Bei uns ist die Stimme der Autorin oder des Autors zu hören! Alle zwei Wochen bitten wir einen Schriftsteller oder eine Schriftstellerin zum unterhaltsamen, inspirierenden Gespräch. Wir loten aus, was sie antreibt und inspiriert und unterhalten uns über ihr aktuelles Buch.
Literaturinteressierte warten jedes Jahr im Herbst mit Spannung darauf: Wer erhält den Literaturnobelpreis? Als Special ist hier im «Literaturclub Interview» ein Talk über Leben und Werk der diesjährigen Gewinnerin Anne Carson zu hören. Die Literatur der 76-jährigen Kanadierin ist im Urteil der Schwedischen Akademie in Stockholm, die den Nobelpreis vergibt, «kühn und erfinderisch». Tatsächlich spielt Anne Carson in ihren Werken immer wieder mit klassischen Traditionen bis hin zur Antike und überträgt sie in zeitgenössische Literatur. Carson hat über ein Dutzend Bücher veröffentlicht.…
Die Geschichte einer komplizierten Liebe in einer Welt, die aus den Fugen ist. «Anton und Alma» ist ein Buch über Beziehungen, übers Jüdischsein in einer Gegenwart voller Katastrophen und über den unbedingten Wunsch, es im Leben immer richtig zu machen. Dana Vowinckel ist zu Gast bei Simon Leuthold. Dana Vowinckel ist mit ihrem zweiten Roman «Anton und Alma» direkt auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis gelandet. Sie erzählt darin eine Liebesgeschichte mit sehr viel Welthaltigkeit: Kriege, Krisen oder Terrorangriffe wie der vom 7. Oktober 2023 spalten die Gesellschaft zunehmend, und…
Was ist, wenn die Welt aus den Fugen gerät und die Angst sich im Innern festsetzt? In ihrem neuen Roman erzählt Julia von Lucadou von einem Mann, der zwischen Bunkerfantasien, verdrängten Erinnerungen und wachsender Angst den Boden unter den Füssen verliert. Die Autorin ist zu Gast bei Felix Münger. Die Hauptfigur Jot lebt zurückgezogen in einem Dorf im Aargau und arbeitet für eine Firma, die Schutzbunker für Wohlhabende verkauft. Als er beim Joggen eine Leiche entdeckt, gerät sein geordnetes Leben aus dem Gleichgewicht. Was als rätselhafter Todesfall beginnt, entwickelt sich zu einer Reise…
Neues von Herr Lehmann! Die Reihe mit Sven Regeners Romanen über Frank Lehmann und die Künstler und Lebenskünstler im Berlin der Achtzigerjahre bekommt eine weitere Folge. Diesmal stehen die Brüder Frank und Freddie im Zentrum und die Frage, was man mit seinem Leben genau anfangen soll. Berlin, 23. Dezember 1980. Der Tag vor Heiligabend. Frank Lehmann, eben in Berlin eingetroffen, holt seinen Bruder Freddie im Hotel am Ku’damm ab, wo der eine Weile lang Proband für Psychopharmaka gewesen ist. Nun will Freddie weiter nach New York, wo ein Kunststipendium auf ihn wartet. Doch die Tasche mit…
Die deutsche Autorin Ronja von Rönne zeigt uns Figuren, die sich immer tiefer in ihre eigenen Lügenkonstrukte verstricken – aus Sehnsucht nach Nähe oder Aufmerksamkeit. Dabei tun sich grosse Fragen nach den gesellschaftlichen Konzepten von Lüge, Wahrheit und Moral auf. Ronja von Rönne verknüpft in ihrem aktuellen Roman «Alles Liebe» die Geschichten von fünf unterschiedlichen Hauptfiguren zun einem Ganzen. Alle drehen sich darum, wie die Liebe oder die Sehnsucht, geliebt zu werden, und zu Lügnern werden lassen können. Die pure Lust an der Hochstapelei ist in keinem Fall der Grund für ihre…
Ein Mord, ein Opfer, ein Tatort mit Blutspuren und die spannende Frage: Wer ist's gewesen? Die Schweizer Autorin Yael Inokai hat sich mit ihrem neuen Roman an einen Krimi gewagt. Die Handlung würzt sie mit Kritik an der Schere zwischen Arm und Reich. Yael Inokai, 37 Jahre alt, stammt aus Basel und lebt seit vielen Jahren in Berlin. Dort spielt auch ihr neuer, ihr nunmehr vierter Roman – der Krimi «Die Auster». Die Handlung: Dr. Joachim Bronstett, schwerreicher Geschäftsführer eines Luxus-Kaufhauses, wird eines Morgens tot in seiner Villa aufgefunden, und zwar von seiner Putzfrau. Doch…
«Literaturclub Interview» ist in der Sommerpause. Damit euch in dieser Zeit das Lesefutter nicht ausgeht, empfehlen wir euch an dieser Stelle das Format «Literaturclub Buchtipps»: persönliche Leseempfehlungen aus der SRF-Literaturredaktion. Die Schweizer Autorin Caroline Roger erzählt in ihrem Debütroman von einer Kindheit im Gastrobetrieb. Und die indische Booker-Preisträgerin von zwei jungen Menschen, die nach Liebe suchen. ____________________ Die Schweizer Autorin Caroline Roger erzählt in ihrem Debütroman «Unter Gästen» von einer Kindheit im Gastrobetrieb, zwischen dem…
Alex Capus’ aktueller Roman spielt an der Grenze. Im «Gasthof zur Moskau» an einem kleinen Grenzübergang zu Deutschland im Kanton Schaffhausen, wo wenig läuft. Wenn aber mal was läuft, dann richtig. Wie im Sommer 1933, als deutsche NS-Schergen auf Schweizer Boden einen Schmuggler entführten. An sich ist es eine Asterix-Geschichte, die Alex Capus da erzählt. In einem kleinen Schweizer Dorf an der deutschen Grenze wehren sich die Einwohner gegen einen gewaltsamen Übergriff deutscher Polizisten und SS-Männer und zwingen am Ende sogar die neue deutsche Regierung in Berlin dazu kleinbeizugeben.…
«Literaturclub Interview» ist in der Sommerpause. Damit euch in dieser Zeit das Lesefutter nicht ausgeht, gibt es an dieser Stelle die «Literaturclub Bestenliste» zu hören: fünf beste Bücher des Monats, gekürt von einer externen Jury, vorgestellt von der SRF-Literaturredaktion. Auf der Bestenliste stehen diesen Monat die aktuellen Bücher von Lukas Bärfuss, Birgit Birnbacher, Lilli Tollkien, Elias Hirschl und Lena Gorelik. Wir stellen die nominierten Titel vor. ____________________ In «Königin der Nacht» setzt sich Lukas Bärfuss mit seiner verstorbenen Mutter auseinander. Sie war bettelarm,…
Mit seinen Büchern raubt er vielen Menschen den Schlaf: Sebastian Fitzek. Er hat bisher über 20 Millionen Bücher verkauft. In seinen Thrillern wird das Alltägliche oft zum Albtraum. Die Geschichten sind oft so nah an der Realität, dass man sich fragt: Was lauert wirklich hinter der nächsten Tür? Er wollte Schlagzeuger, Tierarzt oder Strafverteidiger werden, landete stattdessen beim Radio. Mit seinem ersten Roman gelang ihm sofort ein Bestseller – seither kann er vom Schreiben leben. Sebastian Fitzek hat über 20 Millionen Bücher verkauft und ist einer der erfolgreichsten Autoren Deutschlands.…
Mütter prägen uns, ob wir es wollen oder nicht. Die deutsche Autorin Lena Gorelik erzählt in «Alle meine Mütter» von dieser komplexen Beziehung – der jeweils ersten Beziehung im Leben eines Menschen. Klischierten Mutterbildern setzt sie feinfühlige Erzählungen entgegen. «Wir setzen unsere Schritte auf das, was wir dank oder trotz unserer Mütter wurden», schreibt Lena Gorelik in ihrem neuen Buch «Alle meine Mütter». In mehreren, kaleidoskopartig arrangierten Erzählungen zeichnet sie Mutterfiguren ganz unterschiedlicher Art: Mütter, die abgetrieben haben. Mütter, die dement sind. Mütter mit…
Wer ist für mein Lebensglück verantwortlich – ich selbst oder die Gesellschaft? Lukas Bärfuss erkundet in «Königin der Nacht» seine Mutter. Sie war bettelarm, vulgär und frei von Mitgefühl für ihren Sohn. Felix Münger unterhält sich mit dem Autor über die Macht von Prägungen. Bärfuss’ Suche nach der Mutter entpuppt sich auch als Suche nach sich selbst. Was hat sich von der hartherzigen Mutter auf ihn übertragen – im Guten, wie im Schlechten? Indem der mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnete Autor die Spur aufnimmt, gelangt auch einiger politischer Sprengstoff ans Licht.…
Was, wenn künstliche Intelligenz plötzlich in der Lage wäre, bessere Kunstwerke hervorzubringen als menschliche Fantasie und Kreativität? Diese Frage steht am Ursprung von Markus Orths’ aktuellem Roman «Die Enthusiasten». Vince Bär ist Literaturwissenschaftler. Und er ist Laurence-Sterne-Fan und begeisterter Leser dessen Kultbuches «Leben und Ansichten von Tristram Shandy. Gentleman». Neun Bände hat das Werk. Und jetzt taucht plötzlich ein zehnter auf. Genau 250 Jahre nach Laurence Sternes Tod. In einem wahren Erzählfeuerwerk feiert Markus Orths die lebendige, überbordende, wilde und…
In ihrem vierten Roman erzählt Birgit Birnbacher von einem Jungen mit ADHS. Dabei beschreibt sie nicht nur die Schwierigkeiten, die Betroffene beispielweise im aktuellen Schulsystem haben, sondern auch welche Chancen «Wildwuchs im Denken» für die Gesellschaft beinhalten könnte. Ozzy ist neun und hat ADHS. In der Schule passt er nicht rein, er stört das Funktionieren der Abläufe. Aber er hat andere Begabungen und Fähigkeiten, mit denen er ein erfolgreiches Leben führen könnte. Die Frage ist nur, ob er der «Erzählung», die andere über ihn machen, eine eigene hinzufügen kann. Im «Literaturclub…
In seinem fesselnden Roman befragt Matthias Nawrat moralische Dilemmata: Welche Handlungsspielräume gibt es in Krieg und Diktatur, und zu welchem Preis? Im Gespräch mit Franziska Hirsbrunner sagt der Autor, warum gerade in solchen Fragen die Vergangenheit für ihn auch die Gegenwart ist. «Das glückliche Schicksal» ist im Polen des Zweiten Weltkriegs und der frühen 1980er Jahre angesiedelt und teils eine Art Verhör. Eine junge Frau besucht einen alten Mann in seinem Exil in Venedig. Sie schützt wissenschaftliches Interesse vor, aber eigentlich will sie wissen, ob der alte Mann, ein…
Judith Hermanns Grossvater war während des Zweiten Weltkriegs für die SS in Polen stationiert. In ihrem neuen Buch «Ich möchte zurückgehen in der Zeit» versucht die deutsche Bestseller-Autorin herauszufinden, wer er war, wie er war und was er getan hat. Judith Hermann, Jahrgang 1970, gilt als eine der renommiertesten deutschen Autorinnen. In ihrem neuen Buch «Ich möchte zurückgehen in der Zeit» begibt sie sich auf die Spuren ihres Grossvaters. Er war überzeugter Nazi, Mitglied der Waffen-SS. In der polnischen Stadt Radom war er mutmasslich an einem Massaker beteiligt, bei dem 30.000 Menschen…
In ihrem neuen Buch setzt die US-Autorin Siri Hustvedt ihrem vor zwei Jahren verstorbenen Ehemann Paul Auster ein Denkmal. Sie blickt zurück auf 43 Jahre gemeinsamen Lebens. Tiefgründig, berührend, intim. Am 30. April 2024 starb der berühmte US-amerikanische Schriftsteller Paul Auster. Die nicht minder berühmte Autorin Siri Hustvedt hatte über 40 Jahre lang mit ihm zusammengelebt. Hustvedt und Auster galten als das intellektuelle Glamour-Paar New Yorks. In ihrem Memoir «Ghost Stories. Ein Buch der Erinnerung» setzt Siri Hustvedt ihrem Ehemann nun ein Denkmal. Sie schreibt von Austers letzten…
Ein Leben im Schatten der Kriege: Der Österreicher Norbert Gstrein erzählt in seinem packenden Antikriegsroman von einem, der nie kämpft und doch geprägt wird von den Verwerfungen des 20. Jahrhunderts. Im Gespräch mit Felix Münger sagt der Autor, weshalb diese Konstellation gerade heute aktuell ist. In seinem Roman «Im ersten Licht» greift Norbert Gstrein einmal mehr grosse Themen unserer Zeit auf: Wie verhalten wir uns zum Krieg, der zurück ist in Europa? Und: Können wir «Zaungäste» sein, wenn die Ordnung untergeht, die wir gekannt haben? Gstrein spielt drängende Fragen wie diese in der…
Felle, Federn, Fischschuppen: Ruth kann Menschen durch Küsse in Tiere verwandeln und mit ihrer Willenskraft Bäume fällen. Julia Weber spricht über diese «moderne Hexe» als Vorbild, darüber, warum Menschen dem Alltag entfliehen wollen, und warum die sinnliche Wahrnehmung ihr besonders wichtig ist. Dank ihrer besonderen Kräfte kann Julia Webers Protagonistin der Welt und ihren Ungerechtigkeiten auf eine andere Art begegnen. Unglückliche oder unsichere Menschen suchen Trost oder einen Ausweg aus dem «normalen» Leben, wenn sie sich von Ruth zum Beispiel in ein kleines Vögelchen verwandeln…
Die französische Bestsellerautorin und Prix Goncourt-Preisträgerin Leïla Slimani schliesst mit «Trag das Feuer weiter» ihre grosse Familiensaga ab. Sie erzählt, warum sie seit jeher über Familie und weibliche Identität schreibt und wie Erinnerungen in ihren Texten zu Fiktion werden. Slimani erzählt im Finale «Trag das Feuer weiter», wie sie über drei Generationen hinweg Herkunft, Verlust und Selbstfindung literarisch verdichtet – von der elsässischen Grossmutter, die in Marokko ein Zuhause hat, bis zur Schriftstellerin Mia, die im dritten Band nach Meknès auf die Zitruspantage ihrer…
Booker-Preisträger Julian Barnes wird 80 und legt mit «Abschied(e)» sein letztes Buch vor. Er erzählt von Liebe und Tod, Erinnerung und Endlichkeit – und davon, was geschieht, wenn eine Jugendliebe nach 40 Jahren fortgesetzt wird. Ein letztes Buch, eine Liebesgeschichte, ein Hund und grosse Gedanken: In «Abschied(e)» blickt Julian Barnes zu seinem 80. Geburtstag noch einmal auf die Themen, die sein Werk geprägt haben: Erinnerung, Vergänglichkeit, Liebe und Tod. An seiner Seite: Jimmy, ein Hund, der den Erzähler über Bewusstsein bei Mensch und Tier nachdenken lässt. Julian Barnes spricht über…
«Ich fahr Pakete aus in Peking» ist Hu Anyans Bericht über 20 Jahre prekäre Arbeit in Niedriglohnjobs in chinesischen Riesenstädten – immer so lang, bis Frust, Erschöpfung oder Langeweile zu gross wurden. Für Simon Leuthold eine eindrückliche Stimme von Ausgebeuteten, die selten zu Wort kommen. Während seiner Zeit als Paketbote in Peking kämpft Hu Anyan mit riesigem Zeitdruck. Jede Minute, in der er kein Paket zustellt, kostet ihn einen Teil seines sowieso schon winzigen Lohns. Fehler werden mit Strafgebühren geahndet. Trotzdem begehrt er kaum auf – dafür liest er in seiner knappen Freizeit…
Wie bleiben wir menschlich, wenn der Alltag immer härter wird? Mit dieser Frage setzt sich Nava Ebrahimi in ihrem neuen Roman auseinander. «Und Federn überall» spielt auf einem Geflügelschlachthof und verknüpft das Leben von sechs Figuren. Berührend, hochaktuell und meisterhaft konstruiert! Die iranisch-deutsche Schriftstellerin Nava Ebrahimi erhielt 2021 den renommierten Ingeborg-Bachmann-Preis. Seither spielt sie in der obersten Liga der deutschsprachigen Literatur. Dass ihr diese Anerkennung vollkommen zu Recht gebührt, beweist sie auch mit ihrem neuen Roman. «Und Federn überall» spielt…
In «Smart City» beschreibt der österreichische Schriftsteller Daniel Wisser eine künstliche Stadt, die nach Vorstellungen und Sehnsüchten heutiger Gesellschaften errichtet wird. Dabei müssen grosse Entscheidungen getroffen werden wie Freiheit oder Sicherheit, Demokratie oder Überwachung. Die Journalistin Monag Oliphant zieht in die künstlich geschaffene Stadt NEUDA, die neben Nachhaltigkeit und Lebensqualität auch Sicherheit und Ruhe verspricht. Sie hat auch allen Grund, denn ihr Mann und ihre Tochter sind ermordet worden. In NEUDA angekommen kriegt sie eine Stelle als Kolumnistin, findet…
Im Roman «Gym» schildert die deutsche Autorin Verena Kessler eine junge Frau, die im Fitnessstudio ihren Körper bis zum Exzess optimiert – und in der Katastrophe endet. Host Felix Münger hat das rasant erzählte Buch amüsiert – und beunruhigt: Es zeichne ein verstörendes Bild unserer Gesellschaft. Die namenlose Protagonistin des Romans, eine etwa 30-jährige Frau, heuert in einem Gym an, um an der Bar Powerdrinks zu mixen. Da im Gym das Aussehen alles bedeutet, beginnt sie zu trainieren. Sie verliert jedoch bald alles Mass, spritzt sich Steroide – und fällt am Ende tief. Sie untersuche an der…
In ihrem Roman «Goldstrand» erzählt die deutsch-russische Schriftstellerin Katerina Poladjan von einem alternden italienischen Filmemacher. Eli lebt in Rom, in der verlotterten Villa seiner verstorbenen Grosseltern mütterlicherseits, die glühende Mussolini-Anhänger waren. Väterlicherseits ist die Herkunft unklar. Waren es Menschen, die 1922 vor den Bolschewiken aus dem damals russischen Odessa flüchten mussten und die es an den Goldstrand in Bulgarien verschlug? Eli ist ein grosser Fabulierer. Schwer zu sagen, was man ihm glauben kann. Aber seine Geschichten sind ein Vergnügen, weil sich in…
In seinem zweiten historischen Roman beschreibt Dirk Stermann die 13 Monate der Republik von Fiume nach dem Ersten Weltkrieg. Die verrückte Geschichte eines von niemandem anerkannten Staatsgebildes im heutigen Rijeka unter der Führung eines Narzissten erinnert in jedem Moment an unsere Zeit. Am 12. September 1919 besetzten italienische Freischärler gegen den Willen ihrer Regierung die Stadt Fiume (Rijeka) und errichteten dort eine nationalistisch dominierte Republik. Anführer war der Dichter Gabriele D’Annunzio, der, inspiriert von futuristischen und nationalistischen Ideen, die Massen so…
Der deutsche Erfolgsautor Leif Randt hat einen «Coming of Middleage»-Roman geschrieben: Ein Berliner Fashion-Händler Anfang 40 hat es sich abgewöhnt, grosse Gefühle zu entwickeln. Der Tod seiner Mutter führt ihm sanft vor Augen, dass es in dieser Welt aber durchaus etwas zu empfinden gäbe. Marian Flanders hat es jahrzehntelang perfektioniert, ein freundlicher Beobachter von aussen zu sein – allen anderen, aber auch sich selbst gegenüber. Als Sohn eines erfolgreichen Models und eines Fernsehmoderators ist ihm der Fokus auf alles Äusserliche quasi in die Wiege gelegt worden. Tiktok und…
Der deutsch-österreichische Autor Leon Engler blickt in seinem Debütroman auf psychische Krankheiten – in der Familie seines Protagonisten, wie ganz generell in unserer Gesellschaft. Englers Sprache: zärtlich und brutal zugleich. «Ein stilistisches Glanzstück, dieses Buch», sagt Katja Schönherr. Ein junger Mann blickt auf die Lebensläufe in seiner Familie zurück. Was er sieht, ist ein Stammbaum des Wahnsinns. Die Grossmutter: bipolar, zwölf Suizidversuche. Der Grossvater: ständig in der Psychiatrie. Die Mutter: Alkoholikerin. Der Vater: depressiv. Wie schafft man es, mit diesem Background…
Dem 22-jährigen Schweizer Schriftsteller Nelio Biedermann ist mit seinem Roman «Lázár» ein aussergewöhnlicher Erfolg gelungen. Noch vor Publikation des deutschsprachigen Originals ist klar: Der Roman wird in 20 Ländern erscheinen. Eine Sensation für einen bislang noch unbekannten Schriftsteller. «Lázár» erzählt die Geschichte einer ungarischen Adelsfamilie, die in den Wirren des 20. Jahrhunderts alles verliert: Geld, Schloss und Ansehen. Die Familiensaga folgt mehreren Generationen und ist geprägt von Verlust, Geheimnissen, Liebe, Erotik und Verrat. Eine bewegte und bewegende Geschichte, die…
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