Episode 523 · Stay Forever - Retrogames & Technik
Windows 95/98 (SFT 23-1)
15 Sep 2026 · 1 hr 41 min
Episode notes
Worum geht’s? Windows 95 war weit mehr als nur ein neues Microsoft-Betriebssystem. Mit Startmenü, Taskleiste, Papierkorb, langen Dateinamen, Plug and Play und einer konsequent auf Mausbedienung ausgerichteten Oberfläche veränderte es grundlegend, wie Millionen Menschen mit einem PC arbeiteten. Gleichzeitig blieb unter der modernen Fassade vieles beim Alten: Windows 95 basierte weiterhin auf DOS und war ein komplizierter Hybrid aus 16- und 32-Bit-Technik. Henner und Chris zeichnen zunächst die Entwicklung von der Kommandozeile zu den grafischen Oberflächen nach. Sie sprechen über die frühen…
Transcript
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Henner: Hallo liebe Hörerinnen und Hörer und moin Christian. Chris: Hallo Hanna. Henner: Christian, du bist ja PC-Nutzer der, nein nicht ganz der ersten Stunde, Henner: aber der zweiten Stunde, oder? Chris: Kommt drauf an, wie man es definiert. Unser erster Computer zu Hause war ein IBM PC-kompatibler XT. Chris: Also eigentlich schon erste Stunde, würde ich sagen. Henner: Der XT ist ja das zweite Modell. Chris: Ja, okay. Ja, na gut. Zweite Stunde.
Henner: Aber dann frage ich mich und frage ich dich jetzt auch, wie hast du denn diesen Henner: PC in den 80er Jahren und in den frühen 90ern vorzugsweise bedient? Henner: Über DOS, über die Kommandozeile oder über Windows? Über Windows 1, Henner: 2 oder 3 wahrscheinlich? Chris: Über DOS selbstverständlich. Windows hat bei uns Einzug gehalten in Form von Chris: Windows 3.1 erst, glaube ich. Henner: Dann ist das sehr typisch, denke ich. So geht es den meisten wahrscheinlich, Henner: weil Windows 1 und 2 ja von den meisten noch verschmäht wurden.
Henner: Und hast du Windows 3 dann gerne benutzt oder wann immer möglich lieber alles mit DOS erledigt? Chris: Also als jemand, der den Computer hauptsächlich zum Spielen benutzt hat, Chris: habe ich natürlich alles lieber mit DOS erledigt, weil das war ja, Chris: genau, du hatten ja schon eine Chris: Folge über Windows 3.1, als Spieleplattform war das nicht so geeignet. Chris: Aber gegen Mitte der 90er sind wir in einer Ära, wo es schon Spiele gab, Chris: die setzten Windows voraus.
Chris: Dann blieb mir natürlich auch keine andere Wahl als Windows 3.1 oder dann später Chris: auch Windows für Workgroups zu benutzen. Henner: Das klingt aber nicht so, als wärst du ein großer Fan davon gewesen. Henner: Du hast also lieber unter DOS gearbeitet, wo alles ganz schnell geht, Henner: mit eingetippten Befehlen sofort zum Ziel. Chris: Das ist natürlich auch nicht die ideale Plattform, um schnell zu arbeiten unbedingt. Chris: Aber jeder, würde ich jetzt mal sagen, der damals einen PC mit DOS hatte, Chris: hatte auch den Norton Commander als Bedieninterface für DOS.
Chris: Und damit ging das natürlich super effizient. Also das war mir wesentlich lieber Chris: als Frontend, als Interface, als Windows 3.1. Henner: Das stimmt, das habe ich auch mitbekommen. Ich selbst war ja, Henner: ich habe es das ein oder andere Mal erwähnt, der weltweit treueste Atari ST Henner: Nutzer und bin erst 97 umgestiegen auf den PC. Henner: Deshalb habe ich Windows, also die ganze Windows 3 Ära immer nur als Zaungast Henner: mitbekommen. Wir hatten ja auch zwei Windows Rechner im Haus, Henner: also so ganz fremd war mir das nicht.
Henner: Aber ich habe nie verstanden, warum es überhaupt diese Zweiteilung gibt. Henner: Warum gibt es einerseits die Kommandozeile, wo man Befehle eintippen muss? Henner: Warum muss man das immer aufrufen, um ein Spiel zu starten? Henner: Und warum gibt es parallel dazu diese grafische Oberfläche, wie ich sie ja auch Henner: vom Atari ST gewohnt war? Henner: Aber genau diese Ära der Zweiteilung von DOS und Windows, die endet mit dem Henner: Programm, mit der Betriebssystemsoftware, die wir heute besprechen wollen, mit Windows 95.
Henner: Oder doch nicht so ganz, denn naja, es ist doch noch nicht so ganz das Ende Henner: von DOS. Irgendwie überlebt es ja doch noch und rettet sich ins nächste Jahrtausend hinein. Henner: Und das wollen wir heute erzählen, wie du es gerade schon erwähnt hast, Henner: als Fortsetzung zu unserer bestehenden ersten Episode, in der wir die Geschichte Henner: von Windows bis 3 oder 3.11 behandelt haben. Henner: Heute gehen wir darüber hinaus. Heute behandeln wir Windows 95 und was dann noch so kam.
Chris: Ja, ich freue mich drauf. Ich habe vor der Beschäftigung hier mit dieser Folge Chris: viele nostalgische Erinnerungen an Windows 95 gehabt. Chris: Die wurden dann mit der Realität abgeglichen, nachdem ich mich jetzt zweisläufig Chris: nochmal mit Windows 95 auseinandergesetzt habe. Chris: Aber doch erstaunlich vieles hat auch Bestand gehabt. Deswegen freue ich mich Chris: sehr auf unsere Besprechung heute und dann auch in der nächsten Folge.
Chris: Und jeder, der Windows 95 kennt, weiß, da beginnt alles mit dem Start-Button. Chris: Aber damit beginnt auch ein neuer Weg der Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Chris: Und dieser neue Weg ist extra auch dafür geschaffen, um mehr Menschen auf den Chris: PC zu führen, auf den Desktop zu führen, sogar darüber hinaus ins Internet zu führen. Chris: Aber dieser Weg ist ein weiter und wir müssen nochmal kurz zurück in diese Zeit, Chris: als Windows die ersten Schritte macht.
Henner: In aller Kürze, weil wir darüber ja schon mal drei Stunden lang gesprochen haben, Henner: es geht hier natürlich um eine bestimmte Plattform, um den PC, Henner: wie IBM ihn verstanden und definiert hat im Jahr 1981. Henner: Damit hat IBM dann ja angefangen, diesen Markt, diesen noch sehr zersplitterten Henner: Markt der persönlichen Computer und Heimcomputer aufzurollen. Henner: Nicht IBM alleine, sondern mithilfe auch von anderen Herstellern, Henner: die günstigere, aber in der Regel kompatible Klone von diesem IBM PC, Henner: wie auch deinem XT, hergestellt haben.
Henner: Und gemeinsam haben IBM und die diversen anderen Klonhersteller also diese Plattform Henner: ab Mitte der 80er Jahre zum Erfolg geführt und nach den Büros nach und nach Henner: dann auch die Privathaushalte erobert. Henner: All diesen IBM-kompatiblen Rechnern, egal von welchem Hersteller gemein, Henner: sind zwei wesentliche Elemente. Henner: Das ist erstens ein Prozessor mit der x86-Architektur von Intel, Henner: auch wenn der Prozessor selbst vielleicht von AMD oder von Cyrix oder so stammte, Henner: die Architektur war dieselbe.
Henner: Anfangs mit 16-Bit, ab 1986 dann auch mit 32-Bit. Da hat Compact den Anfang Henner: gemacht, nicht IBM selbst. Henner: Und die zweite wesentliche Komponente, die den IBM kompatibel PC definiert, Henner: ist ein Betriebssystem von Microsoft, ein 16-Bit-Betriebssystem namens MS-DOS Henner: oder auch PC-DOS in der Version von IBM. Henner: Das wird noch recht komplex mit so enigmatischen Befehlen über die Tastatur Henner: gesteuert, Also nicht über die Maus, da gab es nichts Buntes zum Anklicken, Henner: sondern was man wollte, musste man dem Computer sagen in Befehlen, die er auch verstand.
Henner: Aber es gab dann recht bald auch eine grafische Oberfläche für Maussteuerung, die auf DOS aufsetzte. Henner: Da gab es dann Fenster und Icons, wie man das kennt und erwartet heutzutage. Henner: Und das war natürlich Windows, das 1985 dann rauskam nach jahrelanger Verspätung in Version 1.0. Henner: Und Christian, weißt du, warum sich das so verzögert hat? Chris: Nein. Henner: Da gibt es viele Gründe, die wir alle in der Windows-Folge erörtert haben, Henner: aber einen will ich kurz nennen.
Henner: Da gab es nämlich ein recht spätes Redesign dieser Oberfläche, Henner: ziemlich spät in der Entwicklung von Windows 1, durch einen Microsoft-Entwickler Henner: namens Neil Conzen. Und weißt du, wofür der noch bekannter ist? Chris: Nein, ich bin gespannt. Henner: Der hat gemeinsam mit Bill Gates ein Spiel namens Donkey Bus geschrieben, Henner: das allererste PC-Spiel. Chris: Ach, das hat der Bill Gates gar nicht allein geschrieben, das war mir gar nicht bewusst.
Chris: Nach all diesen Folgen haust du jetzt so ein Klopper hier auf einmal raus. Chris: Und das so früh in der Folge, wow. Henner: Ja, genau. Und der Mann ist also mitverantwortlich dafür, dass Windows so spät kam. Henner: Aber er ist jetzt nicht verantwortlich dafür, dass Windows 1 kein Erfolg war. Henner: Da gab es andere Gründe dafür. Henner: Aber Microsoft hat nicht aufgegeben und Windows immer weiterentwickelt. Henner: 1987 kam dann Version 2.0. Da konnten die Fenster sich sogar gegenseitig überlappen.
Henner: Sagenhaft, oder? Das ging in dem ersten Windows noch nicht. Henner: Aber der große Durchbruch, der gelingt Microsoft mit diesem GUI, Henner: mit dieser grafischen Oberfläche für DOS erst im dritten Anlauf mit Windows 3. Chris: Diese mehreren Anläufe, die Microsoft da macht, hin zu dieser grafischen Benutzeroberfläche, Chris: ich würde die gerne mal kurz in einen größeren Trend stellen, Chris: weil die Zeit, als der IBM PC entsteht und auch DOS da mit draufkommt als Betriebssystem Chris: 1981, das ist eine Zeit, in der Mikrocomputer und die PCs Chris: als Gerätekategorie noch nicht als Massenprodukt für jedermann gedacht sind, Chris: sondern die richten sich an technisch versierte Hobbyisten oder eben an Leute Chris: mit einem professionellen Einsatzbereich, zum Beispiel im Büro.
Chris: Und der Gedanke, das muss leicht zu bedienen sein, das Gerät, Chris: das stellt sich damals gar nicht, weil der gedachte Anwender ist jemand, Chris: der bereit ist, sich einzufuchsen in dieses Gerät. Chris: Das heißt, wichtiger als Zugänglichkeit, Chris: Das ist eine gewisse Unmittelbarkeit, wenn wir uns zum Beispiel an den C64 erinnern, Chris: ungefähr zur gleichen Zeit, 82 ist der herausgekommen, der bootet ja direkt in BASIC, Chris: also da kann ich direkt am Startbildschirm anfangen Programme zu schreiben und Chris: ich kann, wenn ich das will, mit dem POKE-Befehl auch direkt Inhalte in Speicheradressen schreiben.
Chris: Und das ist, um das auch deutlich zu sagen, ein expliziter Gegensatz zu den Chris: Heimkonsolen, die es damals ja auch schon gibt, wo die Betriebssystemebene für Chris: den Nutzer komplett verborgen bleibt. Chris: Die Konsolen sind zum Ausführen von Spielen da, die Computer dagegen sind explizit Chris: flexible Maschinen mit formbarer Software. Chris: Das kommt aus diesem Hacker- und Bastler-Ethos in den USA der 60er und 70er Chris: Jahre, aber mit der zunehmenden Kommerzialisierung sehen wir dann über die Gerätegenerationen Chris: auch einen zunehmenden Grad an Abstraktion im Betriebssystem.
Chris: Also schon DOS, das 1981 ja noch vor dem C64 rauskommt, das erlaubt uns Nutzer Chris: nicht mehr ohne weiteres im Speicher rumzustochern oder Maschinensprachebefehle auszuführen. Chris: Ist aber trotzdem noch sehr hands-on und sehr systemnah. Chris: Da kann ich im Zweifel mit einem falschen Befehl meine Festplatte formatieren. Gar kein Problem. Chris: Und der Weg hin zu den grafischen Oberflächen wie Windows ist dann nicht nur Chris: ein Weg hin zu mehr Benutzerfreundlichkeit, sondern der ist gleichzeitig auch Chris: ein Weg weg vom Maschinenraum sozusagen.
Chris: Der Benutzer wird zunehmend vor der Komplexität seines Geräts geschützt, Chris: aber der Computer wird auch vor dem Benutzer geschützt und dessen Komplexität. Chris: Wir wissen ja alle, dass das Problem oft vor dem Monitor sitzt. Chris: Und dieser Trend, jetzt in die Gegenwart gedacht, der kombiniert natürlich in Chris: sowas wie Handys, insbesondere iPhones. Chris: Das sind ja leistungsstarke Computer auf dem Niveau von PCs, Chris: aber gleichzeitig sind die ziemlich abgeschottet vor Einmischung, Chris: dass man da so gut wie nichts Falsches machen kann.
Chris: Die sind dann näher dran an Konsolen als an PCs. Das sind Ausführungsmaschinen Chris: von Programmen und sonst eigentlich nichts. Chris: Das Betriebssystem ist dann gewissermaßen der Chauffeur. Und auf dem PC heißt Chris: der Chauffeur eben heutzutage Microsoft Windows. Chris: Aber der muss anfangs noch viel üben. Der kann anfangs echt nicht viel mehr Chris: als vor dem eigenen Anwesen im Kreis zu fahren. Chris: Und auf die Landstraße raus geht es dann erst mal so richtig mit Windows 3.0.
Chris: Und da sind wir wieder an dem Punkt, wo du gerade warst. Henner: Ja, Windows 3 ist ein riesiger Schritt gegenüber Windows 2 und 1. Henner: Das erscheint im Mai 1990. Das setzt immer noch auf DOS auf. Henner: Diese alte Kommandozeile, die ist immer noch da. Henner: Aber man kann es jetzt doch deutlich produktiver einsetzen, ist nicht mehr ganz Henner: so oft darauf angewiesen, auf die DOS-Ebene zu wechseln. Henner: Über Windows 3 kann man natürlich auch DOS-Programme starten, Henner: aber darüber hinaus auch angepasste, richtige, grafische Windows-Anwendungen, Henner: wie zum Beispiel Word for Windows 2.0 oder Excel 3.0.
Henner: Die laufen nicht mehr unter DOS, sondern direkt auf der grafischen Benutzeroberfläche. Henner: Mit der Maus kann man sie steuern. Henner: Die profitieren auch nicht nur von dem GUI, also der grafischen Oberfläche, Henner: sondern auch von einem speziellen Betriebsmodus, der mit Windows 3 eingeführt wird. Henner: Das ist der 386 Enhanced Mode. Gut, 386, das bezieht sich auf diesen Intel-Prozessor, den gleichnamigen. Henner: Das ist der, den ich gerade eben nannte als ersten 32-Bit-Prozessor.
Henner: Und auf so einem 32-Bit-Prozessor, einem 386er oder einem kompatiblen mit mindestens Henner: zwei Megabyte RAM, bringt dieser Enhanced-Mode einige Vorzüge mit sich. Henner: Das haben wir auch schon in der ersten Windows-Folge besprochen, Henner: aber wir müssen hier nochmal darauf eingehen, weil das für die Geschichte von Henner: Windows 95 relativ wichtig ist. Henner: Denn wenn ein Programm darauf angepasst ist, auf diesen Enhanced-Modus, Henner: extra dafür geschrieben wurde, dann arbeitet es stabiler und kann auch mehr Henner: Arbeitsspeicher nutzen als ein altes DOS-Programm.
Henner: Und mehrere von diesen Enhanced-Windows-Programmen können auch gleichzeitig Henner: laufen, dank kooperativen Multitasking. Das ist die etwas einfachere, Henner: primitivere Variante des Multitaskings. Henner: Wir kommen später noch zum präemptiven Multitasking, das etwas mehr kann. Henner: Aber immerhin, jetzt können schon mehrere Programme gleichzeitig laufen unter Henner: Windows, wie man es kennt. Henner: In einem Fenster läuft Word und im nächsten Excel und man kann problemlos Daten Henner: hin und her kopieren. Das war unter DOS so nicht möglich.
Henner: Dafür müssen die Programme allerdings, deswegen heißt es kooperativ, Henner: auch kooperativ sein. Sie müssen freiwillig die Kontrolle abgeben an das andere Programm. Henner: Wenn sie das nicht tun, dann können sie sich gegenseitig blockieren und das Henner: führt dann zu Abstürzen. Henner: Alte DOS-Programme, die kennen dieses Multitasking nicht, aber die werden immerhin Henner: unter Windows 3 in eigene virtuelle Maschinen verschoben und so lassen sie sich Henner: zumindest parallel starten.
Henner: Die laufen dann nur begrenzt wirklich gleichzeitig, die werden durch das System Henner: in der Regel immer wieder eingefroren, wenn man sie gerade nicht braucht, Henner: wenn sie nicht im Vordergrund sind, aber zumindest kann man sie auch parallel starten unter Windows. Henner: Also hier führt Windows 3 schon dazu, dass die Leute sich an eine andere Art Henner: der Arbeit gewöhnen können, an das parallele Arbeiten, also mehrere Programme Henner: gleichzeitig laufen lassen. So langsam werden die Leute daran geführt.
Henner: Was auf anderen Plattformen wie dem Amiga natürlich längst selbstverständlich ist. Chris: Windows 3 setzt schon auf zeitgenössische, moderne PCs. Das funktioniert auch Chris: mit älteren Modellen noch, mit 16-Bit-Prozessoren und auch im Zweifel nur mit Chris: einer Megabyte RAM. Aber dann fallen zum Beispiel die Vorteile, Chris: die du gerade beschrieben hast, das Enhanced-Modus. Chris: Und obwohl das System auch theoretisch sogar noch die antike CGA-Grafik mit Chris: ihren vier Farben unterstützt, Chris: erstrahlt es nur dann im vollen Glanz, Wenn man auch eine damals moderne VGA-Grafikkarte Chris: in seinem Rechner stecken hat, dann kann man auch so Gags machen wie gemusterte Chris: Hintergründe einstellen und die Schaltflächen haben dann so eine zarte 3D-Anmutung und Chris: die Icons sind dann bunt, in Anführungszeichen, mit 16 Farben bei 640 mal 480 Pixeln.
Chris: Denn wenn man eine SVGA-Karte im Rechner stecken hat, ist sogar noch mehr möglich. Chris: Das ist aber noch nicht unbedingt der Standard zu diesem Zeitpunkt. Chris: Und die zentrale Anlaufstelle auf dem Desktop von Windows 3 ist der sogenannte Chris: Programmmanager. Das ist ein Fenster und darin sind dann alle Programm-Icons Chris: in Unterfenster einsortiert. Also alle Anwendungen, alle Spiele, Chris: alles Zubehör und sowas, was man auf dem Rechner hat.
Henner: Dazu kommen wir auch noch, warum das ein Problem ist. Ich habe das auch nie Henner: so ganz verstanden, warum es diesen Programmmanager geben muss. Henner: Damit räumt Windows 95 dann ja auch endlich auf. Aber erst bleibt Microsoft Henner: noch dabei und verpasst Windows 3 noch ein paar Upgrades. Henner: Die folgen 91 und 92. Erst kommt da Windows 3.0 with Multimedia Extensions, Henner: sehr griffiger Name, und Windows 3.1, die gemeinsam einige Medienfunktionen mitbringen.
Henner: Das ist ja der Anfang dieser großen Multimedia-Schwämme auf dem PC. Henner: Da gibt es die Audioaufnahme via Soundrecorder. Da konnte man also theoretisch Henner: auch schon Podcasts aufnehmen damals. Henner: Dann gibt es die Audio- und Video-Wiedergabe mit dem Media Player, Henner: die war damals neu, MIDI-Geräte, Audio-CDs, Bildschirmschoner kommen dazu und ein paar andere Dinge. Henner: Das Allerwichtigste ist aber natürlich Minesweeper, eins der besten Windows-Spiele überhaupt.
Henner: Und dann kommt noch ein weiteres Upgrade im November 93, Windows for Workgroups, Henner: auch bekannt als Windows 3.11 oder 3.11. Henner: Wie der Name schon sagt, ist das ein netzwerkfokussiertes Windows. Henner: Da geht es noch nicht um das Internet, sondern primär um lokale Netzwerke. Henner: Also da wird sowas ergänzt wie die Dateifreigabe oder im Netzwerk geteilte Drucker. Henner: Außerdem kommen dann auch einige moderne 32-Bit-Komponenten dazu.
Henner: Das ganze System ist ja eigentlich noch 16 Bit und basiert ja auch auf dem 16 Henner: Bit Betriebssystem DOS, aber einige Komponenten sind jetzt doch schon 32 Bitig, Henner: also sehr modern und laufen entsprechend schneller, können auch mehr Speicher nutzen, Henner: und das sind einige gekapselte Subsysteme, zum Beispiel für Laufwerkszugriffe Henner: oder Netzwerkzugriffe, die dadurch beschleunigt werden. Henner: Aber im Grunde, wie gesagt, das bleibt alles immer noch DOS.
Henner: Es bleibt ein separater grafischer Aufsatz für DOS, der manuell gestartet werden Henner: muss von der Kommandozeile aus. Henner: DOS bleibt also wichtig und bleibt auch die bevorzugte Basis für PC-Spiele. Henner: Aber dem Erfolg hat das nicht geschadet. Windows 3 war ein Erfolg. Chris: Ja, das ist der wesentliche Unterschied zu den beiden Vorgängerversionen, Chris: dass das jetzt die erste Version dieser grafischen Benutzeroberfläche ist, Chris: die auch positiv aufgenommen wird vom Markt.
Chris: Nach vier Monaten ist da schon die erste Million verkauft. Sehr ordentlicher Erfolg. Chris: Und insgesamt kommt Windows 3 in zwei Jahren auf zehn Millionen Kopien und wird Chris: dann von Windows 3.1 sogar noch übertroffen. Chris: Und das aber vor allen Dingen in der Arbeitswelt, in Unternehmen. Chris: Die US-Zeitschrift Infoworld, die berichtet im Oktober 1990 über eine Umfrage Chris: unter den Fortune 500-Konzernen, also den größten börsennotierten Unternehmen der USA.
Chris: Und nach dieser Umfrage planen damals 72 Prozent dieser Unternehmen Windows Chris: 3.0 auf ihren PCs einzusetzen. Chris: Das ist schon eine enorme Menge. Selbst Microsoft scheint nicht damit gerechnet zu haben. Chris: Zitat, Windows 3.0 hat uns ein bisschen überrascht mit seinem Erfolg und der Chris: Aufmerksamkeit, die es bekam. Chris: Zitat Ende. Von wem stammt das? Das stammt von Brad Silverberg, Chris: der als Microsoft-Vizepräsident zuständig für jene Betriebssystem-Sparte war, Chris: die auch Windows 3.0 verantwortet.
Chris: Der überraschende Windows-Erfolg begründet dann auch eine Kursänderung bei Microsoft. Chris: Die 90er Jahre sollten nach dem Willen der Firma und vor allem dem großen Kooperationspartner Chris: von Microsoft, nämlich IBM, eigentlich einem anderen Betriebssystem gehören, und zwar OS2. Chris: Das haben die beiden, also Microsoft und IBM, nämlich gemeinsam entwickelt und Chris: das ist ein technisch zeitgemäßes Betriebssystem, das DOS Chris: ablösen soll, während Windows dann auch abgelöst werden würde durch eine separate Chris: Oberfläche namens Presentation Manager für OS2.
Chris: Also OS2 als das Betriebssystem und das grafische User Interface wäre dann der Presentation Manager. Chris: Und OS2 ist auch wirklich ein sehr viel fortgeschritteneres Betriebssystem als Chris: DOS, aber ist auch ziemlich speicherhungrig, anfangs noch von vielen Problemen Chris: geplagt und der Presentation Manager wird nicht so schnell fertig, Chris: wie man sich das wünscht, das verzögert sich. Chris: Und in dieser Zwischenzeit reisiert Windows 3.0 auf Basis des ja längst abgeschriebenen DOS.
Henner: Ja, das ist eine seltsame Ära. Für ein paar Jahre ist es so, Henner: dass Microsoft und IBM in der Öffentlichkeit immer OS2 bewerben als das Betriebssystem Henner: der Zukunft und der 90er Jahre. Henner: Aber intern verschiebt Microsoft mehr und mehr die Entwicklungsressourcen in Richtung Windows. Henner: Die sehen eigentlich gar keine Zukunft in dieser Partnerschaft mit IBM und so Henner: endet diese Partnerschaft dann auch im Jahr 1991 ganz offiziell.
Henner: Dann gehen beide also getrennter Wege. IBM macht die Entwicklung von OS2 weiter. Henner: OS2 2.0 ist da gerade in der Entwicklung und das bringen sie jetzt alleine zu Ende. Henner: Microsoft hat bis dahin an OS2 3 gearbeitet, also an der nächsten Generation, Henner: die nochmal fortschrittlicher sein sollte. Henner: Und das bringen sie jetzt auch alleine zu Ende, aber nicht mehr als OS2, Henner: sondern unter einem anderen Namen, Windows NT.
Henner: Das erscheint im Jahr 1993. Henner: Und das ist ein vereintes System, also Betriebssystem und Oberfläche in einem, Henner: nicht mehr wie bei DOS und bei Windows 3. Henner: Ab diesem Moment, 1993, existieren somit zwei separate Windows-Familien. Henner: Windows 3 auf 16-Bit-DOS-Basis für Heimanwender und kleine Büros für die breite Henner: Masse und Windows NT mit 32-Bit-Technik für größere Unternehmen, Henner: für sicherheitskritische Anwendungen und High-End-Workstations.
Henner: Die beiden teilen den Markt weitgehend unter sich auf. Der IBM-kompatible PC, Henner: der beherrscht ja in den frühen 90er Jahren die gesamte Computerwelt. Henner: Der hat im Jahr 94 90% Marktanteil. Henner: Er drängt also den Macintosh in die Mische und die Heimcomputer von Commodore Henner: und Atari ganz aus dem Geschäft. Henner: Der PC beherrscht die Welt und Windows beherrscht den PC. Henner: Aber Microsoft darf jetzt nicht stehen bleiben, denn auch wenn der PC selbst Henner: kaum noch Konkurrenz hat, Windows hat Konkurrenz, denn da ist ja immer noch IBM mit OS2.
Henner: Version 2 erscheint 92 mit dem Slogan ein besseres Windows als Windows, Henner: denn es ist mit DOS und Windows-Programmen kompatibel. Und 94 kommt Version Henner: 3 raus, OS2 Warp, und richtet sich genau wie Windows 3 an die breite Masse. Henner: Es wird also dringend Zeit für ein neues Windows für den Massenmarkt, Henner: einen Nachfolger für Windows 3. Chris: Ja, es wird wirklich Zeit, denn diese DOS-Basis, die da unten drunter liegt, Chris: die ist ja ziemlich in die Jahre gekommen. Die geht auf 1981 zurück und ist Chris: ihrerseits ein Nachfahre der CPM-Architektur aus den 70er Jahren.
Henner: Ja, ist ein Klon. Chris: Ja, und wir sind jetzt in den 90ern, also moderne Software hat ganz andere Anforderungen. Chris: Dafür ist DOS schon gar nicht mehr so richtig ausgelegt. Chris: Und die Windows 3 Oberfläche von 1990 kommt auch sichtbar in die Jahre. Chris: Also ist jetzt die Frage, wie soll es denn weitergehen nach Windows for Workgroups? Chris: Sollen wir mit DOS noch einen Versuch machen oder sollen wir den sehr fortschrittlichen Chris: NT-Kernel benutzen und darauf ein neues Betriebssystem aufbauen?
Chris: Mit diesen Fragen kann sich Microsoft jetzt auch nicht sehr lange beschäftigen, Chris: weil der Handlungsdruck wächst. IBM beginnt im April 1992 damit, OS2 2.0 zu verkaufen. Chris: Und es gibt auch weitere Konkurrenten, die ihren Schatten vorauswerfen. Chris: In einem Microsoft-Strategie-Papier aus dem April 1992 warnen die Autoren zum Chris: Beispiel vor einem möglichen Desktop-System des Netzwerkspezialisten Novell. Chris: Und das alte Windows 3 heißt es in diesem Papier, leidet unter mehreren Schwächen, Chris: die sein Wachstum behindern.
Chris: Das ist nämlich unzuverlässig, der Netzeinsatz ist schwierig, Chris: das Interface ist nicht wirklich intuitiv und dann ist da noch die, Chris: Zitat, brüchige 16-Bit-Basis. Also DOS. Chris: DOS war ein Problem, sagte eben schon erwähnte Manager Silverberg in einem Interview. Chris: Die Kommandozeile ist schwer zu bedienen. Chris: Das kommende Windows NT auf der anderen Seite, das ist technisch zwar herausragend, Chris: aber das ist für den professionellen Einsatz gedacht, und zwar insbesondere auf High-End-PCs.
Chris: Das ist also ziemlich speicherhungrig, das ist teuer und es ist auch nur sehr Chris: eingeschränkt kompatibel mit bestehender Software. Chris: Das ist in gewisser Weise die Fortführung des alten Gedankens, Chris: leistungsstarke Software für professionelle Anwender zu machen. Chris: Aber der PC ist inzwischen ein Massenmarktprodukt für Normalos und Microsoft Chris: braucht deswegen ein Windows, das sich an diesen Markt richtet, Chris: also an die Heimanwender und an kleine Unternehmen, kleine Büros.
Henner: Und da ist natürlich auch schon einiges in Arbeit bei verschiedenen Teams innerhalb von Microsoft. Henner: Das wissen wir ganz genau, weil im Laufe der Jahre bei diversen Gerichtsverhandlungen Henner: verschiedene interne Dokumente und E-Mails mal veröffentlicht wurden. Henner: Und da kann man ganz gut nachvollziehen heute, wie damals die internen Diskussionen Henner: geführt wurden über diesen möglichen Nachfolger von Windows 3 und 3.1.
Henner: Da laufen also mehrere unabhängige Projekte in den Laboren von Microsoft und Henner: die meisten davon, die tragen Codenamen aus der Welt der Raubkatzen. Henner: Da gibt es zum Beispiel Cougar, das ist der Puma zu Deutsch. Henner: Und Cougar ist nun der Plan, dieses alte 16-Bit-DOS aufzubohren und zu ersetzen Henner: durch einen modernen Nachfolger, ein 32-Bit-DOS. Henner: Das soll, wie auch Windows 3 im Enhanced-Modus das schon gemacht hat, Henner: mehrere virtuelle Maschinen für einzelne Programme bereitstellen und es soll, Henner: voll abwärtskompatibel sein, aber die DOS-Plattform eben in die Zukunft führen.
Henner: In Arbeit ist ein zweites Projekt mit dem Codenamen PANTA. Henner: Das ist ein abgespecktes Windows NT, das den sehr avantgardistischen, Henner: aber speicherhungrigen NT-Körnel so weit abspecken soll, dass er keine exorbitanten Henner: 12 MB RAM mehr braucht, wer hat die schon, sondern mit 4 MB auskommt. Henner: Ein stark reduziertes NT also, das nicht unbedingt gedacht ist als eigenständiges, Henner: vollständiges Betriebssystem, sondern als Windows-Subsystem fungieren soll.
Henner: Also jene Komponente, jene Ausführungsschicht, die für die Ausführung von Windows-Programmen Henner: zuständig ist, möglicherweise in Kombination mit einem DOS-Kern. Henner: Und dann gibt es noch ein weiteres Projekt mit einem Katzenspitznamen, Henner: das ist Stimpy, das ist keine Raubkatze, das ist eine Cartoon-Katze aus der Serie Ren & Stimpy und. Henner: Das ist passenderweise etwas Buntes, das ist nämlich das Projekt, Henner: das ein neues Interface entwickeln soll, also eine neue grafische Oberfläche Henner: auf der Basis von Windows 3.1.
Henner: Das heißt, jetzt haben wir drei Bestandteile, die gerade in Arbeit sind, Henner: drei Projekte, ein modernes DOS, ein 32-Bit-DOS, ein modernes Windows obendrauf, Henner: und eine moderne Oberfläche. Henner: Und das könnten jetzt doch die Eckpfeiler werden für eine neue Windows-Generation, Henner: die auf Windows 3.11 folgt. Henner: Und erste Überlegungen in genau dieser Richtung, die beginnen auch intern bei Henner: Microsoft im März 1992, also kurz vor der Auslieferung von Windows 3.1 Henner: und das ist nun der Startschuss für das, was später Windows 95 sein wird.
Henner: Das heißt damals natürlich noch nicht so. Das ist noch das Projekt Windows 4.0 Henner: oder auch intern Windows 93. Chris: Warum jetzt Windows 93? Auch dazu gibt es ein Dokument, nämlich vom 5. Chris: März 1992, geschrieben von dem Manager Silverberg. Der ist nämlich auch für Chris: diese Windows-Generation jetzt zuständig. Chris: Der schreibt eine Mail an ungefähr ein Dutzend Kollegen mit dem Betreff Post Chris: 3.1 Plans, also die Planung für die Zeit nach Windows 3.1.
Chris: Und da legt er schon mal fest, das neue System soll eben das untere Marktsegment Chris: ansprechen und somit komplementär zu Windows NT sein, aber ein eigenständiges Chris: Design. Es soll kein Mini-NT sein. Chris: Und da geht es auch darum, wie das Projekt heißt. Es bekommt keinen Katzennamen, Chris: sondern er sagt, naja, wir werden dann schon noch einen besseren Codenamen brauchen, Chris: aber fürs Erste nennen wir es einfach mal Win93.
Henner: Optimistisch. Chris: Ist halt einfach gerade nichts Besseres eingefallen. Chris: Genau, also es geht natürlich um den angepeilten Release Termin. Chris: Und für die technische Basis gibt es auch einen Plan, das steht da ebenfalls Chris: in dieser Mail, da schreibt er, unser Ziel ist, Cougar und Panther als Basis zu nehmen. Chris: Also dieses reduzierte NT-System auf das erweiterte 32-Bit-DOS draufzusetzen, Chris: denn DOS wolle man keinesfalls aufgeben, es sei immer noch unser Hauptprodukt, Chris: Und das, Zitat Silverberg, wir mit unserem Leben verteidigen müssen. Zitat Ende.
Henner: Das tun sie ja auch, erschreckend lange. Chris: In der Tat, ja. Also das bedeutet, der Systemkern und die Oberfläche oder auch Chris: Shell werden immer noch als getrennte Einheiten betrachtet. Chris: Und so wird auch erwogen, dass neue Cougar-DOS, Silverberg schlägt intern da Chris: auch einen Namen übrigens vor, dafür nämlich MS-DOS-NT, ich glaube, Chris: der hat sich nicht durchgesetzt, Chris: Also dieses Cougar-DOS auch als eigenes Produkt zu verkaufen, Chris: technisch verjüngt, aber weiterhin mit Kommandozeile und das wäre dann das günstige Chris: System für Billig-PCs sowie für, Zitat, Nutzer, die Windows hassen.
Chris: Hat das offensichtlich auch damals schon gegeben. Er erwägt dann auch eine erweiterte Chris: DOS-Version mit ausgewählten Windows-Komponenten wie der Systemsteuerung, Chris: aber DOS-typisch gesteuert über die Kommandozeile. Chris: Am Ende wird alles fallen gelassen. DOS wird bis 1994 als eigenständiges Produkt vertrieben. Chris: Die letzte offiziell kaufbare Version da draußen wird dann die 6.22 sein, Chris: aber ab dann wird es in Windows integriert und lebt dort, du hast es gerade Chris: schon angedeutet, noch erstaunlich lange weiter, nämlich bis Windows ME im Jahr 2000.
Chris: Da steckt dann unten drunter die DOS-Version 8. Chris: Aber was stirbt, ist nicht nur diese Pläne für das kommerzielle 32-Bit-DOS, Chris: sondern auch die Pläne für dieses Panther-Projekt, also dieses NT-Downgrade sozusagen. Chris: Was am Ende also bleibt von diesen ganzen Plänen, ist nur ein einzelnes, Chris: vollintegriertes Produkt und das ist ein Hybrid aus einem nur leicht aufgefrischten Chris: DOS und einer aufgehübschten Windows-Benutzeroberfläche.
Chris: Am Ende findet sich da also keinerlei NT-Technik drin. Chris: Warum eigentlich nicht, wenn die doch viel besser ist? Naja, Chris: das ist nach wie vor zu leistungshungrig und ganz wichtig für Microsoft ist, Chris: das darf eben nicht nur auf High-End-PCs laufen, dieses neue Windows. Chris: Das muss eine möglichst große Nutzerbasis erschließen. Chris: Und Windows 93 kann es dann auch nicht mehr heißen, denn aus diesem avisierten Chris: Termin im Jahr 1993 wird nichts.
Henner: Ja, daraus wird nichts. Nun sind wir aber erst noch im Jahr 1992 und da werden Henner: erst mal Microsoft intern die Entwicklungsziele für dieses neue Betriebssystem konkretisiert. Henner: Und dabei wird dann auch ein neuer Codename festgelegt, ganz wichtig und der Henner: lautet jetzt nicht mehr WIND93, sondern Chicago. Henner: Warum das denn? Silverberg hat sich später mal dazu geäußert, Henner: der sagt, das soll für amerikanische Wertarbeit stehen.
Henner: Chicago, das ist ja ein alter amerikanischer Industriestandort, Henner: und das ist also das Blaumann-Betriebssystem, etwas für die Arbeiterschaft, Henner: nichts Exotisches, nichts Abgehobenes, etwas für jedermann, also nicht das NT Henner: für die Elite, sondern etwas für den gemeinen Arbeiter. Chris: Ich finde das eigentlich gar nicht so schlecht gewählt, weil als Codename ist Chris: das ja nie für die Öffentlichkeit bestimmt, sondern nur für die internen Leute bei Microsoft.
Chris: Und das macht aber auch auf der Namensebene schon klar, dass das jetzt ein Betriebssystem Chris: für den Orthonormalverbraucher werden soll, nicht irgendwie was Abgehobenes und Teures. Henner: Genau, das ist der Gedanke dahinter und für dieses Chicago Projekt legen Silverberg Henner: und seine Kollegen jetzt im Henner: Frühjahr bis Mitte 92 ein paar Leitlinien fest, die werden dann später als die Henner: zehn Gebote bezeichnet, die sind allerdings nicht in Gänze überliefert leider, Henner: macht aber auch nichts, weil sie dann reduziert werden auf Henner: vier griffige Kernprinzipien, also vier Entwicklungsziele für dieses Chicago, Henner: das später Windows 95 werden wird.
Henner: Das Erste, das Wichtigste ist die Architektur. Das ist nun wie gesagt keine Henner: NT-Architektur, kein richtiges 32-Bit-Betriebssystem, aber es soll so viel 32-Bit-Technik Henner: drinstecken wie möglich. Henner: 32-Bit-Treiber, präemptives, also modernes Multitasking für 32-Bit-Anwendungen. Henner: All das nach wie vor auf der Basis des guten alten DOS, aber voll integriert. Henner: Das heißt, man soll gar nicht mehr mit dieser DOS-Oberfläche konfrontiert werden Henner: und von dort aus manuell Windows starten müssen, sondern man soll beim Start Henner: des Rechners direkt ins GUI starten, also in die grafische Benutzeroberfläche hinein.
Henner: DOS soll also weitgehend verborgen werden vor dem Nutzer. Henner: Das zweite große Ziel ist Abwärtskompatibilität. Das ist ja ein heiliges Mantra Henner: bei Microsoft oder insgesamt für die PC-Plattform. Henner: Das Ganze soll weiterhin stabil und möglichst performant laufen, Henner: auch auf alter existierender Hardware, also auf typischen Rechnern, Henner: auf denen bislang Windows 3 läuft. Henner: Das bedeutet, das wird relativ früh schon festgelegt, ein 386DX mit 4 MB RAM müssen reichen.
Henner: Dann soll natürlich weiterhin volle Kompatibilität nicht nur zur Hardware gewährleistet Henner: sein, sondern auch zu alter Software und Treibern für Windows 3 und für DOS. Henner: Und alles, was man unter DOS bislang tun kann, soll auch in Windows direkt möglich Henner: sein, ohne möglichst, dass man zur Kommandozeile wechselt. Henner: Das wird für Spiele sich nur zum Teil bewahrheiten, aber das ist erstmal das Ziel. Henner: Ja, und dann gibt es bald schon eine Feature Specification, eine interne Spezifikation Henner: auf 277 Seiten, die das näher ausführt.
Henner: Diese Spezifikation erscheint intern in Version 1.0 am 30. September 1992. Henner: Da ist also klar umrissen, was Chicago alles leisten soll. Henner: Und da heißt es, was die Kompatibilität angeht, ganz konkret, Henner: die 100 wichtigsten DOS-Anwendungen und Spiele sollen geprüft werden auf Kompatibilität. Henner: So, das sind also schon mal zwei Prinzipien, also die moderne Architektur, Henner: kombiniertes DOS mit Windows, mit möglichst wenig DOS und möglichst viel Windows, Henner: Abwärtskompatibilität, aber da gibt es noch zwei weitere Ziele.
Chris: Und zwar ist das die Konnektivität. Schon zu diesem Zeitpunkt ist absehbar, Chris: dass lokale Netzwerke, aber auch der Internetzugang wichtig werden für ein Betriebssystem Chris: und die sollen in diesem neuen Chicago-System leicht zu konfigurieren und zu nutzen sein. Chris: Da knüpft es einfach an Windows for Workgroups, also an Windows 3.11 an, Chris: das zu diesem Zeitpunkt ja auch in der Entwicklung ist und da noch den Codenamen Sparta trägt.
Chris: Und der vierte wichtige Leitfaden ist die Benutzeroberfläche. Chris: Für die soll es nämlich erhebliche Verbesserungen bei der Bedienbarkeit geben. Chris: Denn, so schreibt Silverberg, wir haben große Fortschritte gemacht bei Windows Chris: 3.1, aber nicht beim Interface, das mittlerweile ziemlich alt aussieht. Henner: Ja, in der Tat. Chris: Ja, dennoch sei das Ziel laut ihm kein radikal erneutes Interface. Chris: Man plant stattdessen mehr Hilfestellung für den Nutzer, Plug-and-Play-Technik Chris: für komplexe Aufgaben wie die Hardware-Installation, eine mausfreundliche Setup-Routine Chris: sowie aussagekräftige Fehlermeldungen.
Henner: Das finde ich sehr schön. Ja, die Fehler kann man nicht vermeiden, Henner: aber man kann sie besser erklären. Chris: Ja, inwiefern das tatsächlich dann eingelöst wird, Stichwort Blue Screen sei mal dahingestellt. Chris: Aber als Orientierungspunkt dient dann Silverbergs wenig IT-affine Mutter. Chris: Also in Zukunft wird für dieses Projekt jede Änderung daraufhin geprüft, Chris: ob Brad's Mom, also Brad Silverbergs Mutter, sie dann auch verstehen könne.
Henner: Das sind die vier Kernprinzipien. Anhand dieser Leitlinien wird Windows 95 oder Henner: Chicago also entwickelt. Henner: Ganz interessant fand ich aber auch, in dieser Feature-Specification, Henner: also diesem riesigen Dokument, ist auch aufgelistet, welche Wunschvorstellungen es noch so gibt. Henner: Also welche Funktionen noch eingebaut werden könnten und jeweils steht noch Henner: eine Priorität dabei. Also wie wichtig ist das für die Entwicklung?
Henner: Und da steht zum Beispiel drin, die Aufhebung der Dateinamenlimitierung. Henner: Denn unter DOS und Windows 3 ist es so, dass eine Datei, egal ob jetzt ein Word-Dokument Henner: oder ein Programm, nur acht Zeichen im Namen tragen kann, plus Endung, Henner: also donkey.buzz. Viel mehr geht nicht. Henner: Und die Aufhebung dieser Limitierung, also längere Dateinamen zu ermöglichen, Henner: das steht hier auch drin als Wunsch, hat aber nicht die höchste Priorität, Henner: sondern nur Priorität zwei.
Henner: Und das, obwohl es später in einem anderen Microsoft-Dokument heißt, Henner: das sei das mit Abstand am meisten gewünschte Feature, seit wir im Betriebssystemgeschäft sind. Henner: Also, alle Leute beklagen sich darüber, dass sie unter DOS ihre Word-Dateien Henner: nur Text-Gut-1, Text-Gut-2 und Text-Gut-3 nennen können, ohne zu spezifizieren, Henner: worum es darin eigentlich geht. Henner: Und dann wird der Wunsch genannt, von CD zu booten, also von der Setup-CD.
Henner: Das wäre doch nett, aber das hat nur die dritthöchste Priorität, Henner: das Booten von neuen Floppy-Formaten hingegen. Da gibt es einige neue damals Henner: mit 40 Megabyte oder mehr. Henner: Das hat die höchste Priorität. Das hat Priorität 1 bekommen, Henner: dazu kam es allerdings gar nicht. Henner: Und Spiele, ja, die werden auch noch erwähnt, aber nur so am Rande. Henner: Denn da heißt es einfach nur, ja, DOS-Spiele, die müssen unter Chicago halt Henner: besser laufen als zuvor.
Henner: Ohne auszuführen, was das heißt. Also neue Funktionen für Spiele oder Windows-APIs Henner: wie das spätere DirectX, das wird hier gar nicht erst erwähnt. Henner: Für die Autoren scheint Gaming ein reines DOS-Thema zu sein und darüber hinaus uninteressant. Henner: Moderne 3D-Grafik, wie sie für Spiele damals ja eigentlich gerade mehr und mehr Henner: im Kommen ist, die wird im Kontext von Spielen überhaupt nicht erwähnt, Henner: sondern nur im Kontext von CAD-Anwendungen, also professionellen Anwendungen auf Basis von OpenGL.
Henner: Denn ja, wie gesagt, Direct3D, DirectX, das gibt es damals noch gar nicht und Henner: ist auch noch nicht in Planung. Dazu kommen wir erst noch. Chris: Das finde ich jetzt aber für ein Dokument aus dem September 1992 noch nicht verwerflich. Chris: Das ist ja noch deutlich vor zum Beispiel der ersten Playstation und das ist Chris: auch nur vier Monate nach dem Release von Wolfenstein 3D. Da ist ja auch noch ein Jahr hin bis Doom. Chris: Also meiner Meinung nach ist zu diesem Zeitpunkt der PC einfach keine 3D-Spiele-Maschine.
Henner: Das stimmt, das kommt dann erst mit Doom ein Jahr später, ja. Chris: Genau und auch dann ja, es ist nur der erste Schritt. Chris: Finde ich jetzt nicht so verwerflich, dass sie dem noch keine so große Bedeutung beimessen. Chris: Was Microsoft als viel entscheidender gilt für den Erfolg, sind Verbesserungen Chris: bei der Benutzeroberfläche. Chris: Auch Bill Gates selbst, also der Chef von Microsoft, der gibt Ende 1994 in einer Chris: Rede zu, der PC von heute ist nicht besonders leicht zu benutzen.
Chris: Wir geben über 200 Millionen Dollar pro Jahr aus, um den Leuten dabei zu helfen, ihre PCs zu benutzen. Chris: Bei diesen 200 Millionen Dollar spricht er von Support-Aufwand, Chris: den sich Microsoft da künftig sparen möchte, indem es das Produkt selbst verständlicher macht. Chris: Ein späteres Dokument im Rahmen von Windows 95 nennt als wesentliche Chris: Schwächen der Benutzeroberfläche von Windows 3.1 das schwierige Fenstermanagement, Chris: eine nicht erkennbare Funktion für den Taskwechsel, also um zwischen Programmen umzuschalten, die, Chris: nicht intuitive Programmstartmechanik per Doppelklick und auch eine verwirrende Chris: Dualität von Programm- und Dateimanager.
Chris: Denn in der Tat, das war mir auch gar nicht mehr im Gedächtnis, Chris: aber da bin ich auch wieder voll drüber gestolpert, als ich jetzt nochmal Windows Chris: 3.11 angeschmissen habe. Chris: Da gibt es ja den Programmmanager, in dem man die ganzen Programme durchklicken Chris: kann. Es gibt aber nochmal einen separaten Dateimanager, in dem man Ordnerstrukturen Chris: und Programme durchklicken kann. Chris: Und auch mir ist aus dem Stehgreif nicht mehr klar, warum eigentlich.
Chris: Also die Schwächen von Windows 3.1 sind bei Microsoft bekannt. Chris: Aber die frühen Spezifikationen für das neue Windows aus dem Jahr 1992, Chris: die nennen für Chicago nur wenige konkrete Änderungen an der Benutzeroberfläche, Chris: die diese Schwächen dann auch tatsächlich adressieren sollen. Chris: Wir haben ja vorhin schon gehört, das Denken eher in Richtung von verständlichere Chris: Fehlermeldungen. Das hilft jetzt zwar schon vermutlich nicht so wahnsinnig viel.
Chris: Aber für die Ausarbeitung der Details ist ein anderes Team zuständig, Chris: mit dem dann auch die Abstimmung in Aussicht gestellt wird. Chris: Und dabei sollen dann auch frühere Designentscheidungen geprüft werden und genau Chris: erforscht werden, wie Einsteiger und aber auch erfahrene Windows-Benutzer ein Chris: Betriebssystem erleben und bedienen. Chris: Microsoft möchte also, so könnte man das vielleicht formulieren, Chris: seine Kunden kennenlernen und verliert dabei auch keine Zeit.
Henner: Ich glaube, den Autoren dieses Dokuments und Silverberg an der Spitze ist zu Henner: diesem Zeitpunkt noch nicht klar, wie groß die Änderungen sein werden, Henner: die vorgenommen werden jetzt durch das Design-Team an der Oberfläche von Windows 3. Henner: Der hat ja ganz zu Beginn schon gesagt, es soll kein radikal neues Interface Henner: geben, sondern nur eher behutsame Veränderungen. Henner: Sie nennen zwar die ganzen Schwächen, aber das sollte sich doch relativ schnell Henner: beheben lassen mit ein paar aussagekräftigeren Fehlermeldungen und Hilfsfunktionen und so weiter.
Henner: Aber das unterschätzt da ganz eindeutig, was da jetzt folgt, Henner: denn das wird komplett umgeschmissen, dieses Interface. Henner: Und die Arbeit daran beginnt im Oktober 1992, also wenigen Tage, Henner: nachdem diese Chicago-Spezifikation verabschiedet wurde. Henner: Und zum Jahresende beginnen dann auch die Usability-Tests. Das heißt, Henner: da werden dann Testnutzer eingeladen. Henner: Das sind sowohl Anfänger, die noch nie mit dem PC gearbeitet haben, Henner: als auch Kenner von Windows 3, also vom Vorgängersystem.
Henner: Und die müssen jetzt im Microsoft-Labor an einem PC verschiedene Aufgaben lösen. Henner: Das kann man auch verfolgen. Es gibt einige Aufzeichnungen davon im Internet, Henner: wo man diese Testnutzer dabei beobachten kann, wie sie zum Beispiel versuchen, Henner: Write zu starten. Das ist eine der Aufgaben, also das einfache Schreibprogramm, Henner: das bei Windows dabei liegt. Henner: Die Aufgabe lautet einfach nur, starte dieses Programm. Und es ist interessant Henner: zu sehen, wie sie damit zu kämpfen haben.
Henner: Diese Herangehensweise, die leitet jetzt einen für Microsoft sehr ungewohnten Henner: Entwicklungsprozess ein, einen iterativen Entwicklungsprozess. Henner: Denn traditionell lief das ganz anders bei Microsoft. Henner: Da haben die Designer und Entwickler und Entwicklerinnen vorher erstmal festgelegt, Henner: wie das Design aussehen soll. Henner: Das haben sie dann programmiert und umgesetzt. Und ganz zum Schluss haben sie Henner: es dann getestet, um vielleicht noch ein bisschen Feintuning zu betreiben.
Henner: Und das war's. Und diesmal zäumen sie das Pferd vom anderen Ende auf. Henner: Also sie probieren erstmal einige Designs aus, die sie nur ganz roh am Computer Henner: skizzieren oder sogar nur auf Papier. Henner: Das zeigen sie den Testpersonen dann und anhand von deren Feedback wird das Henner: Ganze dann komplett umgeworfen oder auch verfeinert und dann wieder getestet und so weiter. Henner: Und so nähert man sich Schritt für Schritt einem dann doch ziemlich neuen Design der Oberfläche.
Henner: Denn sie fangen natürlich an auf der Basis von Windows 3.1, also der damals Henner: aktuellen Version und ergänzen dieses Windows 3.1 ein bisschen um ein paar Elemente Henner: aus einem anderen Betriebssystemprojekt, das parallel läuft, Cairo. Henner: Das soll eigentlich die nächste NT-Version werden. Henner: Daraus wird gar nichts, aber aus diesem laufenden Projekt übernehmen sie einige Henner: Elemente in ihren Windows 3.1 basierten Prototyp und führen das den Testpersonen vor.
Henner: Und dann passen sie zunächst also nur kleine Details an, also zum Beispiel sowas Henner: wie der Desktop, der ist unter Windows 3 ziemlich nutzlos, der kann nicht viel, Henner: da ist der Programmmanager drauf als Icon und sonst nichts. Henner: Man kann, wenn man Programme minimiert, die dort auf dem Desktop sehen, Henner: da erscheinen sie dort nämlich als minimierte Icons, aber das war es auch schon. Henner: Also man kann keine Dokumente oder sonstigen Programme direkt auf dem Desktop ablegen.
Henner: Und das ist eine der frühen Änderungen, die Sie jetzt vornehmen. Henner: Sie machen den Desktop zu einem vollwertigen Container oder einem Ordner, Henner: in dem man nun auch Dateien und Programme direkt ablegen kann. Henner: Aber das meiste andere lassen sie unangetastet. Also es bleibt bei dem Programmmanager Henner: zum Beispiel und es bleibt auch beim Filemanager. Und es ist nach wie vor ein Henner: Windows 3.1 mit ein paar kleinen, behutsamen, konservativen Änderungen.
Henner: Und das hat auch einen guten Grund, denn Microsoft fürchtet natürlich, Henner: seine vielen, vielen Millionen loyalen Kunden, insbesondere im Unternehmenseinsatz, abzuschrecken. Henner: Das wollen sie nicht. Sie wollen diese Leute nicht abschrecken und entfremden Henner: mit einem radikal neuen Interface. Henner: Aber von diesem konservativen Ansatz müssen sie sich mit der Zeit dann doch Henner: entfernen und dann doch mehr ändern als geplant.
Chris: Tja, und das größte Problem, das sich in diesen Tests erweist, Chris: ist die Orientierungslosigkeit, insbesondere von Nutzern, die noch nicht so Chris: erfahren sind, die gar nicht wissen, wo sollen sie überhaupt anfangen, Chris: wenn sie eine Aufgabe lösen. Chris: Und denen möchte man jetzt einen Startpunkt geben. Und dazu platzieren die Entwickler Chris: unten links in der Ecke des Desktops drei quadratische Buttons, Chris: mit denen man kleine Menüs ausklappen kann. Da ist ein Symbol für das System, Chris: das ist das kleine Windows-Logo.
Chris: Damit öffnet man dann ein Menü für die Einstellungen und da ist auch der Run-Befehl Chris: drin, mit dem man dann wiederum Programme startet. Das ist also die Eingabezeile, Chris: wie man sie aus DOS kennt. Chris: Das zweite Symbol ist eine Lupe. Damit öffnet man die Suche für Dateien und Chris: auch einen Schnellzugriff auf die Dokumente, die kürzlich genutzt wurden. Chris: Und dann gibt es noch ein drittes Symbol, das ist ein Fragezeichen und damit Chris: öffnet man die Hilfe-Funktion.
Chris: Was es da noch nicht drin gibt, sind Verknüpfungen zu Programmen, Chris: die man damit starten kann. Chris: Die lassen sich dafür auf dem Desktop platzieren und in einem neuen Balken. Chris: Unten am Bildschirmrand ist jetzt ein grauer Balken, den gab es in Windows 3.11 noch nicht. Chris: Das ist zu dem Zeitpunkt ein Vorläufer der Taskleiste, zeigt aber noch keine laufenden Prozesse an. Chris: Nun stellt sich aber in den Tests raus, diese drei Buttons da unten in der Ecke, Chris: die sind für die Testnutzer immer noch verwirrend.
Chris: Dann werden da auch wieder Lösungen erwogen, zum Beispiel eine separate Oberfläche, Chris: speziell für Anfänger, wo extra große Buttons draus sind. Und so eine kleine Chris: Auswahl an Aufgaben stelle ich mir wie ein kleines Tutorial vor. Chris: Das funktioniert zunächst auch gut, aber das ist wiederum dann zu eingeschränkt, Chris: und wird dann daher wieder verworfen. Chris: Denn die grafische Benutzeroberfläche von Chicago, die muss für Anfänger genauso Chris: gut funktionieren wie für erfahrene Nutzer.
Chris: Und nach 64 Testrunden mit 560 Testsubjekten ist dieses Ziel dann erreicht und Chris: man findet ein finales Design für die Benutzeroberfläche. Henner: Ja, und das ist schon weitgehend das, was wir später als Windows 95 auf dem Markt sehen. Henner: Und das ist wirklich ein großer Fortschritt gegenüber Windows 3.11. Henner: Also ich habe es ja vorhin schon erwähnt, ich war ja lange ST-Nutzer und habe Henner: immer von außen auf Windows 3.11 geblickt. Und ich fand das auch immer unintuitiv Henner: und seltsam einschränkend.
Henner: Nur mal um ein Beispiel zu geben, wenn ich auf meinem Atari ST auf meine Dateien Henner: zugreifen wollte, und ja, ich hatte schon eine Festplatte, dann habe ich den Henner: Desktop mir angeguckt und das Laufwerk angeklickt und dann war ich drin. Henner: Dann habe ich schon die Übersicht meiner Dateien gesehen, das war alles, Henner: das war ein Doppelklick. Henner: Wenn ich das gleiche unter Windows 3.11 machen will, dann starte ich, Henner: dann habe ich den Desktop geklickt.
Henner: Öffne ich erstmal den Programmmanager, wenn der Programmmanager offen ist, Henner: dann öffne ich die Gruppe mit den Hauptprogrammen drin, Henner: darin öffne ich dann den Dateimanager und dann kann ich das richtige Laufwerk Henner: auswählen, indem ich dann meine Dateien sehe. Henner: Also das sind ein paar Klicks mehr, als ich das gewohnt war vom Atari ST. Henner: Ich kann mir schon vorstellen, dass das verwirrend ist. Genauso das Programm Henner: starten über diesen Programmmanager.
Henner: Das verwirrt die Leute ja eben in diesem Testprozess auch und überfordert sie sogar. Henner: Und da wird jetzt kräftig dran geschraubt, um das zu vereinfachen. Henner: Und im Januar 1994 ist es dann soweit, da ist Windows 95 noch weit entfernt, Henner: aber das Interface ist jetzt schon fast fertig. Henner: Das Ganze nennt sich zwar selbst noch Chicago oder zeitweise Windows 94, Henner: aber die Oberfläche ist weitgehend fertiggestellt.
Henner: Und ein wesentlicher Schritt hin zu dieser Fertigstellung ist die Verschmelzung Henner: von diesen drei kleinen Buttons, die du gerade beschrieben hast, von unten links. Henner: Die stammen noch aus dem Cairo-Prototypen, also diesem parallel laufenden NT-Projekt. Henner: Und die werden jetzt verschmolzen zu einem gemeinsamen Einstiegspunkt für die Henner: allerwichtigsten Aufgaben. Henner: Das ist ein großer Button, der dem Nutzer entgegenschreibt, klick mich an, Henner: hier geht's los, egal was du machen willst, fang hier an. Da steht nämlich Start drauf.
Chris: Ja, eben kein Logo oder abstraktes Symbol oder Windows-Symbol, Chris: sondern konkret das Wort, damit das so unmissverständlich wie möglich ist. Chris: Und das heißt bei uns im Deutschen in Windows 95 zufälligerweise auch Start Chris: wie im Englischen, weil das Wort bei uns auch existiert. Aber in anderen Sprachen Chris: wird das auch übersetzt. In dem französischen Windows 95 steht da zum Beispiel Chris: Demare und in Spanisch steht da Inicio.
Chris: Also selbst hier wird schon klar, das soll jeder begreifen. Henner: Ja, auch wenn intern kurz diskutiert wird, diesen Button Go zu nennen, Henner: Da gibt es einige Befürworter dieses Namens, aber es setzt sich dann Start oder Start durch. Henner: Und wenn man darauf klickt, was passiert dann? Ja, dann klappt ein weiteres Henner: Menü aus und das ist das Startmenü natürlich. Henner: Das zeigt Dokumente, die man kürzlich benutzt hat, also so wie dieses vorher Henner: existierende Menü auch schon.
Henner: Die Hilfe-Funktion, die ist auch drin, die Suche natürlich. Henner: Und jetzt sind auch direkt Programme verlinkt. Also es sind Verknüpfungen zu Henner: Programmen direkt im Startmenü. Henner: Und das stammt aus diesem verworfenen Prototyp eines Anfängerinterfaces, das du erwähnt hast. Henner: Das zielte nämlich darauf ab, den Leuten das Starten von Programmen zu erleichtern, Henner: die überfordert waren durch den Doppelklick. Henner: Das ist heute schwer vorstellbar, aber das hat viele Menschen, Henner: und das sieht man auch in diesen Testvideos zum Teil, überfordert, Henner: ein Programm mit einem Doppelklick zu starten.
Henner: Und dieses Anfängerinterface sollte das Programm starten über einen einzelnen Henner: Klick möglich machen. Und das geht jetzt über das Startmenü auch. Henner: Das heißt, man muss mit dem Mauszeiger nur noch das Startmenü öffnen, Henner: dann über den richtigen Programmnamen rüber hovern und dann einmal klicken und Henner: das Programm ist da. Einfacher geht es jetzt wirklich nicht mehr. Henner: Und das heißt, das zeigt sich auch dann in diesen Versuchen, Henner: die Microsoft macht hier mit den Testprobanden, was für ein Erfolg das ist.
Henner: Ich habe ja vorhin erwähnt, dass einige daran scheitern, Write zu starten, Henner: dieses Schreibprogramm. Henner: Das hat nämlich bei einem frühen Prototyp, der noch auf Windows 3.1 basiert, Henner: einen Probanden neun Minuten gekostet. Henner: Also die Aufgabe lautet einfach nur, nicht etwa schreibe einen kompletten Brief Henner: und druck ihn aus, nein, sondern einfach nur starte Write. Henner: Und der braucht neun Minuten, weil er einfach mit diesem Programmmanager nicht Henner: zurechtkommt. Und ich glaube, das ging mir als ST-Nutzer damals genauso.
Henner: Ich habe das auch nicht hingekriegt. Henner: Und nach dieser Änderung, nach der Umstellung auf diesen Windows 95 Desktop Henner: mit dem Startmenü schafft er das Ganze in anderthalb Minuten. Henner: Das ist immer noch langsam, aber er kommt dann recht schnell darauf, Henner: ich muss wahrscheinlich auf Start klicken, dann sieht er schon dieses Untermenü Henner: Programme, ja da wird es wohl sein und dann klickt er auf Write. Henner: Es ist also selbsterklärt.
Henner: Nun ist der Startbutton ja nun nicht die einzige Innovation, Henner: sondern es gibt ja rechts daneben auch noch diesen Balken. Du hast ihn ja beschrieben. Henner: In der frühen Entwicklungsphase war das ein Balken, auf dem man Programmverknüpfungen auch ablegen konnte. Henner: So stammte das auch aus dem Cairo-Prototyp. Henner: Es gibt auch Aussagen von Entwicklern, denen zufolge man darauf auch andere Henner: Inhalte ablegen können sollte.
Henner: Ordner, das ist klar, aber auch sowas wie Textinhalte, Dinge, Henner: die man kopiert und in andere Programme einfügen will. Henner: Ich weiß allerdings nicht, wie das in der Praxis funktioniert haben soll. Henner: Das habe ich nie gesehen oder selbst erlebt. Es gab auch nicht allzu viele lauffähige Henner: Prototypen, die diese Version enthielten. Henner: Spielt aber auch keine Rolle, denn dieser Balken ändert ja sehr bald seine Aufgabe.
Henner: Der nimmt jetzt keine Verknüpfungen mehr auf, keine Programme und auch keine Henner: anderen Dateiinhalte, sondern er zeigt die laufenden Prozesse an. Henner: Er wird zur Taskbar. Ein Task ist also eine aktive laufende Aufgabe, ein Prozess, Henner: das heißt ein laufendes Programm und alle laufenden Programme, Henner: egal ob maximiert oder im Fenster oder minimiert, die tauchen dort auf dieser Taskleiste auf. Henner: Das, was vorher zu einem Icon minimiert und irgendwo auf dem Desktop versteckt Henner: war, findet sich jetzt immer sichtbar auf dieser Taskleiste, Henner: die immer im Bild ist und alles andere überlagert und deswegen immer im Blick bleibt.
Henner: Und das löst das Problem, dass viele Testprobanden hatten, den Überblick zu Henner: verlieren darüber, welche Fenster und Programme eigentlich gerade offen sind Henner: und die wiederzufinden. Henner: Anfangs kann man noch in einem frühen Entwicklungsstadium umschalten zwischen Henner: diesen beiden Aufgaben, also Henner: ist die Taskleiste jetzt eine Linksammelstelle oder ist es eine Übersicht der Henner: laufenden Tasks und später beschränkt sie sich dann komplett darauf, Henner: also es ist nur noch eine Übersicht der laufenden Programme.
Henner: Und das ist wirklich ein großer Fortschritt, ein Meilenstein. Henner: Silverberg selbst beschreibt später in einem Interview, in einem anderen Podcast, Henner: den Moment, in dem in der Prototyp von Windows 95 oder von Chicago präsentiert Henner: wurde, der diese beiden Elemente zum ersten Mal enthielt. Henner: Also den Startbutton und die Taskleiste in ihrer finalen Form. Henner: Das nennt er einen der aufregendsten Momente während der Entwicklung.
Henner: Und es war eine lange Entwicklung, also da muss es viele aufregende Momente gegeben haben. Henner: Und wie er damals reagiert hat, das kann er mal gerne selber erzählen, Henner: ein Ausschnitt aus diesem Interview. Einspieler: When I saw the taskbar and the start button, when I saw that initial version Einspieler: of that, I just about leaped out of my skin. I was so excited. Einspieler: I was jumping up and down, running around the hallways, hooping and hollering.
Einspieler: I knew as soon as I saw that, that that was the future of Windows, Einspieler: User Interface und ich wusste, das Produkt war going to ein smash hit. Henner: Ja, kurz gesagt, als er die Taskleiste und den Startbutton sah, Henner: da ist er aus seiner Haut gefahren. Er war so begeistert, sprang auf und ab, Henner: rannte jubelnd durch die Flure. Henner: Er sagt, er wusste, dieses Produkt würde ein riesiger Erfolg werden. Henner: Das war die Zukunft. Ja, jetzt fehlt nur noch ein Name für diese Zukunft.
Chris: Ja, auch da hat Silverberg sich dazu geäußert. Er sagte im Nachgang, Chris: jeder sei davon ausgegangen, dass es Windows 4 heißen würde am Ende. Chris: Aber, Zitat, wir wollten etwas Aufregenderes und wir entschieden uns für Jahreszahlen. Chris: Wir wussten, das wäre ein bisschen kontrovers, weil es ja impliziert, Chris: dass wir nun jährliche Updates bringen würden. Chris: Das baute viel Druck auf das Entwicklerteam auf, aber es brachte Aufmerksamkeit. Zitat Ende.
Chris: Und so wird dann im Spätherbst 1994 aus dem Projekt Chicago das Projekt Windows 95. Henner: Ah, na endlich. Chris: Da ist es. Und auch dieses finale System wird jetzt aber erst nochmal rigoros Chris: von Testnutzern geprüft. Diesmal durch ein externes Unternehmen, Chris: das Microsoft beauftragt, die Usability Sciences Corporation. Chris: Und die lässt da im Vergleich Windows 3.1 gegen Windows 95 antreten. Chris: Und die Ergebnisse davon sind ganz eindeutig. Erfahrene Windows-3-Nutzer brauchen Chris: zunächst zwar länger, um kleine Aufgaben mit dem neuen Interface zu erledigen, Chris: aber schon beim zweiten Versuch sind sie dann damit schneller und produktiver als vorher.
Chris: Und am Ende geben 97 Prozent der Teilnehmenden an, dass sie definitiv auf Windows Chris: 95 umsteigen würden. Das ist ein sensationeller Wert für solche Usability-Tests. Chris: Alles, worüber wir jetzt geredet haben die ganze Zeit, ist ja nur die Benutzeroberfläche. Chris: Aber dieses neue Windows soll ja nicht nur leicht zu bedienen sein. Chris: Da können wir jetzt, glaube ich, einen Haken dran machen, zumindest aus Microsofts Sicht.
Chris: Sondern es soll ja auch möglichst fehlerfrei sein. Chris: Denn wir sind dann auch in einer Ära, wo die Kunden nicht so einfach Patches runterladen können. Henner: Und deswegen startet Microsoft neben den internen Testbemühungen natürlich auch Henner: einen öffentlichen Beta-Test. Henner: Das ist auch ein Novum, zumindest in dieser Dimension. Bislang hat sich Microsoft Henner: bei neuen Betriebssystemen immer sehr bedeckt gehalten, keine Informationen rausgegeben.
Henner: Diesmal kehren sie diese Strategie um und fluten die Öffentlichkeit nur so mit Henner: Informationen. Das sieht man dann auch in der Fachpresse, da sind sehr viele Henner: Berichte schon sehr früh über Chicago und das kommende Windows 95. Henner: Und so startet im Juli 1994 dann ein öffentlicher Beta-Test mit ungefähr 10.000 Henner: Teilnehmenden, begleitet von einem, Henner: Testhandbuch, ja der Chicago Reviewers Guide, fast 300 Seiten lang steht da Henner: drin, was man mit dem Betriebssystem machen kann und soll.
Henner: Aber das bleibt auch dabei nicht. Im Frühling 95 folgt dann ein noch größerer Beta-Test. Henner: Das ist das Windows 95 Preview-Programm. Henner: Und da nehmen jetzt rund 400.000 Tester teil. Henner: Das ist zumindest eine Zahl, die sehr oft genannt wird, auch von Microsoft-Mitarbeitern, Henner: später in verschiedenen Quellen und Interviews. Henner: Aber Silverberg selbst, der spricht auf dem Launch-Event, als Windows 95 fertig Henner: ist und veröffentlicht wird, sogar von einer Million.
Henner: Ich weiß nicht genau, wie er auf diese Zahl kommt, vielleicht sind es 400.000 Henner: Unternehmen und insgesamt eine Million Nutzer, wie auch immer. Henner: Es sind sehr viele Menschen, die Windows 95 hier testen. Henner: Das tun sie allerdings nicht umsonst. Die müssen 20 Dollar bezahlen für diese Beta-Version. Henner: Aber dafür bekommen sie nicht nur ein Beta-Betriebssystem, sondern auch zum Henner: Beispiel Zugriff aufs Online-Netzwerk Microsoft Network, das gleichzeitig mit Henner: Windows 95 launchen soll.
Henner: Und sie kriegen exklusiven Support, das was Microsoft eigentlich reduzieren Henner: will, weniger Kundendienst, aber für die Beta-Tester gibt es das noch, Henner: über CompuServe, also über den alternativen Online-Dienst, nicht direkt das Henner: Internet, sondern noch einen Konkurrent. Henner: Über CompuServe konnte man also nicht nur den eigentlichen Microsoft-Kundendienst Henner: kontaktieren, sondern sogar die Entwickler und Entwicklerinnen selbst.
Henner: Und Silverberg behauptet auch, er selbst hätte ganz viel persönlich private Henner: Zeit verbracht in den CompuServe-Foren nach Feierabend, wenn er seine Kinder Henner: zu Bett gebracht hat, um den Leuten hier zu helfen und Rede und Antwort zu stehen. Chris: Ja, und natürlich auch die Fachpresse stürzt sich auf diese Vorab-Versionen Chris: und zwar sogar außerhalb der Windows-Community. Chris: Die Zeitschrift Macworld zum Beispiel, der Name sagt es schon, Chris: die sind eigentlich spezialisiert auf Apple-Geräte.
Chris: Die urteilen in ihrer Ausgabe 2.95, dass Windows 95 für die meisten Nutzer genauso Chris: gut sein werde wie der Mac, Chris: und folgert dann daraus auch, dass das ein grundlegendes Problem sein dürfte, Chris: dem sich Apple bald stellen muss. Chris: Das ist einigermaßen hellsichtig. Chris: Macworld sagt zum Beispiel, das System löse mit seinen Rechtsklick-Kontextmenüs, Chris: auf die werden wir gleich nochmal kommen, ein altes Mysterium.
Chris: Mac-Besitzer hätten sich ja lange gefragt, warum PC-Mäuse alten nicht zwei oder Chris: sogar noch mehr Tasten verwenden, die braucht man doch gar nicht. Chris: Und das stimmt übrigens für die Windows 3-Generation auch noch, Chris: da macht die rechte Maustaste nämlich einfach gar nichts. Chris: Aber Macworld stellt dann konsterniert fest, Windows 95 gibt da eine Antwort Chris: drauf auf diese Frage, wofür ist eigentlich die rechte Maustaste gut, Chris: die sogar sehr nachvollziehbar sei.
Chris: Eine andere Zeitschrift, die Infoworld, die ist dagegen im März 1995 noch nicht Chris: so überzeugt von dieser Testversion von Windows 95. Chris: Die Oberfläche findet man zwar ganz gut, die sei leicht zu bedienen, Chris: aber in Bezug auf den Funktionsumfang und die Leistungsfähigkeit sei Windows Chris: doch deutlich hinter dem Macintosh Desktop zurück und auch hinter dem Workplace Shell von OS2. Chris: Außerdem sei das System noch geplagt von unzureichender Leistung und schwachem Multitasking.
Chris: Dann ziehen wir mal noch eine dritte Zeitschrift hier aus dem Regal, Chris: nämlich die PC Computing in der Ausgabe 695. Chris: Die ist begeistert. Die bemängelt zwar auch Performance-Probleme, Chris: allerdings hauptsächlich dann, wenn man wenig Arbeitsspeicher im Rechner stecken Chris: hat, aber alles andere ist tippitoppi, nämlich Kompatibilität ist da, die Oberfläche, Chris: vereint die besten Ideen von Microsoft, Apple und IBM. Chris: Und das Plug-and-Play würde auch meistens funktionieren.
Chris: Klingt nach einem vergifteten Lob, ist aber für diese Zeit gar nicht so schlecht. Chris: Beschreibt die Lebensrealität ganz gut. Ja, es funktioniert meistens. Chris: Und das ist ja schon mal ein Fortschritt gegenüber Windows 3.1, Chris: wo es das einfach gar nicht gab. Chris: Das ist also so das Meinungsbild zu dieser Preview-Version. Aber de facto ist Chris: das schon die Verkaufsversion. Da lässt sich nämlich nicht mehr viel ändern Chris: in dieser kurzen Zeit. Denn Windows 95 ist zu dem Zeitpunkt fast fertig. Wird ja auch mal Zeit.
Henner: Ja, wird Zeit. Und zu verdanken haben wir das insgesamt ungefähr 300 Entwicklerinnen Henner: und Entwicklern. Aus heutiger Sicht ist das relativ wenig. So viele Leute arbeiten Henner: auch an einem durchschnittlichen Spiel eines größeren Publishers. Henner: Und so ein Betriebssystemprojekt ist ja dann doch etwas größer. Henner: Aber diese Leute müssen das wettmachen, dass sie so ein relativ kleines Team Henner: sind, dass sie sehr hart arbeiten.
Henner: Ich habe später ein Interview gelesen mit einem der Entwickler, Henner: der sagte, viele hätten bis zu 16 Stunden am Tag geschuftet und sieben Tage Henner: pro Woche, also Crunch schon sehr früh. Chris: Auch im Betriebssystem-Business gibt es Crunch, nicht nur im Gaming, schau an. Henner: Ja, das war kein Zuckerschlecken, unter Gates zu arbeiten. Angeblich wurden Henner: regelmäßig die 5 bis 10 Prozent der Mitarbeitenden mit der niedrigsten Leistungsbewertung entlassen.
Henner: Ich habe zu dieser Crunch-Phase auch jemanden befragt, der es genauer wissen Henner: muss, nämlich John Ludwig. Henner: Der war damals ein Vizepräsident bei Microsoft und als solcher mitverantwortlich Henner: für verschiedene Betriebssystemprojekte, später auch für den Internet Explorer Henner: und diverse andere Dinge. Henner: Und der sagt, ja, das war leicht, so hart zu arbeiten und viele lange Arbeitstage Henner: in dieses Projekt zu investieren, weil die Mission so klar war.
Henner: Er sagt also, das waren alles Idealisten, denen war klar, wie wichtig dieses Henner: Produkt ist, an dem sie da arbeiten und, Henner: es war ihnen wichtig, diese vielen neuen Elemente in die Hände immer weiterer Henner: Nutzerkreise zu bringen und er meint damit Henner: die neue grafische Benutzeroberfläche, Plug and Play, wenn es denn funktioniert, Henner: integrierte Netzwerkfunktionen, die hohe Leistung und lange Dateinamen, Henner: die haben es ja dann doch geschafft, obwohl sie nicht die höchste Priorität hatten.
Henner: Das alles den Menschen zu bringen war diesen Entwicklerinnen und Entwicklern Henner: also wichtig, sodass sie gerne ihr Privatleben dafür geopfert haben, Henner: sagt zumindest John Ludwig. Henner: Aber trotz dieser harten Arbeit wird der zunächst anvisierte Termin dann ein bisschen gerissen. Henner: Eigentlich sollte das ganze Jahr im Juni 93 schon fertig sein, Henner: deswegen auch der frühe Codename Win93. Das war etwas zu optimistisch.
Henner: Dieser Launch wird dann verschoben auf September 93, daraus wird auch nichts, Henner: dann wird es März 94, dann Mai, August und so weiter und so fort. Henner: Es gibt im Netz eine sehr interessante Aufstellung der verschiedenen Henner: geplanten Veröffentlichungstermine von Windows 95 und jeweils dazu ein Zitat Henner: aus dem Management, mit dem diese neue Verzögerung, der neue Termin angekündigt wurde intern. Henner: Zum Beispiel bei diesem letzten, den ich meinte, August 94, da hieß es in der Henner: internen E-Mail aus dem Management, ja also wenn wir diesen Termin nicht schaffen, Henner: dann gibt es große finanzielle Probleme fürs Unternehmen.
Henner: Kann so schlimm nicht gewesen sein. Microsoft hat es überlebt und es kommen Henner: ja noch weitere Termine. Dann September 94, November, Februar 95, Henner: Mai 95 und auch das reicht nicht. Henner: Tja, also woran lag es? Warum wird Windows 95 einfach nicht fertig? Henner: Da gibt es keinen einzelnen Grund, sondern ganz viele. Und das liegt einfach Henner: an der großen Ambition, hat Latvig mir so gesagt. Henner: Zitat, jeder Teil des Betriebssystems wurde grundlegend verändert.
Henner: Und das alles unter Beibehaltung der Kompatibilität mit der bestehenden Welt Henner: von MS-DOS-Anwendungen, Windows-Anwendungen und der gesamten PC-Hardware. Henner: Wie bei vielen Softwareprojekten unterschätzten wir den Zeitaufwand. Henner: Hat ja auch Tradition, Windows 1 war ja auch schon viel zu spät. Henner: Aber dann, dann ist es doch irgendwann soweit, am 14. Juli 1995 ist Windows 95 fertiggestellt. Henner: Die Massenproduktion kann beginnen. Ja, und das Win93 ist also Windows 95 geworden. Und da ist es.
Chris: Tja, und das schauen wir uns jetzt nochmal genauer an. Als Windows 95 rauskommt, Chris: ist sein Vorgänger, Windows 3, bereits fünf Jahre und drei Monate alt. Chris: Also eine enorme Zeitspanne in der florierenden IT-Industrie. Chris: Und jetzt gucken wir mal, was dieses Windows 95 damals mitgebracht hat. Chris: Zuerst mal von außen, denn das kam ja in einer Box, wenn man das im Laden gekauft Chris: hat. eine himmelblaue mit dem großen Windows 95 Logo drauf.
Henner: Sehr hübsch. Chris: Und wenn man daran schüttelt, dann rattert es auch ordentlich. Chris: Denn darin liegen Disketten. Chris: Einige Disketten, 13, 3,5 Zoll Disketten sind es. Denn diese Retail-Fassung Chris: gibt es nicht auf CD-ROM. Chris: Die Disketten sind in einem eigenen Microsoft-Format formatiert. Chris: DMF heißt das. Deswegen tragen sie auch nicht nur die üblichen 1,44 MB pro Floppy, sondern 1,68 MB. Chris: Aber wieso dann nicht eigentlich eine CD? Das ist ja doch eine große Datenmenge.
Chris: Nun, das hängt damit zusammen, dass man dieses Betriebssystem zur Installation Chris: ja booten können muss. Das soll ja auf einem noch nicht eingerichteten Rechner Chris: dann startfähig sein und dann installiert werden können. Chris: Und von CD zu booten ist auf den PCs dieser Zeit noch unüblich. Chris: Windows 95 unterstützt es zum Beispiel auch gar nicht, die meisten PCs auch nicht. Chris: Also wäre für eine CD-Fassung immer noch eine Bootdiskette nötig, Chris: damit man den Installationsprozess starten kann und dann anschließend die Dateien Chris: von der CD auf die Festplatte zu kopieren.
Chris: Aber dazu braucht diese Bootdiskette einen Treiber für das CD-Laufwerk. Chris: Und wir sind in der Welt der PCs. Das heißt, es gibt nicht einen Hersteller Chris: von einem CD-Laufwerk, sondern Dutzende und Hunderte von Modellen. Chris: Und dafür bräuchte man eine große Menge verschiedener Treiber. Chris: Und die wiederum passen nicht alle auf eine 1,68 MB große Diskette. Chris: Das heißt, das sind ganz pragmatische Gründe, warum es diese Ladenfassung von Chris: Windows 95 nur auf Diskette gibt.
Chris: Im Gegensatz zu anderen Windows-Versionen, die Upgrade-Versionen von Windows Chris: 3.11, also wo man ein existierendes Windows 3.11 Chris: auf Windows 95 upgraden kann, die bekommt man auf CD, weil da hat man ja schon Chris: einen lauffähigen PC mit Windows Chris: 3.11 und kann das einfach ins CD-Laufwerk legen und von da aus starten. Chris: Und auch die OEM-Versionen von Windows, die von PC-Herstellern mitgeliefert Chris: werden, die gibt es auch auf CD, weil die PC-Hersteller wissen, Chris: welches CD-Laufwerk in ihrem Rechner steckt und wissen, welchen Treiber sie Chris: deswegen dafür brauchen und den kann man mit auf die CD packen.
Chris: Das ist schon eine erstaunliche Komplexität allein in dieser Fragestellung, Chris: in welcher Form wird denn das Ding ausgeliefert. Chris: Also ein CD-Laufwerk ist gar nicht zwingend nötig für Windows 95 und sonst muss Chris: der PC nicht auf dem neuesten Stand sein. Chris: Im Sommer 1995, wo Windows 95 auf den Markt kommt, ist ein damals aktueller Chris: PC ein Pentium mit 133 Megahertz. Chris: Aber Windows beglügt sich mit einem 386er DX, so wie es 92 in den Spezifikationen festgelegt wurde.
Chris: Und dieser 386 DX Standard, der ist zehn Jahre alt zu diesem Zeitpunkt. Chris: Also eine wirklich alte Maschine. Chris: Und es reichen auch vier Megabyte Arbeitsspeicher. Typische PCs in dieser Ära Chris: haben eigentlich schon acht Megabyte. Chris: Dazu braucht man 55 Megabyte Festplattenplatz. Zur Installation, Chris: die werden aber dann auch nicht komplett belegt von dem System. Chris: Was man auf jeden Fall braucht, ist eine VGA-Grafikkarte.
Chris: Mit der kleinen Ausnahme, dass wenn man jetzt von Windows 3 upgradet, Chris: dann geht das sogar mit EGA-Treibern. Aber im Ernst, das will sich keiner zumuten. Henner: Doch, ich hätte schon Lust, es auszuprobieren. Chris: Ja, viel Spaß. Henner: Einfach, weil es geht. Ja, genau. Ja, das sind die Minimalanforderungen. Henner: Aber wie man das kennt, auch von Spielen, reicht das gerade so aus, Henner: um das System irgendwie zu starten. Aber viel mehr kann man damit nicht machen.
Henner: Das schreibt damals auch die Presse. Henner: Zum Beispiel die Seattle Times, die schreibt auch über Windows 95 und sie sagen, Henner: Zitat, es ist wahr, du kannst Windows 95 mit einem 386 und nur vier Megabyte RAM nutzen. Henner: Es ist aber auch wahr, dass du ein Football-Team in einem VW-Käfer nach Kalifornien Henner: transportieren kannst. Henner: Warum man das tun sollte, ist eine andere Frage. Chris: Schöner Vergleich. Henner: Ja, das heißt, die Presse empfiehlt damals, genau wie auch Microsoft selbst, Henner: für reibungslosen Betrieb eigentlich einen 486er mit 8 Megabyte RAM.
Henner: Was hingegen nicht verzichtbar ist, ist die Maus. Also du hast ja gerade gesagt, Henner: CD-ROM-Laufwerk ist eigentlich nicht nötig und ein High-End-Rechner auch nicht. Henner: Aber eine Maus sollte es schon sein, klar, für eine grafische Oberfläche, Henner: die auf DOS weitgehend verzichtet. Henner: Und diese Maus, die wird erstmals auch eingesetzt während der Installation. Das ist auch neu. Henner: Das Setup, mit dem man das Betriebssystem installiert oder das Upgrade einspielt, Henner: das ist jetzt nämlich grafisch und mausgesteuert.
Henner: Das war auch eines der wesentlichen Entwicklungsziele, die in diesem Spezifikationsdokument Henner: aufgeführt waren, dass das Setup unterhaltsam und spaßig sein soll. Henner: Ich weiß nicht, ob das gelungen ist. Ich glaube, wir alle haben in den 90ern Henner: viel zu häufig Windows 95 neu installieren müssen und ich glaube nicht, Henner: dass wir viel Spaß hatten dabei, Henner: aber zumindest kann man sich während man installiert ein paar Werbetexte durchlesen, Henner: preist sich Windows 95 selbst und seine vielen Neuerungen.
Henner: Naja, und wenn das dann irgendwann mal geschafft ist, nach vielen Reboots, Henner: dann dürfen wir endlich auf den Desktop und über den müssen wir jetzt nochmal im Detail reden. Chris: Ja, da klingt ja als erstes dann zur Begrüßung die Startmelodie, Chris: auch bekannt als der Microsoft Sound, also zumindest dann, wenn die Treiberinstallation Chris: für die Soundcard funktioniert hat. Chris: Und diese Startmelodie, die Chris: hören wir uns jetzt allein schon aus Nostalgiegründen nochmal schnell an.
Henner: Das ist hübsch. Chris: Ja, und die kommt auch nicht von irgendwem. Die kommt nicht irgendwie von einem Chris: Sounddesigner bei Microsoft, sondern von keinem geringeren als dem britischen Chris: Musikproduzenten Brian Eno, der damals für Phil Collins, für David Bowie, für U2 tätig war, Chris: und der das übrigens auf dem Macintosh erstellt hat, diesen Sound. Chris: Aber gut, wenn das erklungen ist, dann sehen wir den Desktop und der ist jetzt Chris: mehr als nur ein hübscher Hintergrund. Du hattest das vorher schon erwähnt.
Chris: Der ist ein vollwertiger Ordner, liegt auch als Ordner im Dateisystem und kann Chris: also jetzt andere Ordner und Dateien beherbergen. Chris: Unter Windows 3.11 ging das ja noch nicht. Chris: Und dieser neue Desktop wird jetzt vor allem genutzt für Verknüpfungen. Chris: Das heißt, für kleine Icons, auf die man einen Doppelklick macht und dann wird Chris: das damit verknüpfte Programm ausgeführt, die damit verknüpfte Datei geladen, Chris: wie wir das eben heutzutage kennen.
Chris: Und diese Verknüpfungen können auf alles verweisen, auf jeden Ordner, auf jede Datei. Chris: Das war mit Windows 3.11 so noch nicht möglich. Chris: Ich habe Windows 95 bei mir im Kopf abgespeichert, also gerade was den Desktop Chris: angeht, als eine Farbrevolution. Chris: Das ist bei mir im Kopf abgespeichert als optisch viel moderner und aufwendiger als Windows 3.1. Chris: Und das stimmt überhaupt nicht. In dieser Basisversion ist das sehr nüchtern.
Chris: Da ist das einfach nur ein türkisfarbener Hintergrund. Ich bin mir nicht sicher, Chris: ob sie das als Verbeugung vor der alten CGA-Palette gewählt haben. Ausgerechnet türkis. Chris: Da kann man zwar dann wie in Windows 3.1 auch schon Muster einstellen. Chris: Da sind auch diverse mitgeliefert, so schwarze Seifenblasen, Chris: gelbe Bambusrohre, rote Kacheln, aber das sieht alles schauderhaft aus. Chris: Also ich habe mich dann gefragt, wie kann ich mich so getäuscht haben?
Chris: Aber ich glaube, das stelle ich jetzt hier mal als Theorie in den Raum und würde Chris: mich interessieren, ob es euch Zuhörenden auch so geht. Chris: Ich glaube, das fällt für mich und für viele andere zusammen mit der Super VGA Evolution. Chris: Weil vor den ganzen 3D-Beschleuniger-Karten der späten 90er hatten wir ja einen Chris: großen Sprung von VGA zu Super-VGA. Chris: Und die Windows-Systeme, schon die 3er-Generation, haben immer Auflösungen über Chris: die Farbe priorisiert. Das hatten wir vorhin kurz erwähnt. Ein Windows 3.1 mit Chris: einer VGA-Karte läuft in der Auflösung 640x480.
Chris: Der Preis dafür ist, da gehen dann nur 16 Farben. Chris: Deswegen ist so ein Windows 3.0 auf einer VGA-Karte ziemlich farbarm. Chris: Und auch schon Windows 3er-Versionen können aber auch VESA-kompatible SVGA-Karten unterstützen. Chris: Dann bekommt man da 256 Farben oder sogar noch mehr und noch höhere Auflösungen Chris: und so weiter. Also Windows 3.11 kann das alles schon, aber ich habe es in der Chris: Praxis auf meinem Windows 3.11 nie gesehen, weil ich hatte da einfach noch keine passende Karte.
Chris: Bei mir kamen da nur maximal 256 Farben. Chris: Das heißt dann eben auch diese ganzen Dithering-Effekte, wo die einzelnen Farbpixeln Chris: nebeneinander gesetzt sind, um so Zwischenfarben zu simulieren. Chris: Und vor allem auch Fehlfarben bei Fensterwechseln. Das ist was, Chris: was ich so stark mit Windows 3.11 verbinde, dass wenn man dann doch mal von Chris: einem Fenster ins andere wechselt, also von einem Programm ins andere, dass dann oft Chris: die ganzen Farben verzerrt sind, weil da eben eine VGA-Palette dann auch gewechselt Chris: wird, weil die Programme ja meistens unterschiedliche Farbpaletten nutzen.
Chris: Wie gesagt, bei Windows 95 ist das aber alles noch genauso. Ja, Chris: so die ganze unterstützte Farbtiefe, Chris: die Auflösungen, ist alles auch nicht anders als bei Windows 3.11. Chris: Aber das fällt zumindest bei mir in eine Zeit, wo ich eben meine Grafikkarte Chris: abgegradet habe auf eine, die High-Color oder sogar True-Color konnte. Chris: Und deshalb verbinde ich Windows 95 eben mit dieser Farbrevolution, Chris: dass auf einmal alles viel bunter und viel natürlicher aussieht, Chris: obwohl das mit dem Betriebssystem an sich gar nichts zu tun hat.
Henner: Für mich war es auf jeden Fall auch eine Farbrevolution. Ich bin ja 97 umgestiegen, Henner: damit auch vom Atari ST auf Windows 95. Henner: Und der Atari ST hatte GEM. Da gab es einen grünen Desktop mit schwarz-weißen Icons und sonst nix. Henner: Also für mich war das schon ein paar mehr Farben als vorher. Ich fand das sehr schön. Henner: Aber ich muss noch mal ganz kurz was zu den Sounds sagen. Denn Microsoft und Henner: Brian Aino haben sich sehr viel Mühe gegeben, in einem langwierigen Prozess Henner: den richtigen Startsound zu finden.
Henner: Aber was sie nicht gemacht haben, ist ein Shutdown-Sound. Es gibt keinen neuen, Henner: eigenen Windows-95-Runterfahr-Sound. Henner: Man kann einen aktivieren, aber das ist dann einfach der Start-Sound von Windows Henner: 3.1. Diese Tada-Fanfare. Henner: Da hat man sich also überhaupt keine Gedanken darüber gemacht, Henner: dass jemals jemand dieses Betriebssystem auch runterfahren würde. Chris: Ich wollte gerade sagen, warum sollte man das auch wollen? Auch hier wieder Chris: natürlich der Gedanke, wir führen hier neue Menschen in die Welt des PCs ein.
Chris: Wenn du Windows 95 installierst und startest, kommt als erstes ein kleines Fenster Chris: mit so Tipps, so Tipps, was man mit Windows mal machen könnte und ausprobieren könnte. Chris: Und einer der Tipps, die da drin steht, ist, wenn du deinen Rechner nicht runterfährst, Chris: schalt doch wenigstens den Monitor aus. Chris: Das fand ich gleichzeitig total amüsant, aber auch so ein Fingerzeig darauf, Chris: dass das, glaube ich, in der Ära noch durchaus üblich war, dass man seinen Rechner Chris: einfach nicht ausgemacht hat.
Henner: Gut, aber kommen wir zurück zum Desktop. Da gibt es ja noch mehr als Hintergrundfarben Henner: und Geräusche. Da gibt es ja auch den Dateimanager nach wie vor. Henner: Der wurde nicht abgeschafft, anders als der Programmmanager. Henner: Er heißt jetzt nur anders Windows Explorer, so wie er bis heute heißt. Henner: Der wurde aufgebohrt, hat jetzt mehr Komfort und bietet mehr Freiheit. Henner: Zum Beispiel kann man jetzt mehrere Explorer, also Dateimanager Instanzen parallel Henner: laufen lassen, in beliebiger Zahl, nicht nur einen, sondern ganz viele frei Henner: auf dem Desktop verteilen und Dateien zwischen diesen Fenstern hin und her schieben.
Henner: Es gibt, das ist für manche Umsteiger vielleicht ein bisschen verwirrend, Henner: Für den Zugriff aufs Dateisystem nicht nur den Explorer, sondern es gibt auch Henner: den Arbeitsplatzordner, also das, was auf dem Original Windows 95 Desktop im Henner: Englischen My Computer heißt und bei uns Arbeitsplatz. Henner: Wenn ich das aufrufe, dann sehe ich eine Übersicht der wichtigsten Elemente, Henner: Systemsteuerung, Drucker und auch die einzelnen Laufwerke und so kann ich auch Henner: über diesen Weg direkt aufs Dateisystem, auf den Laufwerksinhalt zugreifen.
Henner: Ich muss also gar nicht den Windows Explorer starten. Henner: Es sind also zwei verschiedene Wege, um an die Dateien zu kommen. Chris: Ich bin immer über den Arbeitsplatz gegangen. Henner: Ich auch. Chris: Aus der alten DOS-Logik heraus, dass man ja immer mit dem Ansprechen des Laufwerks Chris: beginnt. Also jeder Prozess beginnt ja immer damit zu entscheiden, Chris: möchte ich auf C, auf A, auf B oder so arbeiten. Chris: Ich bin nie hinterfragt, dass ich in Windows 95 dann den gleichen Weg gehen würde. War ja klar.
Henner: Ging mir genauso. Mache ich bis heute so. Heute gibt es allerdings technisch Henner: gesehen diese Dualität nicht mehr. Also auch wenn ich über den Arbeitsplatz Henner: gehe, dann rufe ich ein Windows Explorer Fenster auf. Henner: Aber damals war das noch getrennt. Das wird auch in irgendeinem Review mal negativ Henner: bemängelt. Das hätte einige Testnutzer verwirrt, dass es diese Dualität gibt. Henner: Dann gibt es anstelle des Programmanagers natürlich den allseits beliebten Startbutton Henner: für den schnellen Zugriff auf Programme, aber auch auf Einstellungen, Henner: Hilfefunktionen, Dokumente und so weiter ohne Doppelklick.
Henner: Auf den ersten Blick hatte Desktop also damals schon all die Elemente, Henner: die Windows bis heute prägen. Aber sieht man genauer hin, dann stellt man doch Henner: überrascht fest, dass einiges fehlt. Henner: Es gibt keine Rechtsklicks, also keine Kontextmenüs im Startmenü. Henner: Und es gibt auch keinen Drag & Drop innerhalb des Startmenüs. Henner: Das ist ein bisschen überraschend. Henner: Also vor einiger Zeit musste ich mal für ein Projekt wieder Windows 95 benutzen, Henner: habe ein paar Spiele installiert und das allererste, was man als ordentlicher Henner: Mensch natürlich tut, Wenn man das gemacht hat, man sortiert ja erstmal das Henner: Startmenü neu, damit es schön ordentlich ist.
Henner: Man verschiebt alle Programm-Icons in einen Programmordner und alle Spiele-Icons Henner: in einen Startmenü-Unterordner, der Spiele heißt. Henner: Aber das geht gar nicht. Du kannst nicht per Drag & Drop einfach Elemente im Henner: Startmenü hin und her schieben. Das war damals noch nicht möglich. Henner: Das kam dann etwas später. Henner: Aber gut, das sind Feinheiten, die werden die meisten nicht gestört haben. Henner: Und dann gibt es rechts neben dem Startbutton natürlich, wir haben sie schon Henner: gepriesen, die Taskleiste, wo die ganzen laufenden Prozesse angezeigt werden, Henner: was für Multitasking unverzichtbar ist.
Henner: Insgesamt macht der Desktop gegenüber Windows 3 einen großen Schritt nach vorn. Henner: Das ist, glaube ich, deutlich geworden. Henner: Aber er entfernt sich dabei, finde ich, auch stärker von der alten Bürometapher, Henner: vom physischen Vorbild des Aktenschranks. Henner: Bei Windows 3 musstest du noch genau wissen, wo welche Datei liegt. Henner: Den Schrank öffnen, die Schublade ziehen, den richtigen Ordner hervorholen. Henner: Alles ist ganz streng, hierarchisch, räumlich geordnet.
Henner: Windows 95 schert sich nicht mehr so sehr darum, wo die Dokumente jetzt eigentlich Henner: physisch abgelegt sind, Henner: sondern lässt mich über das Startmenü per Verknüpfung direkt hinspringen und Henner: meine Arbeit fortsetzen und jederzeit mit dem Klick zwischen verschiedenen Aufgaben wechseln. Henner: Das heißt, wir erleben hier einen Paradigmenwechsel von der räumlich-hierarchischen Henner: Metapher zu einer prozessualen. Chris: Eine weitere wichtige Neuerung, die wir auch schon auf dem Desktop sehen, Chris: ist ein Icon, das man aus Windows 3.1 noch nicht kannte, der Papierkorb.
Chris: Und der steht symbolisch für einen ganz wichtigen Paradigmenwechsel. Chris: Wenn man vorher in DOS oder auch in Windows-Systemen bis Windows 3.11 eine Datei Chris: gelöscht hat, dann war die weg. Chris: Jetzt wird sie erst mal zwischengespeichert im Papierkorb und man muss erst Chris: diesen Papierkorb leeren, damit die wirklich weg ist. Chris: Und das ist für mich nochmal ein ganz, ganz starker Beleg dafür, Chris: dass sich Windows 95 an Normalo-Nutzer und Neulinge richtet und dass es versucht, Chris: typische Fehler, die die so machen, zu antizipieren und zu vermeiden.
Chris: Denn das kann man sich lebhaft vorstellen, wie Leute aus Versehen eine Datei Chris: löschen und dann verzweifelt versuchen, die irgendwie wiederzubekommen. Chris: Und in Windows 95 ist das jetzt ab Werk möglich. Chris: Ein weiterer ganz wichtiger Punkt, das haben wir vorhin schon kurz erwähnt, Chris: aber das muss man hier nochmal betonen, ist die Benutzung der rechten Maustaste, Chris: die in Windows 95 jetzt erstmals eine Daseinsberechtigung in dem Windows-Ökosystem kriegt.
Chris: Denn wenn du jetzt mit dem Rechtsklick auf ein Element klickst, Chris: auf eine Datei, auf eine Verknüpfung, auf die Taskleiste, dann öffnet sich ein Kontextmenü. Chris: Bei allem, außer dem Startmenü offensichtlich. Chris: Und das ist auch wirklich ein Kontextmenü. Das heißt, welche Inhalte da eingezeigt Chris: werden, welche Optionen da angezeigt werden, richtet sich nach dem Dateityp Chris: oder dem Objekttyp, auf den du da geklickt hast.
Chris: Ganz toll. Das ist sehr flexibel und vermeidet also auch unnötige Optionen, Chris: die vielleicht gar nicht möglich sind in diesem Zusammenhang. Chris: Warum sollte man die überhaupt anzeigen? Chris: Neu ist zum Beispiel auch, dass man Drag & Drop mit der rechten Maustaste machen kann. Chris: Dinge rumziehen durch Drag & Drop war auch in Windows vorher schon möglich, Chris: aber in Windows 95 geht es eben auch mit der rechten Maustaste und damit eröffnet Chris: sich die Option, die Datei eben nicht nur zu verschieben an einen neuen Ort, Chris: sondern alternativ sie dorthin zu kopieren.
Henner: Oder eine Verknüpfung anlegen, auch das geht ja damit. Chris: Oder eine Verknüpfung, genau, auch das. Henner: Ja, das ist ein Power-Move, das ist fantastisch. Chris: Richtig. Also generell, Windows 95 nutzt die Maus viel sinnvoller als vorher Chris: und darunter fällt auch eine weitere wegweisende Neuerung. Chris: Man stelle sich jetzt die Anführungszeichen vor, die ich hier mache, Chris: weil was Windows 95 jetzt endlich kann im Jahr 1995 ist einen Mausrahmen.
Chris: Das ist das gleiche Jahr, wo Command & Conquer erschienen ist. Chris: Ja, da sind die Mausrahmen auch drin und Warcraft vorher hatte sie auch schon. Chris: Vor allen Dingen hatte sie aber natürlich der Macintosh schon seit 1984 und Chris: Windows 3, 3.1, 3.11 kann das nicht. Da kannst du keinen Mausrahmen ziehen. Chris: Kaum vorstellbar, aber so war es. Und in Windows 95 kommt er jetzt rein. Henner: Ja, und was auch längst überfällig ist, das neue Dateisystem, Henner: das endlich 255 Zeichen lange Dateinamen erlaubte.
Chris: Ja. Henner: Vieles davon sind keine echten Innovationen. Du hast es ja gerade beim Mausrahmen Henner: schon erwähnt oder auch der Papierkorb, den gab es früher schon anderswo. Henner: Und auch diese langen Dateinamen, OS2 2.0 zum Beispiel kennt das auch schon, Henner: dieses Kontextmenü per Rechtsklick, das gibt es auch schon bei OS2. Henner: Also vieles sind keine Microsoft-Erfindungen, aber sie finden jetzt hier zum Henner: ersten Mal in Windows ihren Niederschlag.
Henner: Aber Ehre, wem Ehre gebührt, verschweigen wir nicht, dass Windows 95 auch echte Henner: Innovationen geliefert hat. Allen voran Startmenü und Taskleiste. Henner: Es gibt Vorbilder dafür. Etwas entfernt Vergleichbares finden wir etwa auf den Henner: Next-Computern mit dem Dock, das oft als Vorlage genannt wird. Henner: Aber die zuständigen Microsoft-Entwickler, die bestreiten diese Inspirationsquelle Henner: und die Unterschiede sind dann auch recht deutlich.
Henner: In dieser Form sehen wir beides erstmals unter Windows 95. Henner: Und so halten sie sich ja auch über Jahrzehnte bis in unsere Gegenwart. Henner: Und wie wichtig das auch den Leuten ist, hat zum Beispiel ja auch Windows 8 Henner: gezeigt, dass den Startbutton einfach mal versteckt hat. Was für eine dämliche Idee das war. Henner: Da haben die Leute rebelliert und dann wurde er mit Windows 8.1 wieder zurückgebracht. Henner: Also die Leute wollen nicht auf ihren Startbutton verzichten und das möchte Henner: ich auch nicht. Ich mag den Startbutton, auch wenn ich nicht mehr ganz so viel Henner: Zeit damit verbringe, das Startmenü aufzuräumen.
Chris: Ja, in der Praxis, wenn man sich gut mit Windows auskennt, ist er längst nicht Chris: so relevant, dann benutzt man den gar nicht mehr so häufig, mir zumindest geht Chris: es so, aber ich möchte ihn trotzdem nicht missen. Henner: Genug von der Oberfläche, jetzt müssen wir mal unter die Oberfläche schauen, Henner: da gibt es ja auch einige neue Technologien, die eingeführt wurden. Chris: Genau, dann fangen wir mit der Architektur an. Die Basis von Windows 95 ist nach wie vor DOS Chris: und auch nicht das eigentlich geplante 32-Bit-DOS mit diesem Codenamen Cougar, Chris: sondern ein konventionelles 16-Bit-DOS, das jetzt aber eine neue Versionsnummer Chris: bekommen hat, nämlich 7.0 Chris: und das als Bootloader dient, also das zuerst geladen werden muss, Chris: damit dann Windows 95 starten kann.
Chris: Und das ist auch die Kompatibilitätsebene für DOS-Programme. Chris: Beim Booten wird diese Ebene aber schnell verlassen und dann mit Win.com der Chris: 32-Bit-Kernel gestartet und damit eben auch die Benutzeroberfläche. Chris: Und Herzstück dieses Kernels ist der sogenannte Virtual Machine Manager, VMM. Chris: Der ruft diese virtuellen Gerätetreiber auf, die wir schon aus Windows 3.11 Chris: kennen und die wiederum die Hardware ansteuern, die den Speicher verwalten, Chris: die Systemressourcen verwalten.
Chris: Und Hardware-Komponenten stehen dann als virtuelle Geräte bereit und das wiederum Chris: ist die Voraussetzung, dass sie durch mehrere Programme gleichzeitig nutzbar Chris: sind und also die Programme multitasken können. Chris: Der VMM, der Virtual Machine Manager, basiert auf dem 386 Enhanced Mode aus Windows 3X. Chris: Also auch das im Kern keine neue Chris: Technologie. Da kommen Teile des KUGA-Projekts dann doch noch mit rein. Chris: Aber für alte DOS-Programme erstellt der weiterhin isolierte virtuelle Maschinen, Chris: die parallel laufen können.
Chris: Windows 3 X-Programme laufen auf dem Windows 16-Subsystem, teilen sich da eine Chris: einzige virtuelle Umgebung und arbeiten darin dann mit dem kooperativen Multitasking Chris: zusammen, wenn es denn klappt. Chris: Und der dritte neue Programmtyp, die moderne 32-Bit-Software, Chris: die läuft in exklusiven Speicherräumen auf dem 32-Bit-Subsystem. Chris: Also drei Subsysteme, eins für DOS, eins für die alten Windows-Anwendungen, Chris: eins für die Windows 95-Anwendungen.
Chris: Und diese 32-Bit-Programme, die können dann präemptives Multitasking. Chris: Das wird vom Betriebssystem verwaltet und ist dadurch erheblich robuster. Chris: Da müssen die Programme nicht speziell dafür angepasst sein. Chris: Zu diesen 32-Bit-Programmen gehört das zentrale DLL-Trio aus Kernel32, Chris: das sind Prozesse, Speicher, Dateisysteme, GDI32, das hat nichts mit CNC zu Chris: tun, sondern ist für die Grafik zuständig Chris: und User32, das ist Interface und Input, die aber jeweils auch noch 16-Bit-Code enthalten.
Henner: Es ist eine wilde Mischung. 16-Bit-Code, 32-Bit-Code, DOS-Bestandteile, Henner: drei verschiedene Softwaretypen, die unterstützt werden müssen. Henner: Also da kann man schon verstehen, dass die Entwicklung so lange gebraucht hat, Henner: denn sie wollten ja sicherstellen, dass zumindest die 100 wichtigsten DOS-Anwendungen weiterhin laufen. Henner: Und das ist ihnen, glaube ich, auch weitgehend gelungen. Henner: DOS ist ein gutes Stichwort, da kommen wir mal zum nächsten wesentlichen Element, denn, Henner: es gibt ja nach wie vor eine Menge DOS-Programme auf dem Markt, Henner: insbesondere Spiele und die startet Windows 95 weitgehend problemlos in einem Henner: von zwei verschiedenen Modi, die es dafür gibt.
Henner: Der erste ist das DOS-Fenster, das heißt man startet ein DOS-Programm und das Henner: läuft dann in einem eigenen Fenster auf dem Desktop. Henner: Man kann dieses Fenster auch maximieren, Henner: dann wird der ganze Bildschirm eingenommen durch dieses Programm. Henner: Das empfiehlt sich natürlich vor allem für Spiele, da will man sowieso parallel Henner: in der Regel nicht arbeiten, sondern sich ganz aufs Spiel konzentrieren und Henner: das hilft auch dem Spiel, wenn man es im Vollbildmodus betreibt, Henner: weil es dadurch wesentlich schneller laufen kann.
Henner: Also wenn man Doom im Fenster spielt, dann läuft das nochmal erheblich langsamer als im Vollbild. Henner: Wenn das nicht reicht, wenn irgendein Programm oder ein Spiel in diesem DOS-Fenster Henner: nicht vernünftig läuft oder gar nicht, Henner: dann kann man auch den Rechner neu starten in den MS-DOS-Modus oder auch gleich Henner: beim Start über eine Tastenkombination in den MS-DOS-Modus wechseln. Henner: Dann verschwindet Windows mit all seinen Subsystemen.
Henner: Die grafische Oberfläche ist weg. Auch die Subsysteme für Windows-Anwendungen sind weg. Henner: Dann hat man ein richtiges, reines Real-Mode-DOS mit der Kommandozeile vor sich, Henner: wie früher MS-DOS 6.2, hier allerdings in der Version 7. Henner: Es gibt einige DOS-Spiele damals, die nur so wirklich laufen. Henner: Microsoft hat damals sogar im Netz einen Artikel gepflegt, eine Liste mit Spielen, Henner: die nur so vernünftig laufen können.
Henner: Da heißt es zum Beispiel System Shock, ein DOS-Spiel, das läuft im Windows-Fenster Henner: nur eingeschränkt, nämlich nur ohne Joystick. Henner: Also wenn man System Shock mit Joystick spielen will, dann muss man den MS-DOS-Modus verwenden. Henner: Das funktioniert nicht richtig im Fenster. oder Simon the Sorcerer, Henner: das läuft im Fenster überhaupt nicht. Auch dafür muss man in den DOS-Modus wechseln. Henner: Wie ist deine Erfahrung als Windows- und DOS-Veteran? Hast du zum Spielen meistens Henner: diesen DOS-Modus aufgerufen?
Chris: Ja, also ich kann mich jetzt aus dem Stehgreif überhaupt nicht erinnern, Chris: dass ich irgendwelche DOS-Spiele in Windows hätte laufen lassen, Chris: im Fenster schon gar nicht, wenn überhaupt dann im Vollbild. Chris: Aber wenn das ein DOS-Spiel war, dann habe ich das in 99 Prozent aller Fälle Chris: im DOS-Modus ausgeführt. Henner: Okay, dann gibt es noch eine wesentliche Technik, die erheblich moderner ist Henner: als DOS. Etwas, was unter DOS nicht möglich war, nämlich Plug and Play.
Chris: Genau, da müssen wir nochmal kurz einen Sprung in die Vergangenheit machen zu einer Zeit, wo, Chris: neue PC-Komponente, die man sich als Karte in den Rechner gesteckt hat, Chris: häufig noch konfiguriert werden musste über winzige Schalter, Chris: also über die DIP-Schalter oder sogar Steckbrücken auf der Platine. Chris: Zum Beispiel bei einer Soundkarte, wenn man eine Soundblaster 16 eingesteckt Chris: hat und wollte den IRQ ändern von 5 auf 7 oder 7 auf 5, dann musste man das Chris: eben mit einem Schalter oder so eine Steckbrücke machen Chris: oder wenn man die Adresse eines Anschlusses ändern wollte, also zum Beispiel Chris: COM2 für einen seriellen Port, Chris: weil wenn zwei Komponenten im Rechner aus irgendwelchen Gründen die gleiche Chris: Ressource oder die gleiche Adresse benutzen, dann blockieren die sich gegenseitig Chris: und funktionieren nicht.
Chris: Dann kommt die Ära der ISA-Steckkarten. Da ist es immerhin schon so weit, Chris: dass da meistens Software beiliegt, über die man das konfigurieren kann, Chris: teilweise sogar automatisch. Chris: Und genau diese Automatisierung strebt Windows 95 an und zwar schon bei der Installation. Chris: Und schon da versucht es, alle Geräte, die in diesem PC gerade drinstecken, Chris: zu erkennen, Soundkarte, Gamekarte, Grafikkarte und so weiter, Chris: und die dann auch zu konfigurieren, damit solche Hardware-Konflikte gar nicht erst auftreten können.
Chris: Und es versucht auch passende Treiber dazu zu laden. Wenn da irgendwas schief Chris: geht, vielleicht sogar das Windows Setup abstürzt, Chris: dann startet man es nochmal und dann wird beim nächsten Versuch diese kritische Chris: Komponente übersprungen, damit der Nutzer oder die Nutzerin sie dann später Chris: manuell konfigurieren kann. Chris: Aber wie wir vorhin schon festgestellt haben, in den meisten Fällen funktioniert Chris: das tatsächlich ganz gut mit dieser Plug-and-Play-Erkennung.
Henner: Was auch relativ gut funktioniert hat, ist die Netzwerkeinbindung. Henner: Schon Windows 3.11 stand ja ganz im Zeichen der LANs. Henner: Nicht primär für LAN-Partys, sondern für lokale Netzwerke in Unternehmen. Henner: Und Windows 95 erbt diese Stärken vom Vorgänger. Das ist also ganz auf die LAN-Nutzung Henner: zugeschnitten und bringt dabei viele Verbesserungen mit. Henner: Einige davon haben wir schon genannt, also zum Beispiel diese 32-Bit-Komponenten, Henner: dieser 32-Bit-Netzwerk-Stack zum Beispiel, der läuft schneller und stabiler als zuvor Henner: und Plug-and-Play hilft natürlich auch bei der Netzwerkkonfiguration, Henner: denn ich muss ja dafür eine Netzwerkkarte einbauen, das ist damals noch nicht Henner: auf dem Mainboard schon vorhanden, so ein Controller, sondern da muss ich eine Henner: Karte einbauen und um die zu konfigurieren hilft die Plug-and-Play-Technik.
Henner: Also auch verschiedene Innovationen helfen hier dabei, Windows 95 in einem Netzwerk Henner: zu betreiben. Und da kommt noch weiteres hinzu. Henner: Die LAN-Strukturen über die Dateifreigaben und so weiter sind jetzt besser ins Henner: GUI, also in die grafische Oberfläche integriert. Henner: Man kann Netzlaufwerke direkt einbinden oder freigaben über den Windows Explorer, Henner: nicht über irgendwelche Zusatzanwendungen oder über DOS, wie das früher nötig war.
Henner: TCP-IP, dieses Internetprotokoll, das ist jetzt dabei, ist nicht standardmäßig Henner: installiert, aber es ist auf der CD zu finden, wenn man eine hat. Henner: Und man kann es also von dort jederzeit nachinstallieren. Henner: Das funktioniert dann auch mit automatischer IP-Adressenzuweisung über die DHCP-Technik, Henner: die damals neu ist, an der Microsoft auch selbst mitgewirkt hat. Henner: Also da kommen viele Verbesserungen zusammen.
Henner: Und dann ist da ja auch noch, was das Internet oder Online-Dienste angeht, Henner: der MSN-Client enthalten für diesen Microsoft-eigenen Online-Dienst, Henner: mit dem man dann auf Foren, E-Mail und Nachrichten zugreifen kann. Henner: Und das ist, wie gesagt, nicht das Internet, sondern eine Alternative dazu. Henner: Das Internet bedient man mit dem Internet Explorer. Henner: Das ist der erste Browser von Microsoft, der auch eine wesentliche Rolle spielt Henner: bei der Durchsetzung von Windows 95.
Henner: Aber der ist hier noch nicht enthalten, sondern den kriegt man über ein optionales Henner: Paket, das Microsoft Plus Paket. Henner: Aber darüber reden wir später. Chris: Tja, und zu guter Letzt sind wir hier Mitte der 90er ja in der Zeit des Multimedia-Booms Chris: und Microsoft hat schon seinen Dreier-Windows sukzessive beigebracht, Chris: Multimedia-Elemente abspielen zu können, also Audio-CDs oder auch Videos. Chris: Da musste man zum Beispiel auf Windows 3 ja noch Video für Windows extra installieren, Chris: damit dann da auch Videos abgespielt werden konnten oder andere Videoprogramme.
Chris: Und das wird in Windows 95 jetzt ab Werk integriert. Da muss man kein Video Chris: für Windows mehr installieren. Chris: Und die schnellen 32-Bit-Treiber sind auch hilfreich, wenn es zum Beispiel darum Chris: geht, Videos abzuspielen. Chris: Die deutsche PC Player zum Beispiel schwärmt in der Ausgabe 895, Zitat, Chris: selbst auf sowieso schon schnellen Quadra-Speed-Laufwerken konnten wir deutlich Chris: sehen, dass unsere Multimedia-Leserbriefe noch eine Spur geschmeidiger laufen, Chris: wenn wir sie unter Windows 95 abspielen, Zitat Ende.
Henner: Schön. Chris: Und eine Kleinigkeit, die auch mit CDs und Plug-and-Play zu tun hat, Chris: aber die damals offensichtlich für Furore gesorgt hat, ist die Auto-Play-Funktion. Chris: Denn auch das fällt unter Plug-and-Play, also einfach einstecken oder einlegen und es funktioniert. Chris: Und bei Windows 95 ist es das erste Mal so, dass wenn man eine CD-ROM ins Laufwerk Chris: legt und das schließt, dass Windows 95 dann automatisch das Programm auf der CD startet.
Chris: Und da gibt es zum Beispiel eine hübsche Anekdote aus der Zeitschrift PC Home in der Ausgabe 4.95. Chris: Da wird von einer Messedemonstration von Windows 95 berichtet und da heißt es, Chris: das Publikum habe hörbar nach Luft geschnappt, als Windows 95 automatisch das Chris: Programm von einer eingelegten CD-ROM gestartet hat. Chris: So sehen nämlich Revolutionen aus. Henner: Henner. Ja, das ist die Konsolisierung des PCs. So kennt man es ja vom NES.
Henner: Programm einlegen, einschalten und es läuft einfach von selbst und das geht Henner: jetzt hier auch auf dem PC, zumindest in Ansätzen. Chris: Aber das ist ja das erklärte Ziel. Stell dir vor, dieser Nutzer aus den User-Tests Chris: hätte Write auf CD-ROM bekommen, hätte das nur einlegen müssen, Chris: dann muss er ja gar nichts mehr machen. Chris: Dann startet sich das Ganze automatisch. Null Sekunden. Henner: Ja, in der Tat. Geht übrigens nur mit CDs, geht nicht mit Disketten.
Henner: Da muss man schon noch manuell drauf zugreifen. Henner: Ja, jetzt haben wir gerade ziemlich viel gepriesen, die technische Basis und Henner: auch die Oberfläche von Windows 95, aber es gibt, das wollen wir nicht verschweigen, Henner: auch ein paar Probleme, ein paar altbekannte und ein paar neue Probleme, die Windows 95 plagen. Henner: Eins davon haben wir auch schon angesprochen, nämlich die Systemanforderungen, Henner: die offiziellen von Microsoft vorgegebenen, die sind ein bisschen zu optimistisch, zu niedrig angesetzt.
Henner: Wenn man wirklich flüssig arbeiten will mit Multitasking oder sogar spielen, Henner: dann braucht man etwas mehr als das, was Microsoft da als Basis verlangt. Henner: Also mehr als vier Megabyte RAM sollten es schon sein. Henner: Aber selbst dann laufen viele Programme langsamer als unter DOS. Henner: Dann Plug and Play, hast du auch schon erwähnt, das wird ja damals oft verspottet Henner: als Plug and Pray, also hoffen, dass es funktioniert, das hat schon noch so seine Probleme.
Henner: Das liegt aber zum Teil auch an der alten Hardware, die ja oft übernommen wurde Henner: aus der Windows 3 Ära, die damit noch gar nicht umgehen kann. Henner: Aber die allergrößten Probleme, die haben wir noch nicht genannt und das sind Henner: Stabilität und Sicherheit. Chris: Ja, mehr Zuverlässigkeit verspricht Windows 95 mit seiner neuen Architektur ja. Chris: Das stimmt aber nur dann, wenn durchgehend 32-Bit-Software zum Einsatz kommt.
Chris: Das ist aber gar nicht möglich, weil ja selbst Systemkomponenten unter Windows Chris: 95 noch 16-Bit-Bestandteile enthalten. Also Windows 95 ist ja selbst dieser Chris: Mischmasch aus unterschiedlichen Technologien. Chris: Einerseits, weil den Entwicklern die Zeit ausgegangen ist, um das komplett umzustellen. Chris: Andererseits aber eben auch wegen dem Gedanken der Kompatibilität mit alter Chris: Windows-Software. Also nicht nur mit DOS, sondern eben auch mit alten Windows-16-Bit-Programmen.
Chris: Und diese Windows-16-Bit-Programme teilen sich einen gemeinsamen Speicherbereich. Chris: Und wenn gerade so ein hängendes Windows-16-Programm die Kontrolle nicht freiwillig Chris: zurückgibt, was ja die Voraussetzung für kooperatives Multitasking ist, Chris: dann blockiert es im schlimmsten Fall das ganze System oder zumindest die User-Exit, das Interface. Chris: Und dann hilft halt in der Regel auch nichts, als den PC neu zu starten, Chris: teils auch mehr als einmal neu zu starten.
Chris: Und was jeder Windows-95-Nutzer zu Genüge kennt, ist der Blue Screen. Chris: Da sind wir wieder beim Stichwort Aussage, kräftige Fehlermeldungen. Chris: Windows 95 verabschiedet sich halt recht häufig noch mit so einer Art Schulterzucken, Chris: so Hände in die Luft. Sorry, irgendwas ist komplett schief gegangen, Chris: aber ich kann auch nicht so genau sagen, was. Starte mal lieber neu. Henner: Ja, das ist auch eine meiner prägenden Erinnerungen an diese Zeit von Windows Henner: 95 und 98 nach dem Umstieg vom Atari ST auf den PC, dass ich halt ständig neu starten musste.
Henner: Wenn du eine Weile gearbeitet hast oder gespielt, dann war es selbstverständlich, Henner: dass das System irgendwann nicht mehr so responsiv war, dass vieles einfach Henner: nicht mehr funktionierte oder einfach länger brauchte als gewohnt und dann musst Henner: du halt neu starten. Reboot tut gut. Chris: Und Neustadt dauert. Wir sind ja heutzutage verwöhnt davon, dass Windows sehr Chris: viel schneller geworden ist, sehr viel schneller beim Laden vor allen Dingen, Chris: als früher. Windows 95, gerade auf einem langsameren Rechner, Chris: nimmt sich noch ordentlich Zeit, bevor es mal wieder auf dem Desktop ist.
Henner: Und Stabilität bedeutet ja noch mehr. Stabilität bedeutet ja nicht nur das, Henner: was wir gerade beschrieben haben, Laufzeitverlässlichkeit, also seltene Abstürze Henner: oder zumindest souveräner Umgang mit Abstürzen, wenn ein einzelnes Programm Henner: abstürzt, dass man weiterarbeiten kann. Henner: Das bedeutet ja noch was, nämlich Resilienz gegenüber Hardware-Änderungen. Henner: Und da war Windows 95 auch sehr empfindsam. Henner: Also wir alle haben ja in den späten 90ern ständig unseren PC aufrüsten müssen.
Henner: Im schlimmsten Fall ein neues Mainboard einbauen für eine schnellere CPU. Henner: Und wenn du das gemacht hast, konntest du davon ausgehen, dass Windows nicht mehr lief. Henner: Also neue CPU eingebaut, Windows war hin. Henner: Unrettbar verloren. Du musstest es komplett neu installieren. Henner: Alle Programme, alle Treiber. Bei null anfangen. Henner: Und das ist man heute ja auch gar nicht mehr gewohnt. Weil Windows 11 da sehr Henner: viel weniger empfindsam geworden ist. Da kannst du praktisch im laufenden Betrieb Henner: die CPU wechseln, musst nicht mal runterfahren.
Chris: Das möchte ich sehen. Da möchte ich dabei sein, wenn du das machst. Henner: Wenn man schnell genug ist, geht das schon. Chris: Ja, genau. Henner: Also heute sind wir ja sehr verwöhnt, was das angeht. Ein modernes Windows kannst Henner: du tagelang, wochenlang, monatelang laufen lassen, ohne neu zu starten und dabei Henner: auch noch Komponenten austauschen. Henner: Das läuft einfach weiter und das ist bei Windows 95 bei weitem noch nicht so.
Henner: Und dann gibt es noch ein zweites Problem, über das sich damals kaum jemand Henner: Gedanken gemacht hat, oder? Sicherheit. Henner: Das fand ich jedenfalls in kaum einem Pressebericht damals erwähnt, Henner: dass Windows 95 möglicherweise ein Sicherheitsrisiko ist. Chris: Tja, das geht mir ganz genauso, kann ich aber auch dazu sagen, Chris: habe ich mir auch keine Gedanken darüber gemacht. Chris: Aber Windows 95 wurde spezifisch entwickelt für Einzelplatzsysteme und eben Chris: für lokale Netzwerke, also vertrauenswürdige Netzwerke zum Beispiel innerhalb der eigenen Firma.
Chris: Aber dass da ja das Internet auch noch da draußen ist, mit dem sich Windows Chris: 95 auch verknüpfen möchte und das bald voll sein wird von vielfältigen digitalen Chris: Bedrohungen, darauf ist man nicht so richtig vorbereitet. Chris: Und da gibt es ja dann auch frühe Würmer und Makroviren wie zum Beispiel Melissa Chris: von 1999 oder I Love You von 2000, die sich solche Schwächen zunutze machen, Chris: und eben auch Windows-Mechanismen nutzen, um sich automatisiert weiter zu verbreiten.
Chris: Und da fällt Windows dann auch auf den Fuß, dass die 95er-Version noch keinen Chris: eigenen Virus-Scanner dabei hat, keine Software-Firewall dabei hat. Chris: Das muss man beide selbst nachrüsten. Chris: Trotz rudimentärer Nutzerkonten, die schon existieren, gibt es aber keine echte Zugriffsverwaltung. Chris: Also jeder Nutzer auf dem Rechner kann alle Dateien sehen und auch die Anwendungen Chris: auf dem Rechner laufen weitgehend mit denselben Rechten wie das Betriebssystem Chris: selbst und können deswegen auch tiefgreifende Änderungen vornehmen.
Henner: Ja, sowohl Schädlinge als auch die Nutzer selbst. Henner: Du hast ja ganz zu Beginn dieser Episode davon gesprochen, dass mit der Zeit Henner: die Betriebssysteme immer abstrakter werden und die Nutzer weniger an ihre Kernkomponenten Henner: oder gar an die Hardware ranlassen, um den Rechner vor dem Nutzer zu schützen. Henner: Und da ist Windows 95 bei allen Bemühungen noch nicht so weit. Henner: Also man konnte das mit ein bisschen Ungeschick oder zu viel Mut durchaus leicht Henner: zerschießen, das System durch die Installation des falschen Treibers.
Henner: Oder ich erinnere mich daran, dass mein Bruder mich irgendwann in dieser Ära Henner: damals mal verzweifelt angerufen hat, weil sein Windows 95 PC nicht mehr startete, stellte sich heraus, Henner: er hat einfach willkürlich Systemdateien aus dem Ordner C Windows gelöscht, Henner: die ihm nichts sagten und die er auch mit Word irgendwie nicht öffnen konnte. Also weg damit. Chris: Er nimmt ja nur Speicherplatz weg. Henner: Ja genau, genau. Aufräumen, Ordnung schaffende Gedanken kann ich verstehen.
Henner: Aber es gab halt keinen Systemdateischutz. Der kam erst später. Henner: Es gibt schon noch einige Probleme, was Sicherheit und Stabilität angeht. Henner: Aber trotz allem, Windows 95 ist ein großer Fortschritt. Henner: Und ob es auch ein Erfolg ist, das hören wir im zweiten Teil. Chris: Ich freue mich drauf. Bis dann, Henner. Henner: Ich auch. Bis dann.
Transcript supplied by the publisher with the episode.
Podcast
Stay Forever - Retrogames & Technik
Stay Forever Team · Leisure & Travel · German
Ein Podcast über die aufregenden Games und Games-Technologien der 80er, 90er und frühen 2000er Jahre. Begleitet uns auf archäologische Expeditionen und pustet mit uns vorsichtig den Staub der Zeit von wunderbaren alten PC- und Videospielen. Es sprechen in wechselnden Konstellationen Gunnar Lott, C
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