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Episode 20 · Inside Packaging

Kunststoff: Problemkind oder Schlüssel zur Zukunft?

29 Jan 2026 · 33 min

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Episode notes

In dieser Folge spreche ich mit Bettina Dempewolf, Kommunikationsleiterin bei Plastics Europe Deutschland, darüber, wie entscheidend Kommunikation für die Transformation der Kunststoffindustrie ist. Wir gehen der Frage nach, wie sich das öffentliche Bild von Kunststoff wandeln kann und welche Rolle Aufklärung dabei spielt. Gemeinsam diskutieren wir Missverständnisse, emotionale Narrative und die Bedeutung von Kooperation entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Ich erfahre, wie sich die Verbandslandschaft und Kommunikationsstrategien verändern müssen, um Vertrauen zurückzugewinnen und…

Transcript

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Sprecher 1 Unsere Industrie wird ja gesamt verurteilt über den Müll, den sie produziert. Und wir blenden komplett aus. Diese ganzen Bereiche von Kommunikation, von erneuerbaren Energien, von Transport und Mobilität, von Medizin. Ja, das ist alles Kunststoff. Sprecher 2 Inside Packaging Ein Podcast von Thomas Schmidt. Sprecher 2 Herzlich willkommen bei Inside Packaging. Mein Name ist Thomas Schmidt und in der heutigen Folge von Inside Packaging reden wir über das Thema Kommunikation. Genauer gesagt wollen wir der Frage nachgehen, welche Rolle Kommunikation in der Transformation einer ganzen Branche spielt und wie sich das Bild von Kunststoff in der öffentlichen Wahrnehmung verändern kann. Ich freue mich sehr, dass du mit einer Expertin zu sprechen, die an dieser Schnittstelle arbeitet wie kaum eine andere.

Sprecher 2 Bettina Deppe Wolf, Leiterin Kommunikation bei Plastics Europe Deutschland e.V.. Als Verband vertritt Plastics Europe die Kunststofferzeuger in Deutschland und steht damit mitten im Spannungsfeld zwischen Industrie, Politik und Gesellschaft. Also genau dort, wo Meinungen aufeinanderprallen, Narrative entstehen und Verantwortung gefragt ist. Wir wollen heute darüber sprechen, wie Kommunikation helfen kann, Vertrauen zurückzugewinnen, Akzeptanz zu schaffen und den Wandel aktiv zu begleiten.

Sprecher 2 Darüber, wie Narrative sich verändern müssen, wenn Technologien, Prozesse und Haltungen sich verändern. Und darüber, warum Aufklärung heute vielleicht der wichtigste Beitrag zur Transformation ist. Ich freue mich sehr auf dieses Gespräch, sage herzlich willkommen bei Inside Packaging, Frau Wolf. Und vielen Dank, dass Sie sich die Zeit für ein Gespräch hier in Berlin genommen haben. Sprecher 1 Sehr gern, Herr Schmidt, freue mich drauf.

Sprecher 2 Zum Einstieg, Frau Deppe Wolf, würde ich Sie bitten, sich den Hörerinnen und Hörern kurz als Person zum einen ein bisschen vorzustellen und gerne auch ein paar Sätze zu Plastics Europe zu sagen. Ich bin sicher, viele werden die Institution kennen, aber ich glaube, es ist ganz gut, wenn sie das Ganze noch mal ein bisschen einordnen. Sprecher 1 Ja, mein Name ist Bettina Wolf. Ich bin 47 Jahre alt, habe zwei Kinder, bin verheiratet und bin eigentlich in die Kunststoffindustrie gekommen wie die Jungfrau zum Kinde. Ich habe ursprünglich mal internationale BWL studiert. Ich bin dann bei der TUI ins Programm eingestiegen. Das hat mich nach Frankreich verschlagen. Da habe ich zweieinhalb Jahre im Prinzip die Marke TUI auf dem französischen Reisemarkt eingeführt.

Sprecher 1 Danach bin ich zurück und habe im Präsidialstab der Leibniz Universität in Hannover für den Präsidenten gearbeitet, habe dort eine Fundraising Ausbildung gemacht und bin dann mit meinem Mann frisch verheiratet, nach Würzburg gezogen, wo ich in der gleichen Funktion für den dortigen Präsidenten an der Julius Maximilians Universität in Würzburg gearbeitet habe. Dort habe ich mir ein Netzwerk in die Industrie aufbauen können. Sprecher 1 Das war ein befristeter Vertrag. Dort habe ich dann den Oberbürgermeister in dieser Funktion kennengelernt. Der wurde dann Landtagsabgeordneter. Ich habe dann sein Büro geleitet, hatte somit also, nachdem ich in der im Wissenschaftsmanagement tätig war, auch noch einen Einblick in die Landespolitik, also auf die andere Seite, aus der ich heute heraus arbeite und nach dieser Zeit bei dem Landtagsabgeordneten, der da nicht wieder rein gewählt wurde, in den Landtag bin ich dann quer eingestiegen in die Kunststoffindustrie und habe zunächst beim FKZdem süddeutschen Kunststoffzentrum die Abteilung Veranstaltungsmanagement, Tagungsorganisation und auch die Netzwerkbetreuung geleitet.

Sprecher 1 Wir haben ja dort 460 Unternehmen entlang der Kunststoff wertschöpfungskette betreut und im Netzwerk gehabt. Und ich war eben auch verantwortlich für den Tagungsbereich entlang der Wertschöpfungskette und konnte somit diese Industrie sehr vielfältig kennenlernen. Habe sehr viele Kontakte in dieser Zeit knüpfen können und bin quasi nach meiner ersten K 2022 angesprochen worden, ob jetzt das nicht der nächste schlüssige Schritt wäre, für Plastik in der Kommunikation zu arbeiten.

Sprecher 2 Ja, das KZ reagiert auf diese Anfrage an Sie. Sprecher 1 Das war für uns KZ so eine schwierige Entscheidung meinerseits und die haben das sehr bedauert. Ich muss auch sagen, dass es mir auch sehr schwer gefallen ist. Ich habe diesen Job über alles geliebt, den ich im KZ hatte. Ich bin ein sehr netzwerkfreudiger Mensch. Ich habe sehr gerne persönlichen Kontakt und die Kunststoffindustrie habe ich dort eben als große Familie, als sehr sympathische Familie kennengelernt.

Sprecher 1 Und ich hatte dort inzwischen auch ein ganz tolles Team mit lauter Expertinnen aufgebaut und das hat mir einfach Spaß gemacht. Deswegen habe ich das jetzt nicht proaktiv vorangetrieben, aber trotzdem konnte ich der Versuchung am Ende nicht widerstehen. Sprecher 2 Spannend. Vielen Dank! Wenn Sie vielleicht noch ein paar Sätze zu Plastics Europe sagen und das auch noch mal ein bisschen einordnen, weil die Kunststoffindustrie ist ja nun wirklich enorm breit. Sowohl ich sage mal von den Herstellern Verfahren Verarbeitungsverfahren als auch natürlich von den Anwendungsfeldern, in denen Kunststoff heutzutage Gott sei Dank keine Rolle spielt. Vielleicht helfen Sie uns mal ein bisschen besser zu verstehen.

Sprecher 2 Hat Plastics Europe Schwerpunkte? Wo sind diese Schwerpunkte? Wer macht damit, dass wir das noch ein bisschen besser verstehen können? Sprecher 1 Plastics Europe ist ja der Verband der Kunststofferzeuger. Wir stehen also ganz am Anfang der Wertschöpfungskette. Wir sind ein europäisch vernetzter Verband mit einer Dachorganisation, die in Brüssel sitzt. Ich arbeite hier in Deutschland für Plastics Deutschland e.V. Wir vertreten also im Prinzip die deutschen Kunststofferzeuger aus der Chemiebranche, Die Kunststoffproduktion in Deutschland haben und stehen ganz am Anfang der Kette.

Sprecher 1 Nachher haben sie ja die Maschinenbauer, die Verarbeiter, Messgeräte, Hersteller usw, die jeweils wieder eigene Verbände haben. Und das ist ja auch, sagen wir mal in Deutschland speziell wir haben 40 Verbände in der Kunststoffindustrie, wir sprechen mit 40 Stimmen, wohingegen in anderen Ländern es nur eine Stimme der Kunststoffindustrie gibt und das macht es hier eben auch sehr vielfältig. Und was für Was ich eben an diesem Job bei Plastics Europe so toll finde, ist, dass er eben im Prinzip genau an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft, NGOs, Gesellschaft, aber auch eben mit der Politik und der Industrie an einer Schnittstelle steht, wo wir wirklich jetzt die einmalige Gelegenheit haben, die wir auch nutzen müssen, um Kreislaufwirtschaft mit Kunststoffen voranzutreiben.

Sprecher 1 Und eben hier auch, haben wir eine ganz große Stellschraube für CO2 Reduktion, für den Umweltschutz, für Klimaschutz. Und deswegen war es mir auch so wichtig und ich freue mich so sehr, an dieser Stelle arbeiten zu dürfen. Das ist ein großes Privileg. Sprecher 2 Super, Vielen Dank! Wir kommen später noch ein bisschen auf die großen Themen, die Sie wahrscheinlich in Ihrer täglichen Arbeit sehr eng begleiten werden. Kunststoff ist ja in aller Munde, bedauerlicherweise viel zu häufig nicht so positiv, wie es sein könnte oder sein sollte. Jetzt haben Sie aber einen Punkt angesprochen, bei dem ich kurz stehenbleiben will Verbandslandschaft in Deutschland. Sie haben gesagt, 40 Verbände sprechen für die Kunststoff erzeugende kunststoffverarbeitende Industrie.

Sprecher 2 Ich habe die Diskussion mit vielen Verbandsvertretern, weil auf der einen Seite, finde ich, ist sie immer ein Ausdruck von Vielfalt in Deutschland. Und auf der anderen Seite frage ich mich immer Wie gut bringt man denn durch, wenn sozusagen hier in Berlin beim jeweiligen Bundestagsabgeordneten nicht ein Verbandsvertreter morgens mal klopft und sagt Mensch, wir sollten uns mal unterhalten, sondern dann kommen morgens die ersten zehn, mittags die 02. zehn und abends die dritten zehn.

Sprecher 2 Nur haben wir immer noch nicht alle gesehen. Wie sehen Sie das aus der Verbandsbrille heraus jetzt? Wie gelingt es vielleicht auch unterschiedliche Interessen, Meinungen noch etwas stärker zu bündeln, damit man etwas kraftvoller durchdringt mit den eigenen Ideen und Forderungen? Sprecher 1 Da treffen Sie natürlich direkt ins Schwarze. Es ist Fluch und Segen zugleich. Ich sage es mal so Wir haben uns jetzt und wir sind Kunststoff mit den drei großen Verbänden, mit den Maschinenbauern vom VDMA und mit dem GKV, dem Gesamtverband der Kunst zur Verarbeitenden Industrie zusammengeschlossen. Den gehört ja auch der IG an und viele andere Unterverbände. Da sprechen wir relativ einheitlich im Sinne der Kreislaufwirtschaft.

Sprecher 1 Aber Ihnen ist ja auch nicht entgangen mechanisches und chemisches Recycling. Da steht man nicht immer oder stand bisher nicht immer auf einer Seite. Und das macht das politische Geschäft nicht unbedingt einfacher. Da würde ich mir persönlich auch wünschen, dass man eher mit einer Stimme spricht. Und uns ist das ja auch unter dem letzten Hauptgeschäftsführer geglückt. Da haben wir ein gemeinsames Positionspapier mit dem BDA zusammen herausgebracht und mit dem KI.

Sprecher 1 Und da ging es eben um die Kreisführung mit Kunststoffen. Und das war etwas, was uns auch in der Politik sehr stark vorangebracht hat und das ist eigentlich das Einzige, was uns wirklich hilft. Wir müssen uns zusammenschließen, wir dürfen uns nicht im Kleinklein verlieren. Wir müssen an den großen Stellschrauben drehen, um etwas Sinnvolles für unsere Industrie zu bewirken. Denn wenn sich zwei streiten im Kleinen, dann freut sich ein Dritter und der Dritte, Der sitzt oft nicht in Deutschland.

Sprecher 2 Da haben Sie recht. Vielen Dank. Ich lasse jetzt mal die Frage, ob alle das schon so eingesehen haben, dass Kooperation mehr bringt wie Konfrontation. Lassen wir mal ganz bewusst unbeantwortet. Bei Ihnen ist das offensichtlich angekommen. Sie haben die Gespräche VDMA AGCA angesprochen. Ich will jetzt noch mal ein bisschen konkreter ins Thema hineingehen. Sie haben ja eine doch sehr vielfältige Erfahrung, waren am KZ, sind dann zu Plastics Europe gewechselt.

Sprecher 2 Wenn Sie sich jetzt mal angucken, wie sich das Thema Kommunikation Kunststoffe in den letzten Jahren verändert hat. Sehen Sie eine Veränderung und wie sieht diese Veränderung aus? Sprecher 1 Definitiv. In meinen Anfangszeiten am Scratch wurden diese Bilder der Schildkröten, der Meeresschildkröten mit den Plastikstrohhalm. Die haben sich immer weiter verbreitet und da hatten wir, sagen wir mal, getrieben von diesem Plastikmüll und Marine Liter und Umweltverschmutzung auch auf dem Land ein sehr, sehr schlechtes Image, mit dem wir jetzt aktuell im Prinzip umgehen müssen. Und die Kommunikation hat sich jetzt sehr stark in Richtung Kreislaufwirtschaft verändert, in Richtung Nachhaltigkeit, in Richtung Recycling.

Sprecher 1 Und ich habe den Eindruck, dass sich aktuell die Wahrnehmung von Kunststoffen auch politisch wieder ins Positive dreht. Dass man also langsam versteht, wo sie uns helfen, dass wir ohne sie nicht leben können, dass es im Prinzip auch eine Basis für den Wohlstand in unserer Gesellschaft ist. Dass sich nun andere Länder Schwellenländer zum Beispiel auch immer mehr Wohlstand wünschen und erarbeiten, uns den auch leisten können. Sprecher 1 Und da spielen Kunststoffe eine ganz elementare Rolle. Sie haben auch nirgendwo so ein schlechtes Image wie in Deutschland. Würde ich jetzt mal outen. In anderen Ländern sind sie eben lebensnotwendig. Das weiß man ganz genau. Transport von Wasser, Transport oder Lebensmittelverpackung, Hygiene oder Infrastruktur. Da sind Kunststoffe einfach was Tolles. Und das waren sie ja in unserer eigenen Geschichte auch.

Sprecher 1 Das war oft eine Lösung für ein existierendes Problem. Wenn Sie jetzt Bleirohre zum Beispiel nehmen, Trinkwasser, Verschmutzung, da war ja die Lösung der Kunststoff. Insofern das ist etwas, würde ich sagen, was ich über die letzten 2 bis 3 Jahre, seitdem ich dort auch bei Plastik arbeite, wo es wieder jetzt in eine etwas bessere Richtung geht. Sprecher 2 Wir kommen später noch mal auf die Wahrnehmung von Kunststoff. Ich will noch mal kurz bei dem Thema Kommunikation bleiben. Das eine ist ja die Schwerpunktsetzung, die ich mache. Also ich rede dann halt über Themen wie Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft. Das andere, was ich mich frage, wenn ich so das Konsumverhalten, Medien, Konsumverhalten der breiten Öffentlichkeit mir anschaue, ist mein Eindruck immer, es gibt heute ja immer nur Schwarz und weiß, Grautöne werden nicht mehr gesehen oder wollen nicht mehr gesehen werden.

Sprecher 2 Und ich sage mal, die Überschrift ist dann häufig sehr viel wichtiger, wie der Inhalt, der unten kommt, weil viele Leute, so ist mein Eindruck, eh nur die oberflächlichen Überschriften lesen. Das heißt, wenn wir jetzt mal vom Thema weggehen und uns fragen, wie kommuniziert man denn mit der jeweiligen Zielgruppe, ob das dann Politik oder Gesellschaft oder Konsumenten ist, spielt man keine Rolle. Sprecher 2 Hat sich auch in der Art und Weise, wie sie kommunizieren, was verändert, Sei es andere Kanäle, sei es Botschaften, zugespitzter? Oder ist es wirklich nur eine Verschiebung in den Themen, die man kommunikativ nach vorne schiebt?

Sprecher 1 Beides ist der Fall. Aber ich würde schon sagen, dass gerade in dieser sehr konservativen Chemieindustrie, in die ich jetzt mit meinem Naturell vielleicht nicht direkt mitschw, dass es dadurch aber eine Veränderung in der Art und Weise der Kommunikation stattgefunden hat. Sie findet natürlich auch viel stärker jetzt in sozialen Medien statt und Podcasts natürlich auch. Also die Landschaft ist breiter geworden und ich würde sagen, dass wir versuchen einfach das Schöne in Kunststoffen nach vorne zu stellen, das Positive, das Sympathische vielleicht eher auch mal ja ins Freundliche hinein transportiert, das eine größere Sympathie auch hervorruft.

Sprecher 2 Na ja, jetzt ist ja da die Frage. Diese Themen, über die Sie jeden Tag sprechen, Kunststoff, Nachhaltigkeit, Kreislaufwirtschaft sind ja emotional unglaublich aufgeladen. Also ich bin ein reger Nutzer bei Linken und ich finde es faszinierend. Oben schreibt jemand was Positives, unten finden sich innerhalb von zehn Minuten 23 Beiträge, warum das alles ganz fürchterlich sei. Und so ist es ja bei diesen Themen ganz oft. Sprecher 2 Hohe emotionale Aufladung. Wie versuchen Sie in dieser ganzen emotional aufgeladenen Diskussion konstruktiv und glaubwürdig zu kommunizieren? Ich möchte noch ein Beispiel machen Ich war dieses Jahr beim Deutschen Verpackungskongress in Berlin. Tolle Veranstaltung! Sprach jemand von einem großen schwedischen Möbelhaus, die im Moment ihre Paletten mit Papier einwickeln und nicht mehr mit Kunststoff? Und der stellte da Studien vor. Der Aufschrei bei den Kunststofffolien Herstellern Riesig, Alles falsche Studien.

Sprecher 2 Funktioniert so nicht. Stimmt nicht. Falsche Zahlen. Ich will gar nicht werten, was richtig oder was falsch war, aber es hat mir gezeigt es ist total schwierig, in diesen Punkten so ein Glaubwürdigkeitsmaß zu gewinnen, weil irgendwie jeder dann immer noch mal eine Studie hat, die aber beweist, dass seine Position dann doch richtiger ist. Also jetzt lange Rede, kurzer Sinn Frau Wolf, wie gelingt es Ihnen? Sprecher 2 Oder wie versuchen Sie denn in diesen emotional aufgeladenen Themen glaubwürdig und konstruktiv zu kommunizieren?

Sprecher 1 Nein, ich finde den Punkt mit den Studien, den muss man schon ernst nehmen, weil das ist natürlich ein faktenbasiertes Wissen. Die Faktenbasis ist das eine und dann muss man eben authentisch bleiben. Das ist das andere. Und in unserer Industrie geht es um Klimaschutz, um Gesundheit und um Zukunftsfähigkeit. Und ja, was heißt jetzt glaubwürdig? Im Prinzip, Was wir gemacht haben. Sprecher 1 Wir haben 2022 im Kreis aus Experten eben zusammengerufen, aus der Wissenschaft und der Industrie. Und wir haben sie gebeten, Handlungsempfehlungen für die Politik aufzuschreiben und zu erarbeiten, die sich eben mit fünf drängenden Herausforderungen unserer Zeit befassen. Also einmal mit effektiven Klimaschutz durch die Schließung des kreislaufs, dann eben aber auch nachhaltige Entwicklung und zu den UN Nachhaltigkeitszielen eben den Verzicht auf fossile Ressourcen, die Eindämmung des Plastikmüll Problems und auch eben Innovationsimpulse und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.

Sprecher 1 Also das sind eben die drängenden Probleme unserer Zeit und ist immer, wenn man solche renommierten Experten wie Andrew Bardo von der ETH Zürich, Christian Conten, der hier in Deutschland einen exzellenten Ruf hat, von der Universität Stuttgart oder eben Michael Caros vom Institut, Diese Gruppe aus Wissenschaftlern und Experten, die hat eben dieses Papier erarbeitet und auf dem basiert unsere gesamte Kommunikationsstrategie. Sprecher 1 Es haben sich auch die europäischen Kunststofferzeuger dann mit einer Unternehmensberatung, mit Lloyd's Roadmap, wie wir bis 2050 unsere Industrie transformieren, wie wir klimaneutral produzieren und wie wir die fossilisieren, also fossilen. Viel Stoff durch Alternativen, viel Stoff ersetzen. Wie wir da hinkommen, Die haben sich einen konkreten Aktionsplan mit Maßnahmen und Meilensteinen ausgearbeitet durch Experteninterviews und haben eben auch die Industrie befragt Was schätzt ihr, wie kommt ihr dahin?

Sprecher 1 Das wird jetzt alle drei Jahre überprüft. Wie sind die Fortschritte? Klar, sie haben immer diese Hater, die in NullKommanix auf sie anspringen. Die haben aber auch nur diesen einen Lebenstraum oder Inhalt oder werden auch dafür bezahlt, so eine Gegenstimme zu sein. Und das Leben grundsätzlich immer mies zu machen. Also das bringt ja keinen nach vorne zu. Sprecher 2 Jetzt haben Sie einen Punkt schon zweimal angesprochen Mechanisches und chemisches Recycling. Ich bin weit davon entfernt, Experte in diesem Bereich zu sein. Aber nach meinem wirklich sehr laienhaften Verständnis ist es ja gar keine Diskussion. Entweder oder, sondern es wird gewisse Anwendungsfälle geben, wenn ich dort einsetzen möchte. Ich sage mal alles, was dann vielleicht auch Lebensmittel, Direktkontakt oder Sensitive Anwendungsbereiche sind, werde ich ja um das chemische Recycling gar nicht drum herum kommen, weil ich im mechanischen Recycling den Kunststoff ja gar nicht so sauber bekomme, als dass ich ihn da einsetzen könnte.

Sprecher 2 So, das heißt, nach meinem Verständnis gibt es da so gewisse Missverständnisse, Narrative, die so dem Kunststoff und allem, was dazu gehört, so nachgesagt werden. Ich würde sagen, jetzt darf kurz der Werbeblock kommen. Frau Deppe. Wolf was sind denn so die gängigsten Missverständnisse, die Ihnen so im Alltag über Kunststoff begegnen? Und warum sind die falsch? Sprecher 1 Ja, also die gängigsten Missverständnisse, die beziehen sich gar nicht nur auf Mechanisches und klar.

Sprecher 2 Kunststoff im Allgemeinen. Sprecher 1 Allein wenn da Chemie drin steht, haben Sie ja schon gleich den Teufel an die Wand gemalt. Wir hatten das Problem mit as. Das war eine Debatte, die Narrativ oder ein Missverständnis, mit dem wir umgehen mussten. Wir haben das Thema Mikroplastik ist nicht ein Narrativ über die ganze Zeit. Wir haben ja auch das Thema Ich esse jede Woche eine Kreditkarte. Sprecher 1 Das sind so Themen, mit denen wir umgehen müssen. Und dann machen wir meistens einen Faktencheck Was wird gesagt und was steckt aus unserer Seite dahinter? Welche Studien belegen das? Wie gehen wir damit um? Oder was ist da dran und was nicht? Also so versuchen wir eben mit Missverständnissen umzugehen. Und bei dem chemischen und dem mechanischen Recycling. Das haben Sie ja eben selber schon gesagt.

Sprecher 1 Ursprünglich war die Angst dort. Wenn die Chemiekonzerne sich mit Recycling befassen, nehmen sie den existierenden mechanischen Recycling das Geschäft weg. Das war, glaube ich, die Grundsorge. Sprecher 2 Der Markt in dem Bereich ist ja gehörig unter Druck. Ich will noch mal ganz kurz bei diesen Missverständnissen bleiben. Ich hatte mich im Vorfeld ein Stück weit gefragt vor, Denn wo wir wie frustrierend vielleicht auch manchmal ihr Job ist, weil man trotz intensiver Kommunikation Studien es nicht schafft, sozusagen auch öffentliche Meinung manchmal bei solchen Missverständnissen zu drehen oder zu beeinflussen.

Sprecher 2 Also es ist vielleicht jetzt eher eine persönliche Frage an Sie, aber haben Sie diese Frustration, dass Sie sagen also im Kern ist eigentlich egal, was wir zu dem Thema schreiben, wir kriegen das nicht bewegt, wir kriegen da die Wahrnehmung nicht gedreht, nicht an die Realität angepasst. Oder sagen Sie Nee, also ich habe eigentlich den Eindruck, wir kommen mit den Themen, die wir hier sozusagen kommunikativ nach vorne stellen, gut voran und machen gute Fortschritte.

Sprecher 1 Ich glaube, der Clou ist, erst mal die Gegenseite zu verstehen. Warum machen Sie das? Und dann muss man sich immer fragen Was ist die Ursache? Also für eine Frustration ist ja eigentlich, dass ich es nicht gut genug erkläre. Also ich zieh mir den Schuh dann eher selber an und sage Gut, dann habe ich meine Argumentation eben nicht erklären können. Sprecher 1 In dem Fall Also frustrierend würde ich das nicht nennen, das ein Lernprozess und alles in der Kommunikation ist natürlich ein Dialog. Das chemische Recycling vergleicht sich ja mit dem Verbrennungsprozess und nicht mit dem mechanischen Recycling. Es will ja niemandem was wegnehmen, sondern Ressourcen weiter im Kreise führen, die sonst in die Atmosphäre vernichtet werden würden. Wir haben das jetzt auch festgestellt, indem wir uns oft mit NGOs oder auch Wissenschaftlern austauschen, die vielleicht anderer Meinung sind als wir.

Sprecher 1 Einfach um zu verstehen, wer was ist. Die Sorge, was ist das Grundverständnis? Und haben wir wirklich unterschiedliche Positionen? Gibt es Missverständnisse? Kann man das vielleicht auch erst mal ohne die Öffentlichkeit klären, um etwas besser zu machen? Weil wir am Ende alle das gleiche Ziel haben? Sprecher 2 Also ich führe ja viele Gespräche, und ich glaube, das Thema Kooperation, Sie haben es vorher im Rahmen der Verbandslandschaft angesprochen. Aber wenn man das jetzt mal weiterdenkt, auch entlang der Wertschöpfungskette unterschiedliche Formen wird an Bedeutung zunehmen. Ob das jedem immer schon so klar ist, sei mal dahingestellt. Aber ich glaube, in diese Richtung geht es. Sie haben vorhin Frau Wolf ein bisschen angespielt auf vielleicht das etwas konservativere Image der der chemischen Industrie, die sich vielleicht auch mit dem einen oder anderen Thema ein bisschen schwergetan haben in letzter Zeit.

Sprecher 2 Inwiefern ist es denn auch Ihre Aufgabe, mit der Kommunikation, die Sie für Plastic Europe machen, Sie vertreten da ja auch die Meinung der Mitgliedsunternehmen. Nichtsdestotrotz, Wie kann es denn gelingen, dass vielleicht auch Sie dazu beitragen, dass innerhalb der Mitgliedsunternehmen so ein gewisser Kulturwandel stattfindet? Weil ich glaube, der ist an vielen Stellen vielleicht auch schon ein bisschen nötig, ohne das jetzt noch ein Detail werden zu wollen.

Sprecher 2 Und da gibt es wahrscheinlich auch eine große Vielfalt bei Ihren Mitgliedsunternehmen. Und trotzdem glaube ich, dass auch dort eine Transformation stattfinden muss, vielleicht auch schon stattfindet. Wo sehen Sie da die Rolle von Ihnen, vom Verband, wenn es darum geht, sozusagen die eigenen Mitglieder ein Stück weit auch mitzunehmen auf diese Reise? Sprecher 1 Da kann ich vielleicht ein gutes Beispiel nennen, nämlich die letzte K. Da ist ja im Prinzip Trägerverband. Dieser Messe, einer von drei Verbänden, die ich vorhin genannt hatte, und wir bespielen dort für die Messe Düsseldorf die Hauptbühne, und wir haben da 600 Quadratmeter Messefläche, Standfläche. Das war ein Dreh und Angelform und eine Plattform für unsere, auch für die Kunststofferzeuger, für unsere gesamte Industrie.

Sprecher 1 Und ich glaube, durch die Art und Weise, wie wir dort einfach auch unsere Transition Roadmap erlebbar gemacht haben, für Besucher des Standes, in dem wir dort auch mit dem Elefanten im Raum gespielt haben, indem wir dort auch gezeigt haben, dass Rezyklate schön sind. Da wo und wo quasi chemisches Recycling oder Biomasse schon in den Produkten unserer Mitgliedsunternehmen in Produkte Realität ist und über auch das gesamte Bühnenprogramm.

Sprecher 1 Wir hatten da also 125 Speaker entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Wir haben dort mit Kritikern gesprochen, wir haben mit Wissenschaftlern gesprochen und wir haben die Probleme unserer Industrie dort alle angesprochen. Und da haben sich viele Menschen auch getroffen, die sonst vielleicht nicht miteinander im Austausch stehen. Und dort konnten wir auch unsere eigenen Mitglieder mitreißen. Der Messestand hat sich orientiert an unserem Farbkonzept von Plastik, was sehr freundliche und sympathische Farben und das hat man dort alles erlebt.

Sprecher 1 Und ich glaube einfach, dass das schon insgesamt jetzt auch in der Kommunikation sich das auf die Mitgliedsunternehmen überträgt. Über solche Elemente, die wir dort einsetzen und über Social Media natürlich auch. Sprecher 2 Wie groß ist die Offenheit der Mitgliedsunternehmen da? Vielleicht an dem einen oder anderen Punkt, sich auch zu öffnen, sich etwas in Anführungsstrichen freundlicher zu präsentieren oder ist das, was Sie hören, wahrscheinlich nicht ganz so viele Leute zu? Sie dürfen das sagen von. Ist das was, wo man auch intern schon etwas intensiver Überzeugungsarbeit leisten muss, weil halt die chemische Industrie schon eine sehr alteingesessene Industrie in Deutschland ist, wo vielleicht Veränderung manchmal auch aufgrund der Historie schwerfällt.

Sprecher 1 Also in diesem Fall würde ich sagen, da hatten wir wenig Gegenwind. Also da hatten wir eher auch unter den Mitgliedsunternehmen jetzt in dem Vorbereitungsjahr der K große Begeisterung. Also ich würde eher sagen, das Gegenteil war der Fall. Wir konnten Leute mitreißen, die unser Kommunikationskonzept auch für sich verinnerlicht haben oder auch das gut finden. Also ich habe eher positives Feedback jetzt für die Art und Weise der Kommunikation bekommen.

Sprecher 1 Ich hatte das neulich auch auf einem wissenschaftlichen Symposium in Leipzig, wo unsere Mitgliedsunternehmen diese Transition Roadmap auch in den Strategien und den Visionen ihrer eigenen Unternehmen verinnerlicht. Das ist nicht das Problem, jetzt den Mitgliedern diese Art der Kommunikation zu erklären, sondern da sprechen wir mit einer Stimme. Sprecher 2 Noch mal eine Frage etwas abseits, weil Sie das jetzt auch gerade angesprochen haben Chemische Industrie, Kunststofferzeugung ist ja nun auch in Deutschland, in Europa etwas unter Druck. Man liest dann doch, hier wird ein Krieg stillgelegt usw. Wenn Sie jetzt mal Ihren Arbeitstag, Ihre Arbeitswoche sehen. Wie hoch ist sozusagen der Anteil der klassischen Einflussnahme auf politische Themen, die ja nun wirklich sehr drängend sind, vor allem in Deutschland im Moment unstrittig auf?

Sprecher 2 Also da geht es ja auch an vielen Stellen ums Überleben, wenn wir ehrlich sind. Und dann haben wir so das Thema proaktive Aufklärung. Also ich informiere proaktiv und das dritte ist dann so der Dialog zu ganz konkreten Anlässen, also PR jetzt, um bei dem Kunststoff Verpackungsbereich zu bleiben oder andere. Wie teilt sich das auf in Ihrer täglichen Arbeit? Sprecher 2 Kann man das überhaupt sagen oder ist das schwankend? Sprecher 1 Ja, das ist von Woche zu Woche tatsächlich schwankend. Also natürlich nimmt so eine Chance eine Weltleitmesse, die alle drei Jahre stattfindet, die nimmt schon großen Zeitaufwand ein. Aber wir haben viele Konferenzen, auf denen wir vortragen, diese Vorträge, die wollen vorbereitet werden, und dann haben sie ad hoc, weiß ich nicht, in der einen Woche zwei, drei Tage Vorbereitung dafür und am nächsten steht ein Interview an und dann haben Sie wieder irgendwo Podiumsdiskussion Oder Sie bereiten Link den Post vor für Social Media.

Sprecher 1 Also da kann man nicht sagen, die Wochen sind alle gleich. Sprecher 2 Wie sehen Sie das, wenn Sie jetzt mal gucken? Sie werden ja mit Sicherheit auch Ihre Aktivitäten in irgendeiner Form versuchen zu messen und zu bewerten, Was funktioniert denn besser? Proaktive Aufklärung. Oder es gibt ein konkretes Thema und man wird zu diesem konkreten Thema ganz richtig in den Dialog hinein. Also ist ein Interesse da, dass man proaktiv zum Thema Kunststoffe aufklärt oder ist es eigentlich immer sehr situations und anlassbezogen, dass man sagt, wir haben hier ein Thema, das betrifft uns als Industrie.

Sprecher 2 Und zu dem Thema gehen wir wirklich in den Dialog, weil die Themen Kreislaufwirtschaft, CO2, Nachhaltigkeit, die sind ja sehr, sehr groß, da kann ich ja auch nun Ansatzpunkte abseits eines konkreten gesetzlichen Vorhabens meinetwegen finden. Haben Sie ein Gefühl, was in der öffentlichen Wahrnehmung mehr Resonanz findet? Sprecher 1 Sie haben schon immer solche Sitzungswochen im Bundestag oder im Europäischen Parlament. Also da haben Sie dann einen konkreten, situationsbezogenen Anlass, und dann ist die ganze Aufmerksamkeit darauf, Was wir in den Leitmedien so feststellen, sind, dass so Themen wie das UN Plastikabkommen zum Beispiel eine viel größere Aufmerksamkeit bekommt und in diesem Zusammenhang vielleicht auch Mikroplastik als das, was wir so im Fokus haben.

Sprecher 1 Und nichtsdestotrotz gehört ja alles zusammen, diese ganzen Regulierungen, die spielen ja eine extreme Rolle auch für das Gelingen unserer chinesischen Roadmap. Weil wenn ich keine, sagen wir mal Rezyklat Einsatz Quoten bekomme, die da ja eben geregelt werden, dann habe ich auch keinen Markt für meine Rezyklate und kann eben meine nachhaltigen Produkte nicht absetzen. Also alles gehört irgendwie in dieser Industrie zusammen. Sprecher 1 Aber wenn Sie jetzt zum Beispiel Krisenkommunikation, das sind im Rhein Pellets gefunden worden, dann widmen wir unsere ganze Aufmerksamkeit diesem Thema Und je nachdem gucken wir immer wie sieht der Kalender aus und danach orientieren wir dann eben auch unsere Öffentlichkeitsarbeit.

Sprecher 2 Ich will da eine persönliche Frage stellen. Jetzt an Sie als sozusagen. Bettina Dem Vorwurf man nicht in der Funktion Ihr persönliches Umfeld, weil es ja um Ihre Tätigkeit, um Ihren Job. Ich nehme an, auch bei Ihnen im Umfeld wird es hier und da mal Diskussionen zum Thema Nachhaltigkeit und so was geben. Darf ich offen fragen Haben Sie im Umfeld, als Sie die Position angetreten haben, überwiegend positive Rückmeldungen bekommen? Sprecher 2 Oder sagten die Leute Mensch, wie kannst du für die da jetzt den Job machen? Und guck doch mal die arme Schildkröte mit dem Plastiktaschen um den Hals. Also ich will das nicht kleinreden, diese Probleme wirklich nicht. Aber so einfach ist es ja nun mal nicht. Und am Ende hat es immer noch einen gegeben, der die Plastiktüte ins Meer geworfen hat.

Sprecher 2 Aber ganz persönlich war das, oder ist das manchmal auch schwierig, so im privaten persönlichen Umfeld man keine Ahnung hat über die Kinder. Ich kenne das ja auch von mir selbst mit drei Kindern. Man kommt da immer irgendwie ins Gespräch. Die Leute kriegen mit, was man beruflich macht. Und ja, Verständnis hält sich gelegentlich dann auch mal in Grenzen. Oder ist das bei Ihnen Gott sei Dank ganz anders? Sprecher 1 Nee, das ist witzig, dass Sie das ansprechen. Und ich freue mich eigentlich immer, wenn ich an der Stelle angegangen werde. Ich bin so emotional bei diesem Thema, dass derjenige, der da, sagen wir mal, eher in die kritische Richtung mich versucht herauszufordern. Der wird dann ganz schnell leise. Also das ist so eine Erfahrung, Die Leute wollen dann nicht weiter mit mir diskutieren, weil ich mich da wirklich warm reden kann und so gute Argumente auch habe, dass die Leute sofort zurückrudern oder es auch total interessant finden, diesen Gesamtblick auf die Nachhaltigkeit, auf dieses Bild, dass Kunststoffe eigentlich Problemlöser sind, dass sie für Klimaschutz, für Umweltfreundlichkeit die Voraussetzung sind oder zumindest ihren Beitrag leisten und wir ohne sie

Sprecher 1 sehr viel schlechter dastehen würden in einer CO2 Bilanz zum Beispiel. Das verstehen die Leute ganz schnell. Und selbst meine Kinder argumentieren jetzt schon in ihren Klassen so wie ich das mache. Und ich würde auch mich nie dieser Diskussion scheuen. Und da habe ich eher das kleine Kinder, sagen wir mal mit elf, die haben ja auch die Narrative ihrer Eltern, die werden auch total geprägt durch diese Medien Kommunikation. Sprecher 1 Und wenn die einen herausfordern, die sind ja noch schlimmer als sagen wir mal andere Erwachsene und das macht ja richtig Spaß, wenn sie dann verstehen Ach guck mal, mein Schulranzen besteht aus Kunststoff und das Gebäude ist aus Kunststoff. Die Wärmeisolierung und die Rohre und alles mögliche. Und da würde ich eher sagen, da werde ich angefragt von befreundeten Lehrern.

Sprecher 1 Kannst du nicht auch mal zu uns in die Klasse kommen und darüber reden? Es ist gar nicht mehr so, dass Vorbehalte entstehen, sondern man ist in dem Wissen interessiert, man möchte, es ist eher positiv als negativ. Inzwischen. Sprecher 2 Super, vielen Dank! Ganz spannend finde ich das muss ich sagen. Wir biegen langsam auf die Zielgerade ein, auch bei einem vorsichtigen Blick auf die uhr. Ich habe noch ein, zwei Fragen an Sie, die ich gerne auch noch loswerden möchte. Sie haben es angesprochen Kunststoff wird und muss Teil der Lösung sein. Am Ende, wenn wir über Kreislaufwirtschaft, Nachhaltigkeit und solche Themen sprechen, Wie würden Sie sich denn wünschen, wie sich die Art und Weise, wie über Kunststoff geredet wird, verändern sollte, Auch angesichts der Tatsache, dass ist ja Teil der Lösung sein muss?

Sprecher 2 Also eine Verteufelung bringt uns ja nicht weiter, löst das Gesamtproblem am Ende nicht. Also wie würden Sie sich wünschen, dass sich Kommunikation über Kunststoff verändert, damit man es als Teil der Lösung sieht? Sprecher 1 Ja, man muss ganz klar differenzieren zwischen dem, was Plastikmüll ist, weil unsere Industrie wird ja gesamt verurteilt über den Müll, den sie produziert und wir blenden komplett aus. Diese ganzen Bereiche von Kommunikation, von Erneuerbaren Energien, von Transport und Mobilität, von Medizin, ja, also das ist alles Kunststoff, also dass man einfach lösungsorientiert kommuniziert.

Sprecher 2 Das leitet eigentlich ganz gut zu einer Abschlussfrage über, die ich an Sie habe, Frau Tempel Wolf wenn Sie zwei Wünsche hätten, ganz zum Abschluss ohne Restriktion. Sie dürfen sich alles wünschen. Einer geht sozusagen nach Ihnen an die Kunststoff erzeugende Industrie, die Sie in Ihrer Funktion vertreten. Und der andere Wunsch geht an außen, also an sozusagen die Öffentlichkeit. Kunden, Politik dürfen sich aussuchen. Sprecher 2 Was würden Sie sich sowohl einmal nach innen und einmal nach außen wünschen, was in den nächsten 3 bis 5 Jahren getan oder gelassen werden sollte, damit wir bei dem Thema wirklich vorankommen?

Sprecher 1 Nach innen, damit kann ich schlecht machen, würde ich mir wünschen, dass wir nicht aufgeben. Also es ist richtig hart aktuell für unsere Mitglieder und für die gesamte Wertschöpfungskette durchzuhalten. Wir müssen innovativ bleiben, wir müssen investieren, wir müssen das Vertrauen nicht verlieren und gemeinsam kämpfen. Und da würde ich mir wirklich wünschen, dass wir Modelle finden, Lösungen finden, um diese Industrie hier zu halten und nicht zu verlieren.

Sprecher 1 Nach außen würde ich mir wünschen, dass wir unseren Binnenmarkt schützen, dass wir ja eine kritische Infrastruktur in diesem Land oder in Europa aufrechterhalten. Mit strategischen Standorten für Chemieparks. Dass man sich dessen bewusst ist, dass wir wie bei Antibiotika zum Beispiel auch, dass es bestimmte Cracker in Europa braucht, um sich nicht von Asien oder anderen Ländern oder Russland oder wem auch immer AB oder USA abhängig zu machen und in einem Notfall dann bestimmte Produkte nicht mehr herstellen zu können, sei es aus dem medizinischen Bereich, sei es im Bereich Verteidigung, sei es im Bereich Basischemie, also ich würde mir wünschen, dass Gesellschaft und Politik sich dessen richtig bewusst sind.

Sprecher 1 Das ist so eine wichtige Industrie. Es ist eine in aller Industrie für so viele wichtige Anwendungsindustrien Automobil, Medizin usw, Luftfahrt, Raumfahrt. Also das muss man wissen und das muss man schützen und dafür muss man kämpfen. Sprecher 2 Gabor Steingart würde sagen, da kann nichts mehr kommen. Vielen Dank, Frau Deppe Wolff für diese wirklich absolut zustimmungsfähigen Abschlussworte und für dieses insgesamt sehr offene und aufschlussreiche Gespräch. Ich sage vielen, vielen Dank!

Sprecher 1 Danke Ihnen, Herr Schmidt. Sprecher 2 Ja, liebe Hörerinnen und Hörer, ich hoffe, Sie konnten auch was mitnehmen. Das für mich Wesentliche aus dem heutigen Gespräch ist noch mal, dass mir wieder klar geworden ist, dass es bei all den Herausforderungen, die wir haben, nur miteinander geht, sowohl innerhalb einzelner Materialfraktionen, das heißt in den Verbänden, in den Interessensvertretungen, entlang der gesamten Wertschöpfungskette, aber auch mit Politik und Gesellschaft.

Sprecher 2 Ich hoffe, dass auch Sie die eine oder andere gute Anregung heute mitnehmen konnten. Und wenn in in Zeit Packaging gefällt, dann abonnieren Sie den Podcast gerne und empfehlen Sie ihn weiter. Wenn Sie kritisches Feedback haben, Themen Gast Vorschläge einbringen wollen, finden Sie meine Kontaktdaten in den Shownotes und ich freue mich, in dieser Angelegenheit von Ihnen zu hören bis zur nächsten Folge von Inside Packaging. Sprecher 2 Und denken Sie daran, Inside Packaging. Weil gute Verpackung viel mehr ist als die Geschichte, die man über Sie erzählt.

Transcript supplied by the publisher with the episode.

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Inside Packaging

Thomas Schmitt · Business · German

Inside Packaging – Der Podcast für Entscheider in der Verpackungsindustrie Neue Impulse, echte Einblicke, klare Meinungen: Inside Packaging beleuchtet die wichtigsten Themen, Trends und Herausforderungen der Verpackungsbranche – direkt aus der Praxis. Gastgeber Thomas Schmitt spricht mit Persönlich

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  1. E23 · 5 Mar 2026 · 37 min

    Flexibel, nachhaltig, revolutionär?

    In dieser Folge spreche ich mit Herwig Kirchberger, Managing Director von DELSCI, über den Wandel in der Verpackungsindustrie: flexible Verpackungspapiere zwischen Hype, regulatorischem Druck und echter Marktfähigkeit. Wir werfen einen ehrlichen Blick darauf, wo der Markt heute wirklich steht, welche Anwendungen bereits funktionieren und wo noch große Herausforderungen liegen. Besonders spannend: Warum die Transformation nicht nur eine technische, sondern auch eine kulturelle und unternehmerische Frage ist – und wie DELSCI mit Cross-Industry-Innovation und Agilität neue Maßstäbe setzt. Ich…

  2. E25 · 26 Feb 2026 · 47 min

    Kreislaufwirtschaft im OP: Vom Klinikmüll zur Innovation

    In dieser Folge spreche ich mit zwei Experten von Coveris über die Herausforderungen und Chancen echter Kreislaufwirtschaft im Medizinbereich. Wir tauchen tief ein in das Recover-Programm, diskutieren, wie technologische, regulatorische und kulturelle Hürden überwunden werden können, und zeigen, warum Kooperationen entlang der Wertschöpfungskette entscheidend sind. Besonders spannend: Wie es gelang, Krankenhausabfälle in nur sechs Monaten zurück in neue Verpackungen zu bringen – Proof of Concept inklusive. Wir beleuchten, warum chemisches Recycling und regulatorischer Druck für nachhaltige…

  3. E24 · 19 Feb 2026 · 37 min

    Mehr als Messe: Die Zukunft des Branchentreffs

    In dieser Folge blicke ich gemeinsam mit Thomas Dohse, dem Director der Interpack, hinter die Kulissen einer der wichtigsten Messen der Verpackungsindustrie. Wir sprechen offen über veränderte Erwartungen, die Kraft persönlicher Begegnungen und warum Messeformate heute mehr sein müssen als reine Ausstellungsflächen. Mich interessiert, wie sich das Messegeschäft in Zeiten von Digitalisierung und globalen Herausforderungen nachhaltig wandelt. Wir diskutieren, welche Learnings die letzten Jahre gebracht haben, welche mutigen Entscheidungen jetzt gefragt sind und wie die Interpack zur Plattform…

  4. E22 · 12 Feb 2026 · 45 min

    Zwischen Hörsaal und Werkshalle: Bildung trifft Praxis

    In dieser Folge nehme ich Sie mit an die Schnittstelle von Theorie und Praxis in der Verpackungsindustrie. Gemeinsam mit Prof. Dr. Volker Scheuerle diskutieren wir, wie Künstliche Intelligenz, digitale Zwillinge und praxisnahe Lehre die Ausbildung der Zukunft prägen. Wir sprechen offen über die Herausforderungen bei der Nachwuchsgewinnung, den Wandel der Ingenieursausbildung und warum Unternehmen und Hochschulen enger zusammenarbeiten müssen, um den Fachkräftebedarf zu sichern. Besonders spannend: Wie Studierende auf die neuen Technologien reagieren und welche Kompetenzen morgen wirklich…

  5. E21 · 5 Feb 2026 · 39 min

    Global denken, lokal handeln: Mittelstand im Wandel

    In dieser Folge spreche ich mit Dr. Christoph Müller, CFO der Optima Group, über die Herausforderungen und Chancen der Internationalisierung im deutschen Mittelstand. Wir tauchen tief in die Unternehmenskultur ein und diskutieren, wie Diversität und neue Perspektiven Boards und Unternehmen resilienter machen. Dr. Müller teilt seine Erfahrungen rund um den Aufbau lokaler Teams weltweit, die Bedeutung von kulturellem Verständnis und die Rolle von Millennials in Aufsichtsgremien. Wir beleuchten, warum Lösungsorientierung und die Bereitschaft zum Wandel entscheidend für nachhaltigen Erfolg sind.…

  6. E19 · 22 Jan 2026 · 58 min

    Verpackung: Das kollektive schlechte Gewissen?

    In dieser Folge spreche ich mit Prof. Sebastian Klaus darüber, warum die Verpackungsbranche dringend frische Impulse braucht – und weshalb Verpackung oft als das kollektive schlechte Gewissen unseres Konsums gilt. Gemeinsam gehen wir der Frage nach, wie wir es schaffen, mehr junge Menschen für Verpackungstechnik zu begeistern und welche Rolle Nachhaltigkeit, Design und Kommunikation dabei spielen. Wir diskutieren, wie sich das Studium und die Wahrnehmung der Verpackung in den letzten Jahren verändert haben, warum Praxisnähe so wichtig ist und wie Industrie, Hochschulen und Medien…

  7. E18 · 15 Jan 2026 · 44 min

    Stolz auf Verpackung: Mehr als nur Müll?

    In dieser Folge spreche ich mit Dr. Natalie Brandenburg, Geschäftsführerin des Deutschen Verpackungsinstituts (DVI), über die große Bedeutung der Verpackungsindustrie – für Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft. Wir diskutieren, wie die Branche ihre Interessen kraftvoll vertreten und ihr öffentliches Bild nachhaltig positiv verändern kann. Gemeinsam beleuchten wir die Rolle von Netzwerken, die Herausforderungen fragmentierter Verbandslandschaften und wie das DVI Impulse für die Zukunft setzt – von Nachhaltigkeit und Innovation bis zur Nachwuchsförderung. Freuen Sie sich auf spannende…

  8. E17 · 8 Jan 2026 · 49 min

    Innovation wagen: Warum Fehler der wahre Fortschritt sind

    In dieser Folge spreche ich mit Dr. Rainer Stetter über die Zukunft des deutschen Verpackungsmaschinenbaus und warum technologische Exzellenz allein nicht ausreicht, um innovativ zu bleiben. Wir diskutieren, wie Mut, Tempo und ein neuer Gründergeist entscheidend sind, wenn wir die Branche wieder zum internationalen Innovationsmotor machen wollen. Dr. Stetter teilt seine Erfahrungen aus Industrie, Forschung und Ausbildung und erklärt, wie interdisziplinäre Zusammenarbeit, praxisnahe Ausbildung und eine offene Fehlerkultur frische Impulse setzen können. Wir beleuchten, warum Beziehungen zu…

  9. E16 · 18 Dec 2025 · 44 min

    Kreislaufwirtschaft statt Einbahnstraße

    In dieser Folge spreche ich mit Jürgen Scheiblehner, CEO von Teufelberger Strapping Solutions, über den Wandel zur Kreislaufwirtschaft in der Verpackungsindustrie. Gemeinsam beleuchten wir, wie geschlossene Materialkreisläufe in der Praxis funktionieren und warum branchenweite Kooperationen wichtiger sind als Insellösungen. Wir diskutieren die Herausforderungen beim Aufbau von Rücknahmesystemen, die Rolle der Politik und den Einfluss neuer Regulierungen wie der PPWR auf die gesamte Branche. Besonders interessiert mich, wie interne Strukturen und echte Partnerschaften den Unterschied machen –…

  10. E14 · 11 Dec 2025 · 48 min

    Mehrweg, Mut & Marken: Die Verpackungsrevolution

    In dieser Folge spreche ich mit Steffanie Rainer, Gründerin von Reo, über ihre Mission, die Verpackungsindustrie nachhaltiger zu gestalten. Wir beleuchten, wie ihr Startup klassische Pfandautomaten für Kosmetik- und Personal-Care-Verpackungen nutzt – und warum gerade Skalierbarkeit, Alltagstauglichkeit und Markendiversität entscheidend sind. Sie nimmt uns mit hinter die Kulissen eines Pilotprojekts mit Kaufland und bekannten Marken, erzählt von den Herausforderungen der Gründungskultur und wir diskutieren, was echte Kreislaufwirtschaft im FMCG-Bereich bedeutet. Freuen Sie sich auf ehrliche…

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