockwerk liegt das gemeinsame Schlafzimmer. Speaker 1: Patrick greift nach dem Türknopf, doch nichts tut sich! Speaker 1: Die Tür ist abgeschlossen – jetzt wird er wirklich unruhig. Speaker 1: Das ist nicht normal. Speaker 1: Zum Glück liegt der kleine Schlüssel für den Türknauf in Chorus Zimmer.

Speaker 1: Patrick holt ihn schnell, dreht ihn unruhm im Schloss herum und stößt die Tür auf. Speaker 1: Und was er dort sieht… ist schlimmer als alles, was er sich je hätte vorstellen können. Speaker 1: Und wir lassen ihn das jetzt auch noch einmal selber erzählen. Speaker 1: wie er es im Gericht berichtet hat Speaker 0: hatte er Speaker 1: gerade gesagt, überall war Blut und das Fenster war geöffnet. Speaker 0: Und ja es ist so krass dass er das ja sogar vergleicht, dass es irgendwie so aussah als ob das mit einem Schlauch verspritzt wurde.

Speaker 0: also da war so viel Blut überall mitten im Raum bei eine riesige Fütze und das war überall verteilt, dass das ihn daran erinnert hat, dass jemand mit dem schlauch halt rum gespritzt hat. Speaker 0: Er ergänzt dir am Ende sogar, dass er sich daran erinnert das es sogar im Türknopf war. Speaker 0: Also ich kann das gar nicht fassen. Speaker 1: Ja da sieht jetzt durch das geöffnete Fenster ein kalter Winter rein weht und die Vorhänge deswegen auch wehen.

Speaker 1: Patrick geht ein zwei Schritte in den Raum hinein während sein Herz wie wild gegen seine Brust schlägt. Speaker 1: was ist mit seiner Familie geschehen? Speaker 1: Weil das Zimmer leer ist dreht er um und läuft nach unten raus in den Garten. Speaker 1: Dort, unterhalb des geöffneten Fensters findet er seine Frau. Speaker 1: Lenzi legt mit dem Gesicht nach unten im Schnee. Speaker 1: Es ist ein grausamer Anblick. Speaker 1: An ihren Handgelenken sind tiefe Schnitte zu sehen.

Speaker 1: Auch an ihrem Hals hat sie einen Schnitt Aber sie lebt. Speaker 1: Patrick beschreibt vor Gericht was dann passiert ist. Speaker 0: Okay, also Lindsay hat ihm geantwortet, dass sie versucht hat sich umzubringen. Speaker 0: Dann fragt er einfach nur, wo sind die Kinder? Speaker 0: und sie antwortet jetzt im Keller? Speaker 0: Und es wickt ja erst mal so als ob Lindsay sich oben im Zimmer vielleicht die Pulsallern aufgeschlitzt hat... ...und dann aus dem Fenster gesprungen ist.

Speaker 0: Also das wird dir auch das ganze Blut erklären und warum sie halt da am Schnee liegt mit dem Kopf nach unten. Speaker 0: aber offensichtlich hat sie das alles ja überlebt. Speaker 1: Ja, also sie hat wirklich viel versucht um sich das Leben zu nehmen. Speaker 1: Patrick der weht jetzt sofort den Notruf, nine one-one. Speaker 1: Er sagt Linzi braucht dringend Hilfe und nach rund fünf Minuten kommt dann auch die ersten Einsatzkräfte an und kümmern sich um Linzi, die immer wieder das Bewusstsein verliert.

Speaker 1: Jetzt wo seine Frau versorgt wird rennt Patrick in den Keller zu seinen Kindern. Speaker 0: Ich habe mich gerade kurz gefragt, warum er noch abwartet und nicht sofort zu den Kindern rennt. Speaker 0: Aber ... Er weiß ja noch gar nichts! Speaker 0: Also er denkt jetzt einfach die sind im Keller weggesperrt damit sie nicht mitbekommen wie ihre Mutter sich das Leben nimmt? Speaker 1: Genau also. Speaker 1: er geht davon aus dass die Kinder einfach eingesperrt wurden damit sie alles nicht mitkriegen aber er weiß nicht was wirklich passiert ist.

Speaker 1: Er weiß auch nicht dass er immer noch mit dem Notruf verbunden ist als er die Treppe hinunter steigt. Speaker 1: Er wendet sich nach links und da sieht er sie, seine drei Kinder die sich nicht mehr rühren und jeweils ein Fitnessband um den Hals gewickelt haben. Speaker 1: Sie wurden damit stranguliert. Speaker 1: Patrick versucht sie wieder zu beleben. Speaker 1: Im aufgezeichneten Nine One One Call hat man ihn schreien – sie hätte die Kinder getötet!

Speaker 1: Jetzt kommen auch Einsatzkräfte in den Keller und überleben die Wiederbelebungsmaßnahmen Doch jede Hilfe kommt zu spät. Speaker 1: Gegen neunzehntunddreißig werden Cora und Dawson für Tod erklärt, aber Baby Callen lebt noch – er ist in einem kritischen Zustand und wird sofort ins Boston Children's Hospital gebracht. Speaker 1: Doch drei Tage später stirbt auch er. Speaker 1: Lindsay wird ebenfalls ins Krankenhaus gebracht wo sich ihr Zustand verschlechtert.

Speaker 1: Sie erleidet einen Herzstillstand. Speaker 1: Danach wird sie intubiert und beatmet. Speaker 1: Durch die Schnittwunden hat sie außerdem viel Blut verloren und bekommt Bluttransfusion, aber sie überlebt. Speaker 1: Der Sturz aus dem ersten Stock hat zu schweren Verletzungen des Rückenmarks – zur Rippenbrüchen- und Wirbelsäuen-Frakturen geführt. Speaker 1: Sie kennen ihre Beine nicht mehr spüren, denn sie ist Queerschnitz gelehmt und wird ihr Leben lang auf ein Rollstuhl angewiesen sein, sagen die Ärzte.

Speaker 1: Drei Tage nach der Tat ist Lindsay wieder ansprechbar. Speaker 1: Dadurch, dass sie aber noch intubiert ist kann sie nicht sprechen. Speaker 1: Sie bekommt deshalb ein Whiteboard über das sie mit einer Psychiaterin kommuniziert. Speaker 1: Auf dieses Whiteboard soll sie auf die Frage nach ihrem Zustand das Wort Horrified, also entsetzt geschrieben haben. Speaker 1: Danach wischt sie es weg und schreibt Do I need an attorney? Speaker 1: Also brauche ich einen Anwalt!

Speaker 0: Okay, bei der Frage vermutet wahrscheinlich jetzt die Staatsanwaltschaft das zeigt. Speaker 0: Dass sie sich sehr wohl bewusst darüber war was sie da eigentlich tut und dass es auch verboten ist und dass sie ihr Zahlt sich verteidigen muss? Speaker 1: Ja auf jeden Fall im Gerichtsprozess argumentiert die Staatsaanwaltschaft Sie wusste dass sie ihre Kinder ermordet hatte und besaßt die Klarheit die Konzentrationen und den geistigen Schafsinn sich auf den Schutz ihrer eigenen Rechte und Interessen zu konzentrieren.

Speaker 1: Die Staatsanwaltschaft zeichnet das Bild einer Frau, die depressiv war und unter psychischen Problemen letzt. Speaker 1: Aber nicht in einem Ausmaß, indem sie nicht mehr wusste was sie tat. Speaker 1: Die Morde seien genau geplant gewesen, finden Sie. Speaker 1: Lehnt sie aber ein Zeitfenster abgepasst, indem ihr Mann nicht zu Hause war? Speaker 1: Das Motiv für die darauf folgende Tat begründet die Bezirksstaatsanwältin in ihrem Schlussplädoyer – auch da hören wir einmal rein!

Speaker 1: Most women who kill their children don't do it because of mental illness. Speaker 1: Mothers killed their children, and its horrible! Speaker 1: And is awful what Speaker 1: happens.". Speaker 1: So why did she specifically do it? Speaker 1: She was depressed. Speaker 1: She was exhausted. Speaker 1: She didn't want to try anymore – she felt damaged but those kids were her protective factor. Speaker 0: Okay, also die Staatsanwältin finde ich halt ganz spannend.

Speaker 0: Nennen das jetzt nicht eine psychische Krankung? Speaker 0: Was Linzi hat da? Speaker 0: Sie sagt, die meisten Frauen, die ihre Kinder töten, tun dies nicht aufgrund einer psychischen Erkrankung und sagt dann noch mal es ist schrecklich und entsetzlich dass das passiert. Speaker 0: Und warum hat genau Linzi es getan? Speaker 0: Sie war depressiv, erschöpft. Speaker 0: Sie war am Ende. Speaker 0: Sie wollte es nicht mehr versuchen und die Staatsanwältin sagt, dass sie sich innerlich zerstört gefühlt hat.

Speaker 0: Und das Einzige was sie abgehalten hat im Leben der Ende zu setzen waren ihre Kinder. Speaker 0: Die waren so ein Schutzfaktor. Speaker 0: Der haben sie immer davon abgehalten, dass dies durchzieht. Speaker 0: also musste sie genau diesen Schutzfektor vorher beseitigen. Speaker 1: Aus Sicht der Staatsanwaltschaft ist Linzi damit eine eiskalte Mörderung. Speaker 1: Sie fordern eine lebenslange Haftstrafe. Speaker 0: Also, sie sagen eigentlich ja... ...sie hätte auch einfach so sich umbringen können die Kinder am Leben lassen können aber dann hätte sie das nicht durchgezogen.

Speaker 0: in ihrer Logik deswegen Speaker 1: Genau! Speaker 1: Sie musste die Kinder erst töten um sich selber umbringen zu können. Speaker 1: Aber die Frage ist, ist dieses Motiv wirklich so einfach? Speaker 1: Aus Sicht von Linzys Verteidiger? Speaker 1: es ist anders gewesen und nicht nur dass Es ist auch die Sicht von ihrem Ehemann Patrick. Speaker 1: Sie beschreiben Lindsay als eine liebende Mutter, die immer nur das Beste für ihre Kinder wollte.

Speaker 1: Und deshalb schauen wir uns jetzt nochmal die Geschehnisse aus Sicht der Verteidigung an. Speaker 0: Also Patrick, der Ehemann ist auf der Seite der Veteidigungen Speaker 1: und seine Eltern übrigens auch? Speaker 0: Das ist natürlich Speaker 1: super Speaker 0: spannend weil er hätte ja schon ein starkes Motiv oder einen starken Beweggrund, dafür sehr viel Hass zu verspüren. Speaker 0: Oder auch irgendwie Wut darauf, dass ihm einfach nur drei Kinder genommen wurden und er dann die härteste Strafe vielleicht auch will, die man sich vorstellen könnte.

Speaker 0: also wäre jetzt wenn ich das alles so zum ersten Mal höre um eine eigentliche Vermutung gewesen, dass er sehr gegen sie geht. Speaker 1: Ja aber das tut ja nicht! Speaker 1: Also er glaubt seine Frau braucht Hilfe Und warum? Speaker 1: Das schauen wir uns jetzt mal genauer an. Speaker 1: Damit kommen wir zur Version Nummer zwei, die der Verteidigung. Speaker 1: Die Argumentation der Veteidigung beginnt lange vor der eigentlichen Tat. Speaker 1: Die Clansies sind eine glückliche Familie – sie machen schöne Urlaube und Ausflüge und verbringen viel gemeinsame Zeit.

Speaker 1: Patrick bezeichnet seine Ehe als glücklich im Prozess. Speaker 1: Trotzdem ist es so wie in vielen Familien. Speaker 1: Nach den Geburten der Kinder kehrt Patrick nach kurzer Elternzeit schnellen sein Beruf zurück, während ihn zu Hause bleibt und sich um die Kinder kümmert. Speaker 1: Sie möchte alles perfekt machen und den Bedürfnissen ihrer drei Kinder gerecht werden. Speaker 1: Sie liest sich in Familienforen ein, stellt Fragen an andere Mütter und schreibt dort ja auch wie überfordert sie mit ihrem mittleren Kind ist.

Speaker 1: Die Clansies bekommen immer mal wieder Unterstützung von ihren Familien Und Ende Jahrzehnte-Zweiundzwanzig beschäftigen sie zeitweise einen Nenny. Speaker 1: Sie entlassen sie aber nach ein paar Monaten wieder, da Lindsay ja auch zu Hause ist. Speaker 1: Über Lindsay wird die Nenni später Folgendes sagen. Speaker 0: Als sie gerade erzählt, dass sie eine wunderbare Mutter erlebt hat, die ihre Kinder geliebt hat Und sie sich auch immer große Sorgen um deren Sicherheit gemacht hat.

Speaker 0: Also einfach sehr bemüht wirkte und sehr kümmernd. Speaker 0: Es ist natürlich total spannend, weil das ist ja Ende of the year in den vergangenen Jahren schon gar nicht mehr so weit entfernt von dem Datum wo Lindsay dann am Ende ihrer Kinder getötet hat. Speaker 1: Ja wie wir bereits wissen geht es Lindsay besonders nach der letzten Geburt psychisch sehr schlecht. Speaker 1: Sie kennt diesen Angstzustand zwar schon von den anderen Geburten, doch dieses Mal ist es schlimmer.

Speaker 1: Je mehr Monate vergehen, desto schlechter geht das ihr, denn sie spricht mit Patrick und ihrer Familie darüber dass sie depressiv ist und massive Schlafprobleme hat. Speaker 1: Meist schläft sie nur drei Stunden pro Nacht. Speaker 1: Sie bittet ihren Mann sogar im Keller zu schlafen damit sie mehr Ruhe hat und sich nur auf das Baby konzentrieren kann. Speaker 1: Patrick macht sich große Sorgen um seine Frau. Speaker 1: Er will ihr helfen.

Speaker 1: Gemeinsam suchen sie nach Ärzten und Speaker 1: Psychatoren.". Speaker 1: Die verschreiben Lindsay diverse Medikamente, darunter so läuft eine Antidepressivum das Stimmungsaufhellend und angstlösend wirkt. Speaker 1: Doch es hilft kaum. Speaker 1: Lindsay schläft weiterhin schlecht – tagsüber ist sie total fertig! Speaker 1: Ihre Gedanken aus dieser Zeit hält sie in Notizbüchern fest, die später bei einer Hausdurchsuchung sichergestellt werden….

Speaker 1: Sie schreibt darin zum Beispiel über ein Schlaftraining, das sie und Patrick bei Kellen versucht hatten. Speaker 1: Dabei ging es darum ihn nicht sofort hochzunehmen wenn er geweint hat. Speaker 1: Doch es fällt dir schwer das umzusetzen! Speaker 1: Sie schreibt, Baby Kellen über eine Stunde lang schreien zu hören ohne einzugreifen, hat mich fast umgebracht. Speaker 1: Ich habe sogar zu Patrick gesagt ich will sterben während der schrie.

Speaker 0: Gott, das stelle ich mir auch alles so hart vor. Speaker 0: Also gerade dieses Schlafthema ist ja auch ein ganz, ganz essenzielles Thema. Speaker 0: dann in der Erziehung gerade in den ersten Jahren und... Ich weiß auch noch, meine Mama hat immer gesagt, in der Zeit wo sie mich bekommen hat war so der Tipp oder grade eine neue Philosophie dass man Kinder auch einfach so unabhängig schlafen lassen sollte und nicht zu viel an sich hat, damit sie schneller durchschlafen können.

Speaker 0: Und wenn Sie heute eine Sache nochmal anders machen würden, meinte ich auch würde Sie das nicht so machen weil man heute ja auch viel darüber schon weiß dass es eigentlich voll wichtig ist, dass Kinder sofort das Gefühl haben sind in Sicherheit nicht in dieser Panik und diese Angst alleine gelassen werden, sondern irgendwie im Familienbett schlafen oder nah an der Mama schlaven. Speaker 0: Aber klar wenn sie halt jede Nacht nur noch so drei Stunden schläft das macht ja auch was mit der Psyche.

Speaker 0: also das ist ja ein Schlafentzug der sich so krass auf deine mentale Gesundheit auswirken kann. Speaker 0: Das ist schon echt eine Ausnahmesituation. Speaker 1: Ja und ich bewundere immer alle Mütter weil Ich hab immer das Gefühl, als Mutter kennst du eigentlich nur alles falsch machen. Speaker 1: Weil es zig Theorien gibt wie du was machen solltest und wenn du das machst ist das falsch und das ist auch falsch. Speaker 1: Und Speaker 0: ich glaube es wird dann auch null sich mit anderen zu unterhalten wo dann alle so sind... Also unser Schläf voll gut Speaker 1: jetzt!

Speaker 1: Ja Speaker 0: genau ja. Speaker 0: also ich glaub man darf das auch erstens nie so ganz glauben weil man erzählt es wahrscheinlich auch selber sehr schnell sehr gerne dass alles super toll läuft um sie das auch vielleicht ein bisschen einsfrieden selbst. Speaker 0: Aber auch wenn ich mich mit den jungen Menschen unterhalte, sind die vollhaft so echt super gut. Speaker 0: Also der Schlaf ist gar kein Thema und ich denke mir so Gott bei mir wird's safe nicht so aber mir wird es safe ein Thema.

Speaker 0: warum sollte das am Schnürchen laufen? Speaker 1: Ja auf jeden Fall glaube ich nicht einfach. Speaker 1: also großen Respekt an alle Mamas und Lindsay merkt das auch. Speaker 1: in einem anderen Eintrag heißtes Ich habe jeden Tag das Gefühl zu ertrinken Und circa zwei Monate vor der Tat schreibt sie, ich sehe nämlich so sehr nach einer geistigen Auszeit von der Fürsorge für alle anderen. Speaker 1: Dass mein Verstand versucht mir eine körperliche Krankheit einzureden und ich leide inzwischen unter schrecklicher Schlaflosigkeit und Angstzuständen die Depression auslösen.

Speaker 1: Ich habe keinen Appetit! Speaker 1: Ich weiß nicht was mit mir los ist? Speaker 0: Ja, super krass. Speaker 0: Also du hast jetzt hier auch nochmal ein Foto mitgebracht von einem Iran-Utiz Bücher. Speaker 0: Das ist einen Eintrag vom zweiten Dezember dritten december und vierten december. Speaker 0: Und am zweiten december schreibt sie dass irgendwie die medikamente nehmen musste und wieder Super lange wach war. Speaker 0: also sie schreibt ja hier irgendwie von Viertel nach neun bis viertel Nach zwei war sie wach und dann wieder von vier ufemvierzig bis fünf Uhr, fünfzehn wach.

Speaker 0: Also hat so ein bisschen ihre Schlaf auch sich notiert. Speaker 0: und am nächsten Tag, da wird es dann ja noch mal richtig krass schreibt sie ja dass Sie da hat sie auch wieder das Medikament genommen was ihr eigentlich gegen die depressive Gedanken helfen sollte und hatte aber trotzdem wie sie aufschreibt Suicidal Thoughts All Day Also die ganzen Tag Speaker 1: lang Speaker 0: suizidale Gedanken. Speaker 0: Und sie schreibt sogar, dass sie nachts aufgewacht ist with suicidal ideation also mit Ideen für Insuizid.

Speaker 1: Ja und zu dieser Zeit erzählt sie sowohl den Psychiatern als auch ihrer Familie von ihren Suizidgenaten. Speaker 1: Auf die Frage ob Sie planen diese Gedanken in die Tat umzusetzen antwortet sie mit Nein. Speaker 1: Hilfe bekommt sie trotzdem nicht. Speaker 1: Lindsay ruft nachgewiesen einige Male bei Suizithotlines an Und sie geht in die Notaufnahme. Speaker 1: Aber dort wird ihr immer gesagt, dass Ihr Zustand nicht kritisch genug sei um Sie da zu behalten.

Speaker 1: Lindsay wird immer wieder weggeschickt! Speaker 0: Das finde ich so krass. Speaker 0: also wenn jemand so häufig Solizitgedanken äußert bei der Hotline-Anruft selber dorthin geht und von Solizidgedanken spricht dann ist das doch Ein absolutes Signal dafür, dass sie da behalten werden sollte. Speaker 0: Dass ihr geholfen werden muss. Speaker 0: Weil das einzige was bisher noch nicht eingetreten ist, dass die sagt ja ich führe dich gleich aus!

Speaker 0: Das ist das Einzige aber... Sie ist so nah dran und die zu haben überhaupt schon ist so ein Alarmsignal. Speaker 1: Ja und das ist auch nicht alles. Speaker 1: Einen Monat vor der Tat im Dezember-Zweißen-Zweiundzwanzig hat sich auch Gedanken in ihren Kindern etwas anzutun. Speaker 0: Und woher weiß man das jetzt? Speaker 0: Also hat sie das sogar auch in ihren Tagebüchern aufgeschrieben. Speaker 1: Nee, noch viel Dollar! Speaker 1: Sie kommuniziert das sogar gegenüber Patrick und ihrer Mutter und vor Gericht erinnert sich Patrick auch an diese Zeit.

Speaker 0: Also Patrick erzählt, dass irgendwie ihre Eltern vorbeikam. Speaker 0: Und an diesem Tag hat er dann irgendwann Lindsay entscheidend gefragt ob sie das Gefühl hat, dass man sie von ihren Kindern fernhalten muss und sie hat es dann aber verneint und für ihn war's insgesamt sehr verwirrend weil Also, er hat ja anscheinend dieses Gefühl schon gehabt und sieht das auch gefragt. Speaker 0: Aber gleichzeitig hat sie irgendwie dann ne Minute später den Kindern das Mittagessen gemacht oder mit ihnen gespielt oder sie bettfertig gemacht oder was auch immer da gerade irgendwie anstand.

Speaker 0: also man hört hier einfach schon raus dass Patrick irgendwie voller Sorge war aber wahrscheinlich dann immer mal wieder so ein bisschen Normalität aufgeschnappt hat also einfach vom Alltag was gesehen hat und sich dachte wenn es ihr wirklich so schlecht ginge sodass sich irgendwie auch die Kinder vor ihr sichern sollte, dann wird sie jetzt nicht so fürsorglich, die noch ins Bett bringen. Speaker 0: Aber wahrscheinlich muss man irgendwie auch verstehen dass beides ein bisschen gleichzeitig existieren kann?

Speaker 1: Ja ich glaube es war für ihn einfach super schwer einzuschätzen und ihm mal wahrscheinlich auch bewusst das nehmen natürlich in der Mutter die Kinder weg zu nehmen. Speaker 1: sehr radikaler Schritt ist. Speaker 1: er macht sich aber sehr große Sorgen um seine Frau. Speaker 1: An Silvester ist Lindsay wieder wegen Suizidgedanken in der Notaufnahme. Speaker 1: Und dann bleibt sie Anfang Januar auf eigenen Wunsch ein paar Tage im psychiatrischen Krankenhaus.

Speaker 1: Am fünften Januar kommt sie zurück nach Hause, denn die Geburtstagsfeier von Tochter Cora steht zwei Tage später an. Speaker 1: Den Tagen darauf scheint sich aus Patricks Sicht ihr Zustand zu verbessern – sie wirkt glücklicher! Speaker 1: Die Familie verbringt eine schöne Zeit zusammen. Speaker 1: Sie machen Ausschlüge ins Museum und in Schwimmbad. Speaker 0: Ich find's so krass, dass die jetzt echt ein paar Tage an der Psychiatrie war, also selber sich da auch eingewiesen hat, also aktiv Hilfe gesucht hat, das man sie dann aber ja auch wieder entlassen hat.

Speaker 0: Also es muss ja dann anscheinend Ärzten nicht weiter aufgefallen sein. Speaker 0: Sie musste den Eindruck gemacht Speaker 1: haben, dass Speaker 0: sie schon klar kommt. Speaker 0: Und ich finds' auch so krasses, Kurz vor der Tat, die wird ja jetzt bald passieren. Speaker 0: So eine normale schöne Zeit noch haben. Speaker 0: ich finde es auch Wahnsinn dass sie an dem Tag noch Schneemänner gebaut haben. Speaker 0: also das macht glaube ich ne ganz große Angst auf Das.

Speaker 0: wenn man sich um den Menschen Sorgen macht Kennt man vielleicht ja eh mit Personen irgendwie mit psychischer Belastung Dass man einfach in dieser Sorge lebt und aber sich dann denkt ach wenn die Person das und das macht wenn die irgendwie schönes Wochenende hat oder so, dann ist schon alles gut. Speaker 0: Weil das wird's ja nicht haben wenn es eigentlich so schlecht geht und ich kann mir vorstellen dass es auch für Patrick so krasser danach auch Kontrollverlust ist weil er das Gefühl wahrscheinlich auch hatte dann wenn die in Schwimmbad gehen ist schon alle gut Speaker 1: Ja.

Speaker 1: Und dann kommt der vierundzwanzigste Januar. Speaker 1: An diesem Tag scheint Lindsay ein ihrer besten Tage seit lang zu haben. Speaker 1: Also du hast es ja gerade schon gesagt und Patrick erzählt das halt auch vor Gericht. Speaker 1: Deshalb macht er sich offenbar auch keine Gedanken, als Linzi ihn zum Essen holen schickt. Speaker 1: Was er nicht ahnt sobald er das Haus verlassen hat hört Linzi eine Stimme – einer männliche Stimme die plötzlich in ihrem Kopf auftaucht und sehr bestimmt ist dass es vor noch nie passiert.

Speaker 1: Die Stimme sagt Es sei Linzis letzte Chance die Kinder zu töten und sich dann selbst umzubringen ein Lindsay ihr nicht folgt, weder sie noch ihre Kinder jemals wieder sicher sein würden. Speaker 1: Ab diesem Moment beobachtet sich Lindsay wie von außen – sie fühlt sich wie eine Marionette die fremdgesteuert ist. Speaker 1: so berichtet sie es später einem forensischen Psychiater den die Verteidigung beauftragt hat. Speaker 1: Wären Sie Ihre Kinder stranguliert?

Speaker 1: Wiederholt die Stimme in Ihrem Kopf immer wieder diesen Einsatz. Speaker 1: Das ist deine letzte Chance. Speaker 1: Du musst deine Kinder töten, bevor du dich selbst tötest. Speaker 0: Okay das finde ich jetzt so eine Szene... Ich glaube die kann man von außen einfach niemals nachvollziehen also natürlich nicht und die finde ich selber als auch so schwer zu hören und mir irgendwie auch sogar vorzustellen. Speaker 0: Also man weiß ja auch zum Beispiel dass Strangulationen eine Art ist zur Töten die sehr lange dauert.

Speaker 0: also du brauchst viel länger als man vielleicht so kurz denken würde, wenn man's im Film sieht. Speaker 1: Ja also es wird schon vermutet dass sie mindestens vier Minuten pro Kind gebraucht hat. Speaker 0: Das finde ich so heftig. Speaker 0: und dann auch das dreimal zu machen und nicht so denken irgendwie oh Gott was tue ich hier? Speaker 1: Dass Speaker 0: da nicht so ein rationaler Gedanke mal rein schießt an Oh Gott mein Mutterinstinkt oder sowas.

Speaker 0: Also Speaker 1: ja das war für mich glaube ich auch so einen Moment der einfach sehr schwer vorstellbar war weil Wenn du jemanden erschießt, geht das relativ schnell. Speaker 1: Aber Strangulation bist so nah an deinen Kindern dran die werden sich gewährt haben um sich getreten haben. Speaker 1: Also sie hat die Kinder zwar alle nacheinander in den Keller geholt also es hat jetzt kein Kind irgendwie zugeguckt wie dass einem anderen kind passiert ist.

Speaker 1: aber Es ist ja bei jedem kind dann wieder Die erneute Entscheidung gewesen dieses kind zu holen und diese stimme muss ja so dominant gewesen sein dass wirklich jede Stimme der vernunft komplett ausgeblendet wurde. Speaker 1: Das ist für mich auch echt ... sehr schwerer Teil dieses Speaker 1: Falls.". Speaker 0: Also, ja... Ich verstehe natürlich, wenn man sich das vorstellt und das hört, verstehe ich schon die Staatsanwaltschaften und den eigenen Kindern es anzutun, die Schmerzen zu sehen, den Todeskampf zu sehen.

Speaker 0: Wenn du dir überlegst, als würdest du einen Menschen antun oder einem, sag' ich mal im Wesen, dass du liebst? Speaker 0: Also in mir, ich würde eher mir was antun, aber es hat sie dann ja auch getan. Speaker 0: Man will ja eigentlich alles dafür tun, dass genau so was verhindert wird. Speaker 0: Man will alle dafür tun das niemals den Menschen die man liebt überhaupt wehgetan wird und dann ist man das selber. Speaker 0: Das ist schon der Teil, der ist unvorstellbar einfach.

Speaker 0: Und da ist es irgendwie klar, dass da halt ganz viel Abneigung gegenüber dieser Frau existiert. Speaker 0: Ich kann auch dann glaube ich verstehen wenn Leute sagen Ja okay, jetzt behauptet sie halt im Nachhinein. Speaker 0: Das war eine Stimme und dann hat die Stimme die Verantwortung. Speaker 0: aber die war einfach da plötzlich genau an dem Tag nur in dieser Zeit. Speaker 0: also es wirkt so ein bisschen konstruiert. Speaker 0: dann vielleicht für einige ja Speaker 1: ist es einfach ein Schockierendes Verbrechen uns das auch einfach sehr schwer zu begreifen.

Speaker 1: direkt nach der Tat verstummt dann die Stimmer Sie verschwinden da einfach. Speaker 1: doch der Auftrag ist für Lindsay klar Sie muss sich selbst umbringen. Speaker 1: Sie fügt sich die Schnitte zu und lässt sich aus dem Fenster Speaker 1: fallen.". Speaker 1: Als sie im Krankenhaus widersprechen kann, ruft sie ihren Mann an – und erzählt ihm von der Stimme. Speaker 1: Eine Seelsaugerin, die an diesem Tag bei ihr ist, spricht vor Gericht über diese Zeit Speaker 0: Okay.

Speaker 0: Also diese Seelsorgerin, die bei ihr ist in den Taten nach der Tat erzählt das ja eben und zu deiner Zustands sehr neutral war. Speaker 0: Ich finde das zeigt vielleicht schon mal dass sie noch nicht so ganz begriffen hat was passiert ist. Speaker 0: also du wärst ja nicht Neutral. Speaker 0: Sonst hat auch kaum Regung gezeigt. Speaker 0: das wird euch auch sehr auffällig. Speaker 0: Und das erste was sie gesagt hat es natürlich auch sehr aufhällig weil die Seelsorgerin erinnert sich noch ganz genau das Erste was sie zu ihr gesagt hat.

Speaker 0: Die haben davor schon so ein bisschen gebetet. Speaker 0: Und als sie dann irgendwie noch mal zu ihr kam und ihre Hand gehalten hat, um sie zu trösten, hat Lindsay zu ihr gesagt ich bin so froh dass meine Kinder in Sicherheit sind. Speaker 1: Ja total weird ne? Speaker 1: Weil sie hat die ja umgebracht also... Speaker 0: Sie leben halt nicht mehr! Speaker 0: Und die Seelsorgerin anfordte dann sehr wie sie sagt aus theologischer Sicht Jarlin sie deine Kinder sind sicher Sie sind sicher im Himmel bei Gott.

Speaker 0: Währenddessen haben die Hände gehalten und gebetet. Speaker 0: Da weiß ich ihm nicht, was sich davon halten soll. Speaker 1: Ja, ich find's auch schwierig weil... Also sie hat halt ihre Kinder schon umgebracht ne? Speaker 1: Und dann halt so ein bisschen zu sagen ja also fast sagt es ja du hast alles richtig gemacht! Speaker 1: Also fast sagt sie ja so, ja die sind jetzt sicher, die sind hier jetzt bei Gott aber... Ich würde sagen, diese Kinder sind absolut nicht sicher.

Speaker 0: Ich frag mich auch so ein bisschen was man hätte antworten sollen. Speaker 0: also ist Lindsay da immer noch in so einem verwirrten Zustand? Speaker 0: Also ist sie noch im Ausnahmezustand dass ihr das gar nicht alles begreift? Speaker 0: Was würde Sie heute sagen oder ist das für Sie eine Art Rechtfertigung? Speaker 0: Also ich bin so froh, dass ich es durchgezogen habe und die jetzt wirklich bei Gott sind. Speaker 1: Ja, ich hab auch ein komisches Gefühl von dieser Aussage.

Speaker 1: Aber sie unterstützt auf jeden Fall die Version der Verteidigung, dass Lindsay sich zum Tatzeitpunkt in einem psychischen Ausnahmezustand befunden hat Speaker 0: und auch noch den Tagen danach oder? Speaker 1: Ja. Speaker 1: Lindsay ist Verteider zeigen im Prozess auf wie sehr Lindsay versucht hat Hilfe zu bekommen. Speaker 1: Das finde ich auch total wichtig in diesem Fall weil irgendwie bei mir kam schon auch der Gedanke auf so wir erzählen hier so viele Geschichten über Verbrecher auch über Männer zum Beispiel, die ihre Familien ermordet haben.

Speaker 1: Die wir immer auf Schwerste verurteilen, obwohl da teilweise ja auch psychische Vorerkrankungen vorhanden sind. Speaker 1: aber ich glaube was man wirklich bei Lindsay denken muss ist dieser Faktor. Speaker 1: sie hat versucht Hilfe zu bekommen Speaker 0: und auch so oft. Speaker 1: Ja und das muss hier einfach angerechnet werden obwohl es natürlich also für mich entschuldigt nicht seine eigenen Kinder ermordete zu haben. Speaker 1: Die Ärzte haben aber nur ihre Symptome, also Schlafstörungen, Angstzustände und Depressionen behandelt statt der Ursache auf den Grund zu gehen.

Speaker 1: Es ist so nie ein einheitliches Diagnosebild entstanden. Speaker 1: Stattdessen hat Lindsay innerhalb von vier Monaten dreizehn psychiatrische Medikamente genommen und sei damit übermedikamentiert gewesen, erklärt er Speaker 1: Verteidiger.". Speaker 0: Man würde ja vielleicht erst mal einen Medikament über den längeren Zeitraum ausprobieren, wenn man merkt das hat Nebenwirkung oder funktioniert nicht. Speaker 0: Testet man anderes aber dreizehn in vier Monaten?

Speaker 0: Das hätte irgendwie jemandem auffallen müssen. Speaker 0: also es kann ich mir nur so erklären dass das irgendwie unabgesprochen von unterschiedlichen Personen gleichzeitig verschrieben wurde und dann nie so richtig mal drauf geschaut wurde auf das Gesamtbild. Speaker 1: Ich verstehe da auch diese Kritik am Gesundheitssystem, vor allem in Amerika. Speaker 1: Weil ich kenne das schon von ... Ich hab ja eine Gastfamilie in Amerika mit denen ich noch enger im Kontakt bin und aus dem Umfeld höre ich auch immer sehr dass im amerikanischen Gesundheitswesen v.a.

Speaker 1: einfach super viele Medikamente verschrieben werden. Speaker 0: Also gerade auch Medikamenten gegen Angst oder depressive Verstimmung werden viel schneller genommen. Speaker 0: also Leute, also so viele Leute die einfach sagen ja das ist mein Medikament. Speaker 0: Ich hab manchmal so ein bisschen Social Anxiety, da nehme ich davor immer noch so eine Berührungstablette und ich denke so... Speaker 1: Der Umgang ist damit auf jeden Fall viel lockerer und wie gesagt es werden weniger die Ursachen bekämpft sondern nur die Symptome Ja und lehnt sie jetzt sogar am Tag vor der Tat noch eine Handynotiz überarbeitet in der folgende steht Medikamente haben mir mein Mutter sein und meinen Leben geraubt.

Speaker 1: Und die Verteidigung sagt Folgendes über Lindsays psychische Gesundheit, sie soll sich am Tattag selbst in einer postpartalen Psychose befunden haben – das erkläre auch die Stimmen, die Sie gehört habe. Speaker 1: Sie habe ich mehr unterscheiden können was real- und richtig oder falsches. Speaker 1: Dadurch fordert die Veteidigung dass Lindsay für schuldunfähig erklärt wird. Speaker 1: Linzis Verteidiger sagt auch, sie lebt in ihrer eigenen Hölle.

Speaker 1: Sie weiß was mit diesen Kindern passiert ist. Speaker 1: Das ist eine junge Frau die sich gemeinsam mit ihrem Mann bemüht hat, die Hilfe zu bekommen, die sie brauchte. Speaker 1: Sie hatte kein Motiv – sie liebte ihre Kinder! Speaker 1: Das waren jetzt beide Seiten einmal die der Staatsanwaltschaft und einmal die werden dann die Schlussplädaviers gehalten. Speaker 1: Ein letztes Mal legen Staatsanwaltschaft und Verteidigung ihre Argumentationen da, versuchen die Jury von ihrer Version zu überzeugen.

Speaker 1: Danach besprechen sich die Geschworenen. Speaker 1: Zugleich diskutiert man in den USA ebenfalls über die Folgen, die dieses Urteil haben wird – und damit endlich auch über mentale Gesundheit nach der Geburt! Speaker 1: Das lenkt den Fokus auch auf Erkrankungen wie die Pospataleppsychose. Speaker 1: Um zu verstehen, was genau eine Postpartalpsychose ist, haben wir mit Dr. Speaker 1: Regina Schmidt gesprochen. Speaker 1: Sie ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie und arbeitet als Oberärztinnen an der Uniklinik Heideberg.

Speaker 1: Da leitet sie auch die Amulanz- und Peripartalesprechstunde. Speaker 1: Sie erklärt uns, was eine postpartale Psychose ist. Speaker 1: Psychosen sind ja grundsätzlich Erkrankungen, veränderten Wahrnehmung der Umgebung oder auch der Realität einhergehen. Speaker 1: Psychosen können einher gehen mit Halluzinationen, das heißt mit Stimmen hören und optischen Halluzziationen, dass man Dinge sieht die nicht da sind. Speaker 1: Dass man den Eindruck hat, man ist verfolgt, dass die Gedanken durcheinander gehen, dass sie Konzentration gestört Psychosen in verschiedensten Kontexten und es gibt eben auch die sogenannte Pospatalipsychose, die eben nach der Geburt im Wochenbett auftreten kann.

Speaker 1: Meistens ist der Verlauf relativ akut und die Patienten selber bemerken das oft gar nicht, dass sie in ein psychotisches Erleben rutschen. Speaker 1: Weil es macht eben auch Psychose aus, dass diese veränderten Wahrnehmungen nicht korrigierbar ist. Speaker 1: Also es heißt die Menschen sind davon überzeugt, dass Sie zum Beispiel verfolgt werden oder dass bestimmte Dinge in der Umgebung irgendwas bedeuten da gerade bei der postpartal Psychose es keine längere Protromalfase gibt.

Speaker 1: Das heißt, das fängt nicht irgendwie langsam an so dass man merkt man schläft schlechter hat Konzentrationsstörungen ist es eben eher so dass die Symptome oft recht akut auftreten oft auch mit Unruhe mit einer Agitiertheit und deswegen fällt es eigentlich häufiger der Umgebung auf als dem Patienten selber dass er gerade in einer Krisensituation steuert. Speaker 1: Regina Schmidt hat auch erzählt, das es extrem wichtig ist bei einer solchen Psychose sofort mit einer Behandlung zu beginnen weil Frauen dann häufig auch nicht mehr in der Lage sind ihre Kinder richtig zu versorgen.

Speaker 1: deshalb spielt auch das Umfeld eine entscheidende Rolle. Speaker 1: die Expertin hat uns erzählt worauf Angehörige achten sollen Immer wenn zum Beispiel starke Stimmungsschwankungen auftreten, verbunden auch mit Unruhe eine massive Schlafstörung. Speaker 1: Wenn plötzlich Verhaltensweisen auftreten die man nicht einordnen kann weil jemand sich zum Beispiel immer vervollt fühlt oder immer möchte dass alle Fenster und Türen geschlossen sind weil man denkt irgendwas könnte eindringen wenn jemand nicht mehr ist weil er zum beispiel bedenken hat es essen könnte vergiftet sein, wenn jemand sehr unkonzentriert ist.

Speaker 1: Wobei man eben gut gucken muss kommen diese Symptome denn dann auch zusammen? Speaker 1: weil diese einzelnen Phänomene auch mal Schlaflosigkeit Unkonzentriertheit viele Mütter im Wochenbett sind natürlich primär erstmal belastet angestrengt sind in er völlig neuen Situationen Und das gibt ja auch noch den sogenannten Babyblues, der ungefähr bei fünfzig Prozent der Frauen so in den ersten Tagen und Wochen nach der Geburtauftritte aber sehr rasch wieder vorbeigeht.

Speaker 1: Ich denke da muss man eben genau differenzieren und wirklich auch gucken welchen Stellenwert die Symptomatik hat. Speaker 1: Ich habe mich außerdem gefragt ob es Menschen gibt, die anfälliger für postpartale Psychosen sind? Speaker 1: Auch das hat uns Dr. Speaker 1: Regina Schmidt eingeordnet. Speaker 1: Es gibt natürlich eine erhöhte Empfindlichkeit an einer postpartalen Psychose zu erkranken, wenn man vorher schon auch ne andere psychische Erkrankung hatte.

Speaker 1: Wir wissen es gibt ein erhöhtes Risiko, wenn es vorher bipolare affektive Störungen gegeben hat oder im Vorfeld auch schon mal ne psychotische Ererkrankung. Speaker 1: Ich möchte Dr. Speaker 1: Schmidt nochmal für ihre Zeit und Ihre Expertise zur postpartalen Psychose danken. Speaker 1: Kommen wir jetzt aber zurück zum Fall Linzi Clancy. Speaker 1: Wir wissen ja bereits, dass Linzi vor der Tat bei vielen Ärzten war. Speaker 1: Sie hat sich auch Anfang Januar freiwillig in ein psychiatrisches Krankenhaus einweisen lassen und dort wurden auch Hinweise auf Bipolarität festgestellt.

Speaker 1: Die gleiche Diagnose stellen auch diverse Gutachter im Gerichtsprozess. Speaker 0: Das ist ja nicht so sehr krass, dass dahinweise darauf festgestellt wurden. Speaker 0: Weil das würde nochmal ganz viel einordnen – wir haben ja schon häufiger hier Fälle besprochen Speaker 1: wo Speaker 0: tatsächlich eine bipolarische Störung vorliegt was natürlich muss man natürlich auch immer ganz klar dazu sagen ganz viele Menschen haben und natürlich hat es auch nichts damit zu tun, dass man am Ende irgendwie Themen an einem Kriminalfall wird.

Speaker 0: Aber es könnte auf jeden Fall schon mal ihre krassen Extreme erklären, weil genau das macht eine bipolare Störung auch aus. Speaker 0: Man schwankt zwischen eigentlich zwei Extremen. Speaker 0: die können dann auch unterschiedlich oft auftreten. Speaker 0: also das ist von Person zu Person unterschiedlich. Speaker 0: aber auf jeden fall wechselt sich quasi die depressive Phase mit der malischen Phase ab und die depressive Phase hat diese Symptome die man ja auch von der Depression halt einfach kennt.

Speaker 0: Antriebslosigkeit hoffnungslosigkeit sehen wir ja auch ganz klar bei Lindsay in ihrem Leben. Speaker 0: Ich finde vor allem spannend jetzt hier die manische Phase, weil die wird oft in Verbindung gebracht mit einer krassen Euphorie, mit einem gesteigertem Antrieb. Speaker 0: teilweise schlafen die Menschen auch sehr wenig und wenn es so ganz extrem auftritt, dann kann das tatsächlich auch einhergehen mit Warenvorstellungen, mit Halluzination also tatsächlich auch diese psychotischen Symptome Tatsächlich könnten die auch in der depressiven Phase auftreten.

Speaker 0: Wir hatten das schon häufiger hier, gerade auch bei Cold Case ist wo man nicht weiß was passiert ist. Speaker 0: also du hast ja zuletzt den Fall erzählt von der jungen Niederländerin in Uganda. Speaker 0: wir hatten früher auch schon mal eine Folge von einem Mann der vom hoch aus gesprungen ist und dachte er könnte fliegen. Speaker 0: Das sind halt diese krassen Extremer. Speaker 0: Also da ist kein logisches Denken mehr vorhanden und wenn bei Linseet tatsächlich Hinweise auf eine Bipolarität festgestellt wurden, dann also das erklärt natürlich total viel und es macht auch dieser vielen Medikamente die der so durchgetestet wurden eigentlich noch gefährlich.

Speaker 0: ja weil da braucht man einen ganz klaren Fahrplan eigentlich. Speaker 1: Ja und eine Postpartale Psychose betrifft circa eine von ein tausend Geburten. Speaker 1: ich finde schon mehr als ich gedacht habe. Speaker 0: Auf jeden Fall. Speaker 1: Und unter einer postpartalen Depression, die umgangssprachlich auch Wochenbettdepression genannt wird leidet hingegen jede siebte Mutter nach der Geburt. Speaker 0: das finde ich so krass. Speaker 0: also glaube da ist auch wichtig dass man jetzt nicht denkt dass es irgendwie dann bei jeder siebten frau so ganzer Lebensabschnitt.

Speaker 0: Es kann beinigende Woche sein, es kann bei einigen Monaten sein, das kann länger sein und direkt nach der Geburt passieren aber es kann auch in den Monaten später erst passieren. Speaker 0: Das finde ich so krass und so wichtig zu wissen dass irgendwie das halt ja so viele Frauen betrifft und auch gesellschaftlich so ein unerforschtes Thema weiterhin ist. Speaker 0: und wir denken halt Frauen kommen dann wieder nach ein paar Wochen oder Monaten zurück im Beruf Ja, also es ist vielleicht einfach nicht möglich.

Speaker 0: Ich finde das einfach echt richtig erschreckend auch wie wenig Hilfsangebote und wie wenig Aufklärung es genau über dieses Thema einfach gibt. Speaker 1: Auf jeden Fall! Speaker 1: Man muss natürlich sagen eine Postpartalpsychose ist im Vergleich relativ selten. Speaker 1: Im Fall Lindsay Clancy glauben sowohl ihr Ehemann als auch ihr Verteidiger daran dass sie davon betroffen war. Speaker 1: Und damit sind Sie nicht allein. Speaker 1: Es gibt hundorte Supporter die sich hinter Lindsay stellen.

Speaker 1: Es sind vor allem Frauen und Mütter, die sich jetzt mit Linzi zolidarisieren. Speaker 1: Und dafür kämpfen das psychische Erkrankungen von Müttern endlich ernst genommen und besser erforscht werden. Speaker 1: Also ich muss sagen, dass finde ich auch total gut und super wichtig. Speaker 1: Ich glaube eh, dass es viel mehr Aufmerksamkeit darauf braucht was Mütters eigentlich leisten also was es bedeutet einen Kind zu kriegen. Speaker 1: Das ist total wichtig Sie da einfach den Support kriegen, denen sie brauchen.

Speaker 1: Und wir kennen das ja in der kompletten Medizin. Speaker 1: leider dass gerade so Krankheiten die nur Frauen betreffen super unerforscht sind. Speaker 1: Ein Beispiel Endometriose was einfach jahrelang nicht erkannt wurde weil es halt also einfach nur eine Frauenkrankheit ist und Männer das einfach jahr lang vernachlässigt haben in der Medizin. Speaker 1: Deswegen, ich finde das so ein wichtigen Punkt dass man sagt okay lass uns diesen Fallen nehmen der so ins Extreme gegangen ist um die Ursache zu bekämpfen nämlich dass wir solche psychischen Erkrankungen schnell genug erkennen und dann auch richtig behandeln können.

Speaker 0: ja und ich find' das es so auch dann. Speaker 0: irgendwie Sag ich mal das Gute an dieser Debatte um den Fall, dass man einfach darüber spricht. Speaker 1: Es wird aber schon sehr extrem in diesem Fall. Speaker 1: Also hunderte Frauen stehen jetzt vor dem Gerichtsgebäude. Speaker 1: Sie tragen pink T-Shirts mit Ausschriften wie Stand In Peace for Lindsay. Speaker 1: Viele von ihnen haben selbst eine Wochenbettdepression oder eine postpartale Psychose erlebt und erfahren Wie schwierig es ist Hilfe zu bekommen.

Speaker 1: Eine Supporterin sagt beispielsweise wir sind nicht hierher gekommen um zu protestieren zu demonstrieren zu schreien oder darüber zu sprechen, was sich hinter den Mauern des Hauses der Familie Clancy abgespielt hat. Speaker 1: Wir sind hier um eine einzige Botschaft zu vermitteln – es darf nicht erst eine Tragödie bedürfen, damit die Menschen beginnen, der psychischen Gesundheit Beachtung zu schenken. Speaker 1: Konkret fordern sie unter anderem dass die Diagnose Pospartalepsychose ins amerikanische DSM also das Diagnostische und Statistische Manual Psychischer Störungen aufgenommen Speaker 1: wird.".

Speaker 1: Das fordern Fachleute und Betroffene übrigens schon länger. Speaker 1: Vinzys Fall hat den ganzen nun neuen Auftrieb gegeben, durch die Aufnahme ins DSM soll die Erkrankung schneller erkannt, besser erforscht und gezielter behandelt werden können. Speaker 1: Im Moment müssen Ärzte eine solche Psychose über andere Kategorien abbilden – sie also beispielsweise als bipolare Episode oder psychotische Erkrankung mit Bezug zur Geburt definieren.

Speaker 1: In Deutschland ist das übrigens anders! Speaker 1: Hier ist die postpartale Psychose als eigenständige, schwere psychische Erkrankung anerkannt. Speaker 1: Sie wird als medizinischer Notfall eingestuft und es auch in der Rechtsprechung als Krankheitsbild fest verankert. Speaker 1: Das heißt wenn eine Frau im Rahmen einer unerkannten oder unbehandelten postpartalen Psychose eine schwere Straftat begeht, wird ihr Zustand in der Regel von Gerichten als schuldunfähig oder vermindert schuldfähig Speaker 1: anerkennt.".

Speaker 1: Und ich finde das auch alles total wichtig und finde total gut, dass diese Diskussion stattfinden. Speaker 1: Und genau dafür zeigen ja auch Tausende Frauen auf Instagram, TikTok und Facebook ihre Solidarität mit Lindsay. Speaker 1: Ja aber ich muss sagen, diese Solidarität geht an einigen Stellen für mich auch bisschen zu weit – Ich weiß selbst nicht so ganz was ich davon halten soll! Speaker 1: Also es gibt sehr viele Videos, wo Frauen ihre Kinder im Arm halten.

Speaker 1: Die weinen und dabei lesen sie die Texte von Lindsay wie vor Gericht vorgelesen worden. Speaker 1: Und dann steht zum Beispiel in der Caption same-linsie-same. Speaker 1: Also die Frauen wollen damit halt zeigen dass sie sich mit Lindsay identifizieren können. Speaker 0: Gleich wollen Sie auch irgendwie provozieren und halt zeigen... Speaker 1: Nee ich glaube das ist eine Solidarität. Speaker 1: also man will irgendwie zeigen. Speaker 1: ja Also die Frauen wollen zeigen, sie hatten selber auch Erfahrungen mit Pospartalen und Psychosen nach der Geburt.

Speaker 1: Und halt auch wie schwierig das ist Hilfe zu bekommen? Speaker 1: Wie schwierig es als Mutter... Speaker 0: Das ist ja auch sehr gut! Speaker 0: Ich finde nur so same-lindsy-same dabei hast du dein Baby im Arm da wär ich. Speaker 0: so können wir mal genauer drauf schauen. Speaker 0: weil also sie hat am Ende einfach ihre drei Kinder getötet Nichts da, same-Lindsy Same. Speaker 0: Ja Speaker 1: Ich muss auch echt sagen, für mich geht das zu weit an ganz vielen Stellen.

Speaker 1: Ich finde es wichtig über die psychische Erkrankung zu sprechen, darauf aufmerksam zu machen und viel dafür zu tun dass Frauen mehr Hilfe bekommen aber erscheint wirklich gerade eine Art Trend of Tiktok zu sein Das Mütter zeigen, dass Lindsay Clancy eine von ihnen ist. Speaker 1: Also es gibt diese Videos wo Frauen sich mit ihren schreienden Kindern filmen Oder es gibt auch Videos, wo Frauen symbolisch Eiswürfel gegen Wände oder in Badewannen so schmettern.

Speaker 1: Warum? Speaker 1: Um ihre Wut zu zeigen und was sie eigentlich Speaker 0: machen Speaker 1: wollen würden wenn sie sich nicht zusammenreißen würden. Speaker 1: Oh Speaker 0: mein Gott! Speaker 1: Es gab zwei drei Videos die ich gesehen habe, die fand ich richtig schlimm. Speaker 1: also da musste ich richtig schlucken. Speaker 1: Ich würde das jetzt mal zeigen. Speaker 1: Da kippt eine Mutter, ihr Baby nämlich immer wieder Wasser übers Gesicht.

Speaker 1: Was? Speaker 1: Und sagt dann halt auch so same-lensy-same. Speaker 1: Nein! Speaker 1: Also ich gab aber auch viele der Mitter tun das auch um ... weil sie irgendwie wirklich auf ne absurde Art und Weise denken, dass die dadurch auf die Problematik aufmerksam machen. Speaker 1: Aber man hat halt bei einigen auch das Gefühl, dass sie wissen... also sie kriegen da durch Aufmerksamkeit. Speaker 1: Also da wird ja ne Kamera aufgestellt und dann wird es gemacht.

Speaker 0: Ich find' das ultra bedenklich. Speaker 0: Ich frag mich ob da nicht sogar vielleicht mal. Speaker 0: Also, kann man das bitte melden? Speaker 1: Das wurde gemeldet. Speaker 1: Das wurde zum Beispiel gemeldete aber es ist schon krass. Speaker 0: Boah ich bin gerade so schockiert... also das Video ist ja auch so was du jetzt gerade gezeigt hast. Speaker 0: die lächelt ja noch ein bisschen als sie einen Joke macht kippt dann im Baby mega oft Wasser über das Gesicht und schüttelt so den Kopf weil's das nicht haben möchte und darüber halt so same-linsy-same Nee, und danach hat sie da auch so dazugeschrieben.

Speaker 0: Manchmal möchtest du auch einfach Punkt-Punk-Punkt. Speaker 1: Ja... Also ich glaube die Frauen wollen damit halt irgendwie das so enttabuisieren darüber zu sprechen. Speaker 1: aber es kann doch nicht der richtige Weg sein dass du dein Kind vor eine Kamera hältst und ihm Wasser über das Gesicht kippst. Speaker 1: also mich macht das.. Ich finde das so grauenhaft! Speaker 1: Ich find das ganz ganz schlimm! Speaker 1: Also ich Speaker 0: finds auch total... Zweckend wertet.

Speaker 0: Also die Diskussion sollte darüber sein, ob man irgendwie Frauen besser unterstützt und... ...Ninzi ist dafür ein Aufhänger aber Linzi ist ja jetzt kein Vehikel das alle so schreiben. Speaker 0: Oh feel you! Speaker 0: Und Speaker 1: es gibt auch Speaker 0: eher so sehr, geht ja fast schon in so eine Richtung Fandom was er eht dass gefährlicher an True Crime is. Speaker 0: also wenn gewisse Täterinnen oder Täter von einigen gehypt werden, verehrt werden.

Speaker 0: Also das wirkt ja fast schon wie so ein ungesunder Kult. Speaker 0: Es ist um sie, Speaker 1: also es ist schon krass! Speaker 1: Es gibt auch schon Leute die sagen Danke Lindsay? Speaker 1: Nein! Speaker 1: Also danke dass du für uns auf dieses Thema aufmerksam gemacht hast und ich finde man vergisst einfach da...es sind drei Kinder gestorben. Speaker 1: Es gibt noch einen Video das ich gesehen habe wo eine Mutter man konnte nicht genau definieren ob sich wirklich getan hat oder ob sie nur so getan hat Heißes Wachs über die Hände ihrer Kinder gießt und dann, das hat sie gemacht.

Speaker 1: Sie hat auf jeden Fall vor der laufenden Kamera die Klamotten ihrer Kinder an den Rand gesteckt. Speaker 1: Nein! Speaker 1: Also es ist... Ich finde das das Schlimmste daran? Speaker 1: Ich bin jetzt bei TikTok in diesem Algorithmus gelandet. Speaker 1: Es ist ein Trend. Speaker 1: Es is' ein Trend gerade dass Mütter zeigen am liebsten ihren Kindern etwas antun. Speaker 1: Das Speaker 0: ist so gefährlich, es gibt ja eh immer so Trittbrettfahrer.

Speaker 0: deswegen ist es ja auch immer gar nicht so ungefährlich über Verbrechen aufzuklären. Speaker 0: oder deswegen gibt's ja auch den Codex dem Presse Codex das zum Beispiel Suizide intensiv besprochen werden in der Presse und nicht über jeden berichtet wird, weil das auch viel so nachahmer Effekte und so hervorruft. Speaker 0: Und das wirkt ja jetzt auch ein bisschen so. Speaker 0: Also es hat wirklich den Eindruck als ob die Lindsay als Vorbild nutzen da gerade.

Speaker 1: Ja, das ist spannend, dass du das sagst. Speaker 1: Es gibt gerade einen ganz aktuellen Fall wo darüber diskutiert wird, ob man das als Trippbrettfahrer-Fall sehen kann. Speaker 1: also die Verteidigung sagt nein Aber es geht gerade überall viral und deswegen wollte ich das schon noch mal mit auffassen. Speaker 1: Hast Speaker 0: jemandes nachgemacht? Speaker 1: Eine Frau aus Illinois, Corey Walsh, hat am ersten September im Jahr zweijährigen Sohn getötet.

Speaker 1: Und gegenüber Ermittlern soll sie gesagt haben, Sie habe ihn getötete weil sie glaubte er sei der Teufel beziehungsweise der Antikrist. Speaker 1: Auch sie sollen eine psychotische Episode gehabt haben. Speaker 1: Gruselig ist allerdings ... dass Corrie Walsh den Prozess von Lindsay Clancy superintensiv verfolgt hat. Speaker 1: Und auch so eine WhatsApp-Gruppe hatte, wo sie immer da mit Freunden drüber geschrieben hat und in die hat sie auch noch wenige Stunden vorgeschrieben über den Fall von Lindsay.

Speaker 1: Oh, good Speaker 0: God! Speaker 1: Also das ist jetzt wirklich ... wir können es euch nicht richtig einordnen, da gibt's auch keine Beweise dafür, dass sich jetzt irgendwie sich Lindsays Fall als Vorbild genommen hat. Speaker 1: Aber man fragt sich halt wirklich, ob diese Heroisierung die gerade bei Lindsay stattfindet. Speaker 1: Also ob das jetzt der richtige Weg ist? Speaker 1: Ich finde es schon schwierig! Speaker 1: Es gibt noch eine Sache, die gerade das Internet dominiert und die ich auch wirklich super kritisch sehe.

Speaker 1: Es gibt nämlich eine Theorie – ich glaube wir können sie Verschwörungstheorien nennen – Linzi hat ihre Kinder gar nicht ermordet, sondern es war ihr Mann Patrick. Speaker 1: Er habe Linzi unter Drogengesetz sie aus dem Fenster gestoßen und ihr dann die Morde angehängt. Speaker 1: Dafür ... Patrick? Speaker 1: Ja der war ja eigentlich auch nicht da. Speaker 1: das haben wir auch die Kameras aufgezeichnet. Speaker 1: also er hat einen Alibi aber...

Speaker 0: Das ist wahrscheinlich eher so ein Theorie jetzt im Interesse besprochen wird oder? Speaker 1: Aber die Leute Analysieren Lincies Körper Temperatur, ihre Apple Watch, Patricks Verhalten. Speaker 1: Was die Leute super kritisch finden ist das zum Beispiel Lincies DNA nicht auf den Fitnessbändern gefunden wurde. Speaker 1: Das wurde aber vor Gericht erklärt. Speaker 1: es soll daran liegen dass einfach keine eindeutige DNA festgestellt wurde weil diese Fitnessbänder so viel angefasst wurden.

Speaker 1: dann was auch komische sagen einige Nutzer, ist das Linzis Körpertemperatur sehr kalt war. Speaker 1: So als hätte sie da schon viel länger gelegen, als es eigentlich hieß. Speaker 1: und das sind alles so Sachen die halt von Hobbydetektiven auf TikTok analysiert werden und es gibt sogar Wahrsagerinnen, die sich damit einmischen und die live auf TikTok so eine Sion halten und die verstorbenen Kinder befragen was wirklich passiert ist. Speaker 0: Oh Gott!

Speaker 0: Es geht einfach also... Speaker 1: Ja Speaker 0: Ich finde ja, sich auszutauschen auf Social Media und mit seinen Freunden in Kontakt zu sein oder vielleicht auch ein paar Leuten zu folgen, die einen inspirieren. Speaker 0: Das sind so die guten Seiten an Social Media. Speaker 0: aber das sind alles die Parts, die ich daran hasse. Speaker 0: also... Das muss ja auch so schrecklich sein für Menschen, die selber mein Kind verloren haben oder Menschen aus Linziges Umfeld, Menschen aus der Familie, die jetzt mitbekommen dass sich irgendwelche Wahrsagerinnen im Internet darüber austauschen ob nicht vielleicht sogar der Ehemann daran Schuld war.

Speaker 0: Und es gibt irgendwie keinerlei Beweise, die halt wirklich die Behörden dafür sammeln konnten? Speaker 1: Ja ich glaube das kommt auch einfach daher, dass irgendwie das Internet so viel Mitleid mit Lindsay hat und eigentlich nicht will, dass sie eine Täterin ist. Speaker 1: aber ich möchte das hier nochmal ganz doll betonen. Speaker 1: Ich habe mir das natürlich auch angeschaut Aber es gibt keine Beweise dafür, dass Patrick an der Tötung der Kinder oder an Lindsay Sturz beteiligt war.

Speaker 1: Seine Wege an diesem Abend wurden durch Überwachungskameras und Telefondaten bestätigt. Speaker 1: Und ich glaube, der entscheidendste Punkt ist Linzi selbst sagt genauso wie ihre Verteidigung sie habe die Kinder getötet. Speaker 1: Und das ist echt der Moment wo ich mich frage müssen wir dass diesen Mann wirklich auch noch antun? Speaker 1: Also er hat seine drei Kinder verloren. Speaker 1: Der hat seine Frau immer unterstützt tut es jetzt auch noch im Prozess.

Speaker 1: Der hat auch irgendwie seine Frau damit verloren und diese ganz schreckliche Tarte erleben müssen. Speaker 1: Und es gibt auch so Videos, wo er halt überall gefilmt wird, wohin geht? Speaker 1: Und Leute sagen so hier ist der Täter und schaut ihn euch an, so lebt da jetzt sein Leben! Speaker 1: Ich finde das schon richtig extrem. Speaker 1: Also ich find's richtig krass, was der gerade erlebt ist wirklich richtig schlimm. Speaker 1: Und ich hab heute morgen noch ein Interview gesehen, wo der Anwalt von Lindsay ... interviewt wird und tatsächlich wird er dazu befragt, dass Lindsay dazu denkt das das Internet ihren Mann beschuldigt.

Speaker 1: Und da sagt der Anwalt nur, also dass Lindsay das auch ganz schlimm findet weil die beiden haben sich geliebt und er hat sie immer unterstützt und jetzt kriegt ihr halt auf einmal diesen Hass ohne... Also es wurde nie ein Prozess aufgemacht! Speaker 1: Das ist einfach eine Internettheorie. Speaker 0: Ja, man sieht ja, dass das Internet hier auch in unterschiedliche Extremes geht. Speaker 0: Also es gibt wahrscheinlich jetzt genauso gut diese sehr konservative Seite oder vielleicht sogar rechtskonservative Seite die jetzt sagt da seht ihr mal was wie unsere Frauen heutzutage sind also was man ja häufiger dann von rechts außen hört.

Speaker 0: Frauen müssen sich wieder an den traditionellen Werten orientieren und die drehen alle durch, guckt doch mal was sie tun und dann gibt's auf einmal auch dann die ganz andere Seite. Speaker 0: Und dann feiern die halt Lindsay mega ab! Speaker 0: Das bedingt sich natürlich gegenseitig also dass beide Seiten sich sehen und so sind. Speaker 0: ihr ignoriert die Probleme, die wir haben nach Geburten, die wirklich real sind, was ja so ist? Speaker 0: Die andere Seite sagt okay und ihr macht Videos darüber.

Speaker 0: same Lindsaysame. Speaker 1: zeigt das auch mal wieder die Extreme in Amerika, weil es geht wirklich einfach in beide Seiten viel zu extrem rein. Speaker 1: Also es gibt auch Leute auf Social Media, die sagen dass der Feminismus an einen Schuld sei. Speaker 1: Die sagen Frauen seien grundsätzlich gefährlich, dass dieser Fall beweisen würde, dass Frauen sich nicht unter Kontrolle haben, dass sie aufgrund ihrer Hormone nicht in der Lage sind vernünftig Entscheidungen zu treffen.

Speaker 1: Es gibt auch Wenn Lindsay jetzt hier für schuldundfähig erklärt wird, zeigt das eigentlich nur dass zum Beispiel Frauen nach der Geburt nicht mehr als Polizistinnen arbeiten dürften. Speaker 1: Weil sie dürften keine Waffen mehr tragen weil sie ja unberechenbar sind. Speaker 1: also es wird wirklich in jeglicher Hinsicht in das absolute Extrem gezogen und die Diskussion nimmt ungeahnte Ausmaße an. Speaker 1: jeder scheint in diesem Fall einfach eine Meinung zu haben.

Speaker 1: aber am Ende zählt das Urteil der Jury. Speaker 1: Sollte Linzi tatsächlich wegen Mordes verurteilt werden, drohte eine lebenslange Haft ohne Bewährung. Speaker 1: Solltet sie jedoch nicht schuldig gesprochen werden, dürfte sie in naher Zukunft trotzdem nicht wieder in Freiheit sein. Speaker 1: Stattdessen würde sie auf unbestimmte Zeit in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht werden. Speaker 1: Doch dieses Urteil rückte vergangenen Woche am vierten September, erst mal in die Ferne.

Speaker 1: Denn die Frage ob Linzi schuldlich oder schuldunfähig ist schwaltet auch die Geschworenen vor dem Plymouth Superior Court. Speaker 1: Nach den Schlussplädoyers berät sich die Jury fast vierzig Stunden lang, doch sie kommen zu keim. Speaker 1: ein deutigen Ergebnis. Speaker 1: Am Ende glauben alle bis auf einen Geschworenen an Lindsays Schuldunfähigkeit. Speaker 1: Doch weil das Urteil damit nicht einstimmig gefällt werden kann erklärt der Richter den Prozess für gescheitert und vorerst beendet.

Speaker 1: Das nennt man so genannten Mistrial – Ein Fehlprozess. Speaker 1: Es gibt damit weder ein Freispruch noch eine Verurteilung. Speaker 1: Das Verfahren fällt im Wesentlichen auf den Stand vor dem Prozess zurück, die Anklage bleibt bestehen und Lindsay Clancy bleibt vorerst in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht. Speaker 1: Die Staatsanwaltschaft kann den Fall noch einmal vor Gericht bringen – die An Klager zurückziehen oder sich mit der Verteidigung einigen.

Speaker 1: Wahrscheinlich wird sich dann eine neue Jury mit der Frage beschäftigen… ist Lindsay schuldig? Speaker 1: oder nicht schuldig. Speaker 1: Wir werden euch natürlich hier und auch auf unserem Instagram-Account Mod of X Podcast, auf dem Laufenden halten. Speaker 1: Für eine Person ist die Frage nach Schulden oder Unschuld aber eindeutig – Patrick Clancy. Speaker 1: Er ist überzeugt dass Lindsay nicht schultfähig ist und das es tatsächlich eine postpartale Psychose war unter der sie die Kinder getötet hat.

Speaker 0: Weiß man, wie die beiden miteinander sind? Speaker 0: Also ... Sind die noch eine Familie hier? Speaker 0: Sind die doch ein Ehepaar? Speaker 1: Nee. Speaker 1: Also sie sind tatsächlich kein Paar mehr. Speaker 1: Sie sind mittlerweile geschieden Erst ein paar Monate nach der Tat nach New York gezogen und hat das Familienhaus verkauft. Speaker 1: Dieses Jahr hat er neu geheiratet Und zwar eine Ärztin In einem Interview mit dem New Yorker sagt Patrick über Lindsay Ich war nicht mit einem Monster verheiratete ich war mit jemanden verheiralte der krank wurde.

Speaker 1: Ja, ich finde das eigentlich einen ganz guten Schlusssatz weil ich habe echt viel jahr darüber nachgedacht was ich von diesem Fall halte und ich glaube es ist total wichtig dass Lindsay Clancy eine Strafe bekommt aber auch dass sie die in der Psychiatrie absitzen soll, dass sie dort die Hilfe bekommen soll diese benötigt. Speaker 0: Ich glaub, diese Frau ist eh ... Also wenn sie einmal begriffen hat was sie getan hat. Speaker 0: Ist die ihr Leben lang gestraft?

Speaker 0: Sie sitzt im Rollstuhl. Speaker 0: Sie ist quer schnitzgelehnt und hat ihre Kinder verloren. Speaker 0: Sie hat ihren Mann verloren. Speaker 0: Und muss damit leben, was sie... ...getan hat. Speaker 0: Und das ... Sie hat sich ein eigenes Gefängnis gebaut! Speaker 0: Ich weiß nicht wie die Frau jemals wieder glücklich werden wird. Speaker 0: also ... Speaker 1: Ja ich find schon gut dass durch diesen Fall Das Thema Postpartale Psychose mehr besprochen wird.

Speaker 1: Also ich wünschte natürlich, dass diese Tat einfach niemals passiert wäre? Speaker 0: Und ich muss sagen also ich wusste von postpartaler Depressionen aber mir war nicht klar das ist eine von ein tausend auch eine postpartale Psychose bekommen. Speaker 0: Dass es mit einem ganz anderen Symptom einhergeht. Speaker 0: also war mir auch bis zu diesem Fall bisher jetzt gerade unklar und finde ich super wichtig was sich auch sehr wichtig finde und was auch sehr passend ist, wenn wir schon über dieses Thema sprechen.

Speaker 0: Wir nehmen die Folge jetzt gerade am zehnten September auf und tatsächlich, wir wurden aus unserer Community darauf hingewiesen dass heute ja der Welttag der Suizidprävention ist. Speaker 0: also wir sprechen hier im Podcast ja eh sehr häufig über psychische Themen, überpsychische Belastungen und deswegen wollen wir natürlich auch auf diesen wichtigen Tag aufmerksam machen. Speaker 0: Allein in Deutschland sterben einfach immer noch viel zu viele Menschen durch Suizid.

Speaker 0: also vor letztes Jahr sind es nachweislich zehntausend dreihundert zwanzig Menschen gewesen. Speaker 0: das sind mehr als durch Verkehrsunfälle, Mord, Totschlag, illegale Drogen und AIDS zusammen. Speaker 0: Das ist so krass! Speaker 0: Alle einen fünfzeig Minuten verliert auch jemand sein Leben durch Suizid. Speaker 0: Tatsächlich mein Opa hat Suizide begangen. Speaker 0: also wir alle kennen glaube ich Menschen im Durchschnitt sind mindestens sechs Angehörige und Nahestehende betroffen.

Speaker 1: Ja und deswegen ist es auch so wichtig dass am zehnten September jedes Jahr der Welttag der Suizitprävention stattfindet. Speaker 1: Es ist wichtig, betroffenen Personen zuzuhören mit ihnen zu reden und ihre Sorgen ernst zu nehmen. Speaker 1: Und Speaker 0: wir verlinken euch genau deswegen auch nochmal Hilfsangebote hier in der Folgendeschreibung genauso übrigens auch zu Hilfs-Angeboten für postpartale Depressionen und Psychose wo man sich informieren kann.

Speaker 1: Ich glaube es ist noch mal wichtig zu sagen deine Geschichte ist nicht zu Ende und du bist auch nicht allein! Speaker 1: Damit beenden wir die Folge. Speaker 1: Danke dass ihr wieder zugehört habt. Speaker 1: Wir sind total gespannt auf eure Gedanken. Speaker 1: Zum Fall, teilt uns die gerne noch mal mit unter Motorfax Podcasts auf Instagram Speaker 0: und dann hören wir uns nächsten Montag wieder mit einer neuen Folge. Speaker 0: Macht's gut ihr Lieben!

Speaker 0: Ciao! Speaker 0: Cheers! Speaker 0: Anna Busse und Lara Fredo. Speaker 1: vermutlich mit dem Ziel, einen erneuten Prozess zu verhindern. Speaker 1: Am neunzwanzigsten September ist er zusammen mit seiner Mandantin vor Gericht erschienen und hat gefordert das Verfahren einzustellen und Lindsay frei zu sprechen. Speaker 1: Er sagt die Staatsanwaltschaft habe nicht genug Beweise vorgelegt, die belegen dass Lindsay die Kinder tatsächlich getötet haben.

Speaker 1: Er bezeichnet die Ermittlung als mangelhaft und sagt, es gebe weder ein Geständnis von Lindsay noch eine klare eigene Erinnerung von ihr an die Tat. Speaker 1: Das klingt jetzt erstmal ganz anders als noch im Prozess, von dem wir euch ja vorhin auch berichtet haben – denn da hat er selbst noch gesagt sie lebt in ihrer eigenen Hölle! Speaker 1: Sie weiß was mit den Kindern passiert ist. Speaker 1: Ein anderes Mal hat er gesagt, sie übernimmt Verantwortung.

Speaker 1: Sie läuft hier von nichts davon. Speaker 1: Dieser ganze Fall ist eine extreme Speaker 1: Tragödie.". Speaker 1: Die Staatsanwaltschaft kritisiert deshalb jetzt auch, dass die Verteidigung im Prozess nie bestritten habe, das Lindsay die Kinder stranguliert hätte. Speaker 1: Es hieß immer sie habe es getan aber sei aufgrund der Psychose nicht strafrechtlich verantwortlich gewesen. Speaker 1: An dieser Stelle muss man glaube ich auch kurz einordnen.

Speaker 1: Lindsays Anwalt Kevin Reddington sagt in seiner neuen Strategie Nicht – Lindsay war's nicht. Speaker 1: Sondern die Staatsanwaltschaft kann nicht beweisen, dass sie es war. Speaker 1: Das ist ein Unterschied – denn tatsächlich hat ja niemand die Tötung direkt gesehen! Speaker 1: Patrick Weier, wie die Überwachungskameras gezeigt haben, nicht zu Hause. Speaker 1: Deshalb hat die Staatsaanwaltschaft laut Radiken geschlussfolgert das es Lindsay gewesen sein muss ohne das aber unabhängig zu beweisen und deshalb beantragt Stand jetzt, Lincies Anwalt ein Freispruch wegen unzureichender Beweise.

Speaker 1: Eine erneute Anhörung soll es am zweiten November geben – dann wissen wir hoffentlich ob dem Antrag stattgegeben wird oder nicht. Speaker 1: Das heißt aber auch dieser Fall ist wohl noch lange nicht auserzählt! Speaker 1: Wir bleiben weiter für euch dran und geben euch dann ein Update.

Transcript supplied by the publisher with the episode.

MORD AUF EX

by Leonie Bartsch & Linn Schütze · German · True Crime

Jeden Montag erzählen die Reporterinnen Leonie Bartsch und Linn Schütze von einem wahren Kriminalfall. Im Mittelpunkt stehen bewegende Geschichten, für die Linn und Leo tief in die Recherche eintauchen: Sie sprechen mit Überlebenden, Zeug:innen und Expert:innen, stehen an Tatorten, begleiten…

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